Franziskanerinnen: „Wir sind up-to-date“

Erstellt am 16. Februar 2015 | 10:55
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Foto: NOEN, Doris Schleifer-Höderl
Die 15 Franziskanerinnen Amstettens geben Einblick in ihr Leben und in ihre interessanten Aufgabengebiete. Sie sind auch auf der Suche nach Nachfolgerinnen.
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Der Tag der Franziskanerinnen in Amstetten beginnt täglich um 6 Uhr mit dem Morgengebet. Danach gibt es Frühstück und bis 12 Uhr wird im jeweiligen Bereich gearbeitet. Nach dem Mittagsgebet und dem Mittagessen wird wieder bis 17.45 Uhr gearbeitet. Dann folgt das Abendgebet und um 18 Uhr die heilige Messe

Bildungswesen als eine zentrale Aufgabe

„Während des Tages ist es auch wichtig, eine Zeit der Stille einzuplanen. Das liegt aber in der Verantwortung der einzelnen Schwestern und hängt natürlich auch von deren Dienstplänen ab“, berichtet Generaloberin Schwester Franziska Bruckner.

Nach wie vor ist das Bildungswesen eine zentrale Aufgabe des Ordens. Heute unterrichten die Schwestern in Schulen des Trägervereins, gestalten das schulische Umfeld von Kindern und jungen Menschen in Horten und Internaten, arbeiten als Kindergärtnerinnen und betreuen Menschen mit besonderen Bedürfnissen.

Sie stehen zudem als geistliche Begleiterinnen zur Verfügung, wirken ehrenamtlich in der pfarrlichen Kinder- und Jugendarbeit, in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen sowie bei Radio Maria und sind ordensintern im Einsatz in der Küche, der Verwaltung, der Sakristei, im Haushalt, an der Pforte und im Garten.

57 Schwestern gibt es derzeit im Bezirk

15 Schwestern leben zurzeit in Amstetten. Die Gemeinschaft der Franziskanerinnen von Amstetten hat zudem Niederlassungen in Hainstetten, St. Pölten, Langenlois, Waidhofen an der Ybbs, St. Peter in der Au und Zwettl. „Gesamt sind wir 57 Schwestern. Unsere Älteste, Schwester Agnella, wird heuer 94 Jahre und unsere Jüngste, Schwester Beatrice, wird 43 Jahre alt und ist in Zwettl stationiert“.

Natürlich sind die Franziskanerinnen auf der Suche nach „Nachwuchs“, zumal 2015 von Papst Franziskus ja zum „Jahr der Orden“ ausgerufen wurde. Dabei geht es um eine intensive Auseinandersetzung mit dem geistlichen Leben – mit der eigenen, persönlichen Berufung jedes Ordenschristen, aber auch mit dem Auftrag der einzelnen Ordensgemeinschaft sowie mit dem Auftreten und Wirken nach außen. Österreichweit wirken in 105 weiblichen Ordensgemeinschaften 3.900 Ordensfrauen. In der Diözese St. Pölten sind es derzeit 168.

„Natürlich ist uns Franziskanerinnen im Ordensjahr besonders bewusst, dass die Zahl der Ordensfrauen in der Diözese, aber auch hier bei uns in Amstetten, sinkt. Es gibt interessierte junge Frauen, jedoch steht die Entscheidung es wirklich zu wagen, aber leider oft aus.“

„Herausforderung die das Leben bereichert“

Die Franziskanerinnen empfinden sich selbst keineswegs als Auslaufmodell oder gar als gestrig. „Wir können nicht nur mit dem iPhone und dem Internet umgehen, sondern wir wissen auch sonst wie das Leben im 21. Jahrhundert abläuft“, sagt Schwester Franziska schmunzelnd. „Auch, wenn man es uns vielleicht auf den ersten Blick nicht ansehen mag, wir sind durchaus up-to-date!“

Die Franziskanerinnen würden sich freuen, wenn im Laufe des Jahres eine oder auch mehrere junge Frauen sich entschließen würden, in den Orden einzutreten (näheres dazu unten). „Es ist eine Herausforderung, die das Leben ungemein bereichern kann“, sagt Schwester Franziska.

Die Gründung der Franziskanerinnen Amstetten, auch Schulschwestern vom Dritten Ordnen des Hl. Franziskus genannt, geht übrigens auf das Jahr 1723 und auf Maria Theresia Zechner zurück.


Info zum Eintritt:

  • Interessentinnen haben in einer sechsmonatigen Phase der Auseinandersetzung mit dem Leben in der konkreten Ordensgemeinschaft, dem sogenannten Postulat, Gelegenheit, das Klosterleben kennenzulernen. Danach folgt das Noviziat, die zweijährige intensive Zeit der Ordensausbildung in spiritueller, gemeinschaftlicher und persönlicher Hinsicht. Zuletzt folgt die Profess, die offizielle Aufnahme, um als Ordensfrau in der Gemeinschaft der Franziskanerinnen das Leben mitzugestalten.

  • Nähere Informationen: Sr. Franziska Bruckner, Tel. 07472/62577 DW 12, franziska.bruckner@franziskanerinnen-amstetten.at; www.franziskanerinnen-amstetten.at sowie unter www.ordensgemeinschaften.at

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