Kleinregions-Sitzung: Leerstand auf dem Prüfstand. Bürgermeister der Kleinregionen Ostarrichi Mostland und Donau-Ybbsfeld diskutierten über Leerstand und wie dieser vielleicht wieder mobilisiert werden könnte.

Von Peter Führer. Erstellt am 25. Februar 2021 (04:56)
Künftig sitzen nur noch 36 statt 37 Mandatare im Gemeinderat, ein Sitz bleibt leer.
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In der Vorwoche stand eine gemeinsame Sitzung der Bürgermeister der Kleinregionen Ostarrichi Mostland und Donau-Ybbsfeld auf dem Programm. Großes Thema unter anderem dabei: die Entwicklung des Leerstandes in den Gemeinden.

„Es war eine intensive Diskussion. Die große Frage ist: Wie können wir den Neubau im Grünen reduzieren und gleichzeitig jungen Menschen trotzdem ihr Eigenheim ermöglichen. Ein Ziel ist es, Altbestand neu zu nützen. Das geht aber nur, wenn die Immobilien verfügbar sind“, fasst Hannes Pressl (Kleinregionssprecher Donau-Ybbsfeld) zusammen.

„Das Problem ist, dass immer weniger Menschen in immer größeren Häusern wohnen.“Regionssprecher Hannes Pressl

Dafür würden sich diverse Lösungen anbieten. Neben einem Verkauf durch die Besitzer könnten vielleicht auch Modelle wie die Leibrente attraktiv sein.

„Natürlich können wir uns als öffentliche Hand nur schwer in den Markt einmischen. Es gibt ja Angebot und Nachfrage. Wir merken aber, dass sich Besitzer von Liegenschaften oft gar nicht mit dem Thema beschäftigen. Wir wollen uns natürlich nicht in den Besitz einmischen. Aber das Ziel ist, dass man vielleicht ein Bewusstsein für neue Nutzungsmöglichkeiten sammelt, bevor ein Gebäude in guter Lage leer steht“, führt Pressl aus.

In mehreren Gemeinden der Region wird nun eine Leerflächen- und Leerstandserhebung geplant, um einen Überblick zu erhalten. In Summe soll überbordendes neues Bauen im Grünen reduziert werden. „Die Gemeinden werden ja immer dafür verantwortlich gemacht, wenn ins Grüne gebaut wird. Das ist aber nur eine Seite. Wenn Jüngere auch ihr Eigenheim bauen wollen, wie das schon die Vorgänger-Generation machen konnte. Das wollen wir nicht komplett verwehren und wird es auch künftig geben“, sagt Pressl.

Dennoch sei es wichtig, auch (künftige) Leerflächen zu nützen. Nach einer Leerstandserhebung wäre die zweite Phase, den Besitzern neue Perspektiven für ihr Haus zu eröffnen. Dafür, was mit dem Haus sinnvollerweise vielleicht gemacht werden könnte.

„Das Problem ist, dass immer weniger Menschen in immer größeren Häusern wohnen. Ich verstehe, dass jeder alleine sein will. Das ist der Traum vieler Österreicher. Aber wir müssen mit den Ressourcen sparsamer umgehen.“ Allgemeines Ziel wäre, dass der eine oder andere künftig im Familienverband bleibe und nicht sein Haus ins Grüne baue. Das habe auch viele Vorteile, etwa bei den Abgaben oder zum Beispiel bei der Kinderbetreuung.