Feine Oper mit einem Schuss Rührseligkeit. Jospeh Haydns spannende Oper „L´incontro improvviso“ beeindruckt beim 25-Jahr Jubiläum der Donaufestwochen.

Von Leopold Kogler. Erstellt am 08. August 2019 (06:05)
Reinhard Winkler, L. Kogler (2)
Elisabeth Breuer glänzt in der Rolle der persischen Prinzessin Rezia.

Ein heftiger Regenguss am Samstagabend verhindert die Aufführung von Joseph Haydns Oper „L´incontro improvviso“ (Die unverhoffte Begegnung) im romantischen Innenhof der Greinburg.

So erlebt die diesjährige Produktion zum silbernen Jubiläum im großen Rittersaal, einem der größten einheitlich gewölbten Renaissance-Säle Österreichs, eine stimmungsvolle Premiere. Nicht nur der Saal beeindruckt mit seinen Maßen, sondern auch die Thematik der Oper. Die Geschichte liefert einen Blick auf die faszinierende und farbenfrohe Welt des Orients. Alles ist geprägt von feiner, faszinierender und fantasievoller Schönheit. Wie überhaupt bei dieser Produktion die Ästheten im Vorfeld am Werk waren. Denn auch die Kostüme sind von erlesenem Geschmack und voller Schönheit.

Dazu kommt mit Manuela Kloibmüller noch eine Regisseurin, die der Musik vertraut und die sentimentale Geschichte einer entführten Prinzessin, die in der Hand eines autokratischen Herrschers ist und auf Befreiung wartet, ganz klar mit intimen kammerspielartigen Momenten, dem notwendigen Schuss an Rührseligkeit, aber auch als feine, ungemein vitale Liebesgeschichte inszeniert.

Viel Applaus

Viele der Szenen werden mit mitreißender Musik des L´Orfeo Barockorchesters unter der Dirigentin Michi Gaigg und den zauberhaften Stimmen der Akteure getragen. Das Publikum spendet immer wieder spontan Applaus. Es spürt die Kraft des gut zusammengestellten Ensembles: Elisabeth Breuer singt die persische Prinzessin Rezia mit schön geführtem Sopran und feiner Höhe, ihren geliebten Prinz Ali interpretiert Robert Bartneck mit einem wunderbaren Tenor mit strahlender Höhe.

Manches gelingt dabei sehr anrührend. Anna Willerding spielt und singt mit schönem Sopran Balkis, eine Dame aus dem Palast des Sultans. Den Sultan verkörpert ungemein klangvoll Michael Wagner. Das fernöstliche Kolorit und die sentimentale Geschichte werden sensibel zum Klingen gebracht.

Großer Jubel am Ende. Kein Zweifel: Die Donaufestwochen bieten zum Jubiläum ein besonderes Juwel.