Genossenschaft will Schule kaufen

Erstellt am 03. April 2012 | 00:00
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PROJEKT / Nach Umsiedlung der Sporthauptschule in die neue Zentralschule soll das alte Haus in betreubare Wohnungen umgebaut werden. Die Vorbereitungen laufen.
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Vizebürgermeister Dieter Funke spricht sich für ein Projekt betreubares Wohnen in der alten Sporthauptschule aus. Der Bedarf sei gegeben.KNAPP
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VON HERMANN KNAPP

AMSTETTEN / Die Pläne, im alten Gebäude der Sporthauptschule - nach deren Übersiedlung in die neue Zentralschule - betreubare Wohnungen zu schaffen, werden immer konkreter.

Vizebürgermeister Dieter Funke hat schon vor Monaten Kontakt mit einer Siedlungsgenossenschaft aufgenommen. „Ich will den Namen noch nicht nennen, es handelt sich aber um eine Genossenschaft, die schon viele Projekte für betreubares Wohnen in NÖ umgesetzt hat“, sagt der ÖVP-Politiker.

Inzwischen hat der Wohnbauträger der Stadt auch schon ein Kaufangebot für das Schulgebäude gemacht. „Es hat dann auch eine Besprechung mit der Bürgermeisterin gegeben, bei der sie grünes Licht für die Ausarbeitung eines Projektes gegeben hat“, berichtet Funke.

Es gab auch schon einen Lokalaugenschein mit Architekten, bei der die Schule genau betrachtet wurde. „Das Gebäude würde Platz für etwa 20 bis 25 Wohnungen bieten. Der Turnsaal müsste geschleift werden. Auf diesem Areal könnte in einer zweiten Phase ein neues Haus gebaut werden, sodass insgesamt rund 40 bis 50 Wohnungen samt Gemeinschaftsräumen zur Verfügung ständen“, sagt Funke.

Es soll Einzelzimmer geben (manche auch mit einem Extraraum für Helfer im Rahmen der 24-Stunden-Pflege), aber auch größere Zimmer für Ehepaare.

Noch ist das alles Zukunftsmusik. Die Stadt wird natürlich ein Angebot eines zweiten Wohnbauträgers einholen. „Das ist legitim. Allerdings kommt es bei diesem Projekt nicht nur auf die baulichen Maßnahmen an, sondern auf das Gesamtkonzept, das beim betreubaren Wohnen geboten wird. Es muss eine Ansprechperson in der Gemeinde geben, im Bedarfsfall muss professionelle Pflege zur Verfügung stehen und vieles mehr“, sagt Funke.

Der Standort Kirchenstraße wäre für betreubares Wohnen jedenfalls ideal, weil Nahversorger fußläufig erreichbar sind und die alten Menschen Gelegenheit haben, mit anderen in Kontakt zu treten und an Aktivitäten in der Gemeinde teilzunehmen.

Die Schule soll im Herbst 2014 übersiedeln. Betreubares Wohnen wird in der Kirchenstraße voraussichtlich Ende 2015 oder im Jahr 2016 möglich sein.

Bedarf ist gegeben. Das bestätigt auch Seniorenbundobmann Johann Brandstetter: „Ich habe in meiner Sprechstunde immer wieder diesbezügliche Anfragen. Es gibt sicher 25 Leute, die sehnsüchtig darauf warten.“

Funke erinnert auch an einen Fragebogen, den die ÖVP im Wahlkampf 2010 zum Thema betreubares Wohnen ausgeteilt hat. „Wir haben da über 100 ausgefüllte Bögen mit Namen und Adresse. Diese Leute kann man alle kontaktieren, ob sie noch Interesse haben.“ Die Stadt werde, so Funke, aber auch per Fragebogen des Landes nochmals den Bedarf erheben.

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