Mauer/Waldheim: SPÖ schlägt Wildbrücke über die B121 vor

Erstellt am 02. Juni 2022 | 08:31
Lesezeit: 3 Min
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SPÖ-Bezirksgeschäftsführer Siegfried Köhsler, JG-Vorsitzende Annika Blutsch, Vizebürgermeister Gerhard Riegler und Landtagsabgeordnete Kerstin Suchan-Mayr an der B121. Sie schlagen die Errichtung einer Wildbrücke vor.
Foto: SPÖ
Entlang der B121 bei Mauer und Waldheim kommt es laut SPÖ immer wieder zu gefährlichem Wildwechsel. "Dieser endet für die Tiere in vielen Fällen tödlich und stellt auch für die Verkehrsteilnehmer eine Gefahr dar", sagt Amstettens Vizebürgermeister Gerhard Riegler. Die SPÖ und die Junge Generation schlagen daher die Errichtung einer Wildbrücke über die B121 vor. Bezirksförster Friedrich Hinterleitner hält die Westbahn in diesem Bereich allerdings für die größere Hürde für das Wild.
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Während die Amstettner Bevölkerung weiter wächst, schwindet der Lebensraum für viele Wildtiere, lautet der Befund der SPÖ. Hinzu komme, dass im Zuge der Corona-Pandemie mehr Spaziergänger und Sportler die Wälder, speziell die Forstheide, für sich entdeckt hätten. Der Wirbel, den die Menschen verursachten, verängstige aber das Wild. "In den Siedlungen rund um die B121 kam es bereits mehrfach zu Vorfällen, bei denen Rehböcke in Zäunen stecken blieben und dort verendeten. Außerdem versuchen öfters Tiere erfolglos die Bundesstraße Richtung Mauer zu überqueren. Das ist gefährlich für sie und natürlich auch für die Autofahrer“, sagt Annika Blutsch, Vorsitzende der Jungen Generation Amstetten.

Gemeinsam mit Riegler und Landtagsabgeordneter Kerstin Suchan-Mayr schlägt sie vor, eine Wildbrücke über die B121 und einen Zaun auf der Waldheimer Seite der Straße zu errichten. „Ich halte das an dieser Stelle für eine gute Möglichkeit, Tierschutz und die Erhöhung der Verkehrssicherheit zu kombinieren. Damit sorgen wir dafür, dass das Überqueren der Straße für Tiere gefahrlos möglich ist und ihr Lebensraum erweitert wird. Nachdem es sich bei der B121 um eine Landesstraße handelt, werde ich mich auf Landesebene für diese Maßnahme stark machen“, erklärt Suchan-Mayr

Riegler betont, wie wichtig Maßnahmen zum Tier- und Umweltschutz in der Gemeindepolitik sind: „Mit dem Kauf der Forstheide haben wir 2019 einen wichtigen Schritt in Richtung Umweltschutz gesetzt. Gerade in Anbetracht der Klimakrise und des Artensterbens müssen wir gemeinsam weitere Maßnahmen setzen. Dazu zählen unter anderem auch der Ausbau Erneuerbarer Energien, hohe Umweltstandards bei Bauprojekten und ein Verbot krebserregender Pflanzengifte wie Glyphosat.“

 Hohe Kosten

 Bezirksförster Friedrich Hinterleitner, selbst Jäger, ist auf Anfrage der NÖN keine Häufung von Wildunfällen im angegebenen Bereich der B121 bekannt. "Da müsste man aber die Jägerschaft in Mauer befragen, wie die Situation genau ist." Grundsätzlich seien Maßnahmen zum Schutz des Wildes natürlich zu begrüßen und die B121 eine wesentliche Grenze. Hinterleitner hält jedoch die nahe Westbahn in diesem Bereich für eine größere Hürde für das Wild als die Bundesstraße.

Dass Wildbrücken funktionieren hat sich an den Autobahnen gezeigt. Allerdings, so Hinterleitner, müssten diese, damit die Tiere sie wirklich annehmen, ziemlich groß und breit sein - und mit Wiesen und Hecken gut strukturiert. "Außerdem braucht man an beiden Seiten der Straße große Flächen um die Rampen gut aufbauen zu können. Die Kosten würden sicher bei einigen Millionen Euro liegen", schätzt der Bezirksförster.

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