Erstellt am 04. August 2015, 17:59

von Doris Schleifer-Höderl

Flüchtlinge von Schlepper in Amstetten-Waldheim ausgesetzt. Am Dienstag (4. August) hat die Polizeiinspektion Ulmerfeld-Hausmening um 4 Uhr in der Früh in Waldheim 28 Flüchtlinge aufgegriffen.

 |  NOEN, Anton Kovacs
Laut dem stellvertretenden Kommandanten Abteilungsinspektor Martin Elser wurden die neunzehn Männer, sieben Frauen und zwei Babys sitzend neben der Straße vorgefunden.



„Laut Berichten der Flüchtlinge, die aus Afghanistan, dem Irak und Syrien stammen, hätte sie der Schlepper von Ungarn nach Hamburg bringen sollen“, so der Exekutivbeamte zu den NÖN.

„Schlepper hat gemeint, hier sei schon Deutschland“

In Amstetten-Waldheim war jedoch die Fahrt, die die Flüchtlinge überwiegend stehend in einem Kastenwagen verbringen musste, zu Ende.

Elser: „Der Schlepper hat gemeint, hier sei schon Deutschland und hat die Leute einfach ausgesetzt. Einer der Flüchtlinge, der im Besitz eines Mobiltelefons ist, hat jedoch festgestellt, dass man erst in Österreich war. Dem Schlepper war dies aber egal. Er ließ das Auto einfach stehen, überließ die Menschen ihrem Schicksal und flüchtete zu Fuß.“

Die alarmierten Sicherheitskräfte brachten die Flüchtlinge vorschriftsgemäß auf die Polizeiinspektion Amstetten, wo sie in der 50 Quadratmeter großen Garage erstversorgt und verköstigt wurden. „Die etwaigen Geldmittel für die Verpflegung der Flüchtlinge müssen von den amtshandelnden Kollegen zunächst getragen werden“, so Martin Elser.

„Stoßen allmählich an unsere personellen Grenzen“

Aufgriffe würden in Amstetten beinahe im Wochentakt erfolgen, wie Martin Elser berichtet. „Wir stoßen deshalb allmählich an unsere personellen Grenzen“, erklärt Chefinspektor Oliver Zechmeister, Leiter der Polizeiinspektion Amstetten.

„Für die Sicherheit der Flüchtlinge haben wir heute einen Kollegen abgestellt, drei weitere Kollegen haben die schriftliche Aufarbeitung übernommen und vier Kollegen haben die Fingerabdrücke abgenommen und eingescannt. Somit sind acht Beamte mit der Amtshandlung beschäftigt gewesen.“

Für Oliver Zechmeister ist klar, dass es so nicht weitergehen kann. „Es ist uns beispielsweise heute nicht möglich gewesen, zusätzliche Amtshandlungen durchzuführen. Es war gut, dass auch keine weiteren Einsätze gefordert waren. Die Politik ist endlich gefordert, sich hier eine gangbare Vorgangsweise zu überlegen. Es ist weder im Interesse der Flüchtlinge, noch der Amstettner Bevölkerung hier Sicherheitslücken entstehen zu lassen.“

Wie es mit den 28 Flüchtlingen weitergeht ist noch offen. Die Amstetten Exekutive wartet auf eine Entscheidung von der Landespolizeidirektion St. Pölten.