Flut traf Ybbstal schwer. Ybbstal / Hochwasser überschwemmte Teile von Ybbsitz und das Ortszentrum von St. Georgen. Hollenstein war von der Außenwelt abgeschnitten. Außerdem gingen Muren ab.

Von Andreas Kössl und Leo Lugmayr. Erstellt am 19. Mai 2014 (11:53)
NOEN, Freiwillige Feuerwehr Ybbsitz
Die braunen Wassermassen wälzten sich in Ybbsitz durch den Markt. Doch die Bewohner sind inzwischen bestens gerüstet: Mobile Schutzeinrichtungen halten den Großteil des Schlamms ab. Foto: Feuerwehr
Als besonders schwer abschätzbar erwies sich die Entwicklung der Flut am Freitag, 16. Mai, in Ybbsitz: Nach einer Sirenenvorwarnung um 3.44 Uhr gingen um 6 Uhr die Pegelstände an allen Messpunkten zurück.

Hollenstein mit voller Wucht getroffen

Gegen 7 Uhr setzte aber wolkenbruchartiger Starkregen ein und riss sprunghaft die Pegelentwicklungen herum. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits die Hälfte der Kinder in den Schulen, die dann aus Sicherheitsgründen nur noch persönlich abgeholt werden durften. Die Kleine Ybbs trat in den Bereichen Lietz, im Markt und bei der Busbucht in der Waidhofner Straße über die Ufer. Um 7.34 Uhr wurde die Durchzugsstraße bis zur Entwarnung am Nachmittag gesperrt.

Mit voller Wucht traf das Hochwasser Hollenstein. Die Gemeinde war am Freitag zeitweise völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Die Freiwillige Feuerwehr des Ortes war bis Sonntagnachmittag rund um die Uhr im Einsatz.

Bereits am Freitagmorgen sorgte ein Murenabgang in Kleinhollenstein dafür, dass die B31 gesperrt werden musste. Auch die L99 zwischen Kleinhollenstein und Weyer war nicht passierbar, da die Ybbs über die Ufer getreten war. Die Straße Richtung Göstling musste deshalb ebenfalls gesperrt werden. Ebenfalls unpassierbar war die L6180 im Ortsteil Dornleiten. Hier kam es am Freitag zu einer massiven Hangrutschung. Da noch immer Material nachkommt, ist die Straße nach wie vor gesperrt.

Das Gemeindeamt stand unter Wasser

In St. Georgen/Reith stand am Freitag das Gemeindeamt ebenso wie etwa zehn Häuser im Ortszentrum unter Wasser. Das Problem sei aber nicht die Ybbs gewesen, berichtet Bürgermeister Helmut Schagerl, sondern das Bergwasser vom Friesling.

Die Feuerwehren aus Reith und Kogelsbach standen mit Sicherungs- und Pumparbeiten im Dauereinsatz. Unterstützung bekamen sie dabei von Kameraden des Abschnittsfeuerwehrkommandos St. Peter. Zu kämpfen hatte man auch mit Rutschungen in der Nähe einer Liegenschaft.

Relativ glimpflich kam man in Opponitz davon. Das Ortszentrum blieb von Überschwemmungen verschont. Beim Bauernhaus Mitterriegel ging allerdings eine Mure unterhalb eines Güterweges ab, weshalb die Gefahr besteht, dass die Straße abrutscht. Für Montag waren weitere geologische Untersuchungen geplant.

Auch Waidhofens Feuerwehren waren am Freitag im Dauereinsatz: Von Auspumparbeiten bis zur Entfernung von Verklausungen reichten ihre Aufgaben.