Bezirk Amstetten: 59-Jähriger bedrohte Richter

Erstellt am 18. Januar 2022 | 11:07
Lesezeit: 3 Min
Gericht Symbolbild
Foto: APA (Symbolbild)
Bei einem Telefonat mit einer Beamtin des Jugendamtes stieß ein Mann aus dem Bezirk Amstetten gefährliche Drohungen gegen einen Richter aus. Nun stand er deswegen vor dem Kadi. Grund für seinen Ausbruch war eine, seiner Meinung nach, falsche Berechnung von Alimenten.
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Die Sache mit den Unterhaltszahlungen zog sich schon seit sechs Jahren hin. Weil es die zuständige Beamte bei der Bezirkshauptmannschaft Amstetten seiner Meinung nach nicht fertigbrachte, die Höhe der Alimente richtig zu berechnen, die ein 59-jähriger Amstettner zahlen muss, rief er die Mitarbeiterin des Jugendamtes an. Oft. Alle paar Tage, zwei Mal pro Tag. „Wir sind es gewohnt, dass Telefonate mit dem Herrn so laufen (nämlich, dass er sie aggressiv beschimpfe und sie als blöd hinstelle Anm. d. Redaktion)“, erzählt die Mitarbeiterin als Zeugin vor Gericht. „Aber, dass er konkret droht, ist vorher noch nie passiert.“

Konkret soll er gesagt haben: „Ich habe nachher noch einen Termin beim Richter, der kriegt eine auf die Nase, der wird schon noch sehen, wenn ich aufs Bezirksgericht komm!“ 

Das gibt der Mann auch zu: „Das ist mir im Zorn über die falsche Berechnung von den Alimenten rausgerutscht, der Richter kann eh nichts dafür“, sagt er vor Gericht.

Mit betreffendem Richter hatte er wegen des Alimente-Themas schon länger Kontakt. Der Richter gab zu Protokoll, dass der Angeklagte ihn im Supermarkt angesprochen habe und laut geworden sei, auch in einer  Bank, soll er ihn einmal streitlustig angesprochen haben. Zum Gerichtstermin am Tag an dem er die Drohung ausstieß, kam es jedoch nicht. Die Beamtin hatte den Richter angerufen und ihn vorgewarnt. Er habe aber sowieso nicht vorgehabt dem Richter „eins auf die Nase zu geben“, erklärte der 59-Jährige beim Prozess.

Der Richter, vor dem er jetzt steht, spricht ihn schuldig wegen gefährlicher Drohung. Die Strafdrohung für dieses Delikt geht bis zu einem Jahr Haft, er verurteilt ihn zu zwei Monaten bedingter Haft mit dreijähriger Probezeit. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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