EM-Fieber bleibt im Bezirk Amstetten aus. Corona hemmt die Fußballbegeisterung. Gebuchte Spiele wurden oft storniert.

Von Katharina Kreisa. Erstellt am 26. Mai 2021 (02:36)

Aufgrund der aktuellen Situation mit den Zusehern im Stadion ist die Vorfreude auf die EM gering. „Für mich lebt Fußball von Leidenschaft und Emotionen. Menschen umarmen sich und weinen vor Freude oder Enttäuschung, wenn ihre Teams aufsteigen oder ausscheiden“, betont der Nachwuchstrainer des SKU Amstetten, Alexander Stingl. „Unsere Vereinsmitglieder sehen das ähnlich. Der Sport im Amateurbereich war lange verboten oder eingeschränkt, da muss die Leidenschaft erst neu entfacht werden.“

Für den Verein Sportfreunde08 aus St. Georgen sind Pflichtspiele der Nationalmannschaft eigentlich ein Muss. „Manchmal fahren wir auch zu einem Match ins Ausland. So hätten wir es für das EM-Spiel in Bukarest geplant, bei dem Österreich gegen die Ukraine antritt“, berichtet Obmann Georg Hahn. Aufgrund der ungewissen Corona-Situation hat sich der Verein aber auf eine Stornierung geeinigt. „Mit einem halb-vollen Stadion und einer fehlenden Fanmeile vor Ort entsteht einfach keine Euphorie.“

Auch der Fußball interessierte Baumeister Erwin Hackl aus Ertl ist von einer Stornierung betroffen. „Wir haben für das große EM-Finale im Londoner Wembley-Stadion zwei Tickets zugelost bekommen. Die Enttäuschung war groß, als wir vergangenen Donnerstag eine Absage-Mail der UEFA erhielten. Unsere Tickets wurden bei der Verlosung zur Sitzplatzreduktion storniert“, bedauert er. Die Spiele der österreichischen Nationalmannschaft sowie die Finalspiele will er sich aber gemeinsam mit Freunden ansehen. Das letzte Match, das er besuchte, war das der EM-Qualifikation Ende 2019. Das war übrigens auch das letzte Spiel, das die Sportfreunde08 vor Ort verfolgten. Seither haben sie Corona-bedingt keines besucht und auch gemeinsame Treffen blieben aus. Aktivitäten, die sie dennoch verbinden, sind ein Euro-Tippspiel und das Panini-Pickerl-Sammeln. Hahn will ein Album anlegen, genauso wie viele andere Vereinsmitglieder auch. „Der Preis von einem Euro pro Packung lässt einen aber schon überlegen, ob man wirklich sammelt“, meint er.

EM-Stimmung ist auch beim sportlichen Leiter des ASK St. Valentin, Harald Guselbauer, noch nicht aufgekommen. „Im Moment ist einfach die weit größere Aufgabe, dass alles mit den Auflagen und Sicherheitskonzepten bezüglich Training funktioniert“, betont er. Auch bei seinen Spielern hat er noch keine EM-Euphorie festgestellt. „Normal haben sie da immer ein Tippspiel gemacht, aber da wurde auch noch nichts organisiert.“ Guselbauer hat selbst bei einem Gewinnspiel teilgenommen, das erst ausgelost wird. Sollte er Tickets gewinnen, würde er sie grundsätzlich in Anspruch nehmen: „Sollte ich bei der Heimkehr oder Anreise in Quarantäne müssen, würde ich aber verzichten. Das ist mir den Aufwand dann nicht wert.“

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