Euratsfelder schlägt Alarm: Mehr Gift in der Au. Der Riesen-Bärenklau und weitere invasive Pflanzen gefährden heimische Flora.

Von Peter Führer. Erstellt am 24. Juni 2020 (05:25)
Franz Raab zeigt einen Riesen-Bärenklau, kurz bevor er diesen mit der Machete entfernt. Nahe der Ybbs treten die Pflanzen immer mehr auf. Bei Hautkontakt kommt es zu Verbrennungen.
Führer

Franz Raab aus Euratsfeld schlägt Alarm: In der Doislau, zum Beispiel in der Nähe der Haslau-Brücke, verbreitet sich der äußerst giftige Riesen-Bärenklau immer mehr. Dort hat sich die Pflanze etwa auf einem Gebiet von einem Viertel-Hektar angesiedelt.

„Im Natura- 2000-Gebiet bedrängt er die heimische Flora beziehungsweise verhindert er das Aufkommen einer weichen Au. Ich hab‘ auch eine Meldung an die Natura- 2000-Abteilung der Bezirkshauptmannschaft Amstetten gemacht, damit dort Maßnahmen zur Bekämpfung eingeleitet werden“, berichtet Raab.

Bei Kontakt kommt es zu Verbrennungen

Das Problem ist, dass der Riesen-Bärenklau beim Kontakt mit der Haut bereits zu schweren Verbrennungen führen kann. Eine große Gefahr für Spaziergänger und Wanderer. Um der Fläche Luft zu verschaffen, griff der Euratsfelder vor Kurzem selbst zur Machete und entfernte – nach Absprache mit dem Grundbesitzer – die giftigen Pflanzen.

„Wir müssen als Gesellschaft Bedrohungen in unserer Natur dringend wahrnehmen, dazu Neuland betreten, um die Natura-2000-Gebiete zu erhalten“, betont Raab. Er verweist darauf, dass sich nicht nur der Riesen-Bärenklau, sondern auch die Kanadische Goldrute, das indische Springkraut oder der Japanische Staudenknöterich längst in der Doislau und in der Forstheide immer mehr verbreiten.

„Diese Pflanzen sind invasiv und oft massiv verbreitet und werden zum Beispiel nicht von den Rehen gefressen“, so Raab. Die Pflanzen „wandern“ entlang wichtiger Verkehrsverbindungen und können sich so verbreiten. Sie richten massiven Schaden in der heimischen Flora an.

Vielen Menschen sind Gefahren nicht bewusst

Auch Bezirksförster Fritz Hinterleitner kennt das Problem. Er berichtet, dass die vermehrte Verbreitung grundsätzlich schon länger bekannt ist. „Die Straßenmeistereien haben teilweise schon Einschulungen bekommen, wie die Pflanzen richtig bekämpft werden können. Es gibt vereinzelt Plätze, wo die Pflanzen auftreten. Wenn es in der Nähe der öffentlichen Fläche ist, haben die Gemeinden versucht, die Pflanzen zu entfernen“, erklärt er.

Ein Problem sei, dass vielen Menschen die Giftigkeit des Riesen-Bärenklaus nicht bekannt ist. Außerdem gebe es derzeit rechtlich noch keine Bestimmungen, wie bei Auftreten dieser Pflanzen damit umzugehen ist. „Man kann die Grundbesitzer nur auf die Gefahren hinweisen, es gibt aber keine Verpflichtungen. Meistens wollen die Grundbesitzer die Pflanzen aber sowieso entfernen“, schildert Hinterleitner.