Wirtschaftspark: Bauhöfe werden zusammengelegt. Neben Hofermarkt stehen Betriebsgründe zur Verfügung. Stadt baut dort auch einen zentralen Bauhof.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 27. Mai 2020 (05:12)
Präsentierten das Konzept für den Wirtschaftspark Mauer-Greinsfurth (von links): Ortsvorsteher Manuel Scherscher, Bürgermeister Christian Haberhauer, Vizebürgermeister Dominic Hörlezeder und Ortsvorsteher Anton Geister.
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Trotz Corona-Krise und zu erwartender finanzieller Einbußen nimmt die Stadt ein neues Großprojekt in Angriff: Die Zusammenführung der drei Bauhöfe auf einem neuen Standort und die Schaffung eines Wirtschaftsparks Mauer-Greinsfurth. „Wir halten es gerade jetzt für sehr wichtig, mit der Umsetzung strukturerhaltender Projekte Impulse für die regionale Wirtschaft zu setzen“, betont Bürgermeister Christian Haberhauer.

Die Zusammenlegung der Bauhöfe Hausmening und Greinsfurth ist seit längerer Zeit ein Thema. „Vor allem unser Bauhof in Hausmening ist räumlich beengt und auch baulich in die Jahre gekommen. Die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter sind längst nicht mehr optimal, daher haben wir Handlungsbedarf“, betont Ortsvorsteher Anton Geister.

Der Bauhof in Mauer ist zwar noch in gutem Zustand, liegt aber mitten in einem Siedlungsgebiet, was auch nicht ideal ist. Da auch beim großen Bauhof in Allersdorf Investitionsbedarf besteht, hat man sich nun dazu entschlossen gleich einen neuen zentralen Bauhof für Amstetten zu errichten. „Ich habe mir alle drei Bauhöfe vom Keller bis zum Dach angeschaut. Die Bausubstanz und auch das Wohlfühlklima für die Mitarbeiter entspricht den 70er- und 80er-Jahren“, sagt Haberhauer. Der Neubau macht für ihn in mehrfacher Hinsicht Sinn.

Verwertung der alten Bauhöfe kein Problem

Man schaffe damit Synergien betreffend Material, Maschinen und Fuhrpark, die Stadt bekomme einen modernen Bauhof in idealer Lage und man könne den rund 90 bis 100 Mitarbeitern künftig optimale Arbeitsbedingungen bieten. „Wir haben alle Betroffenen informiert und sie freuen sich schon darauf“, sagt der Bürgermeister.

Eine Nachnutzung für die drei alten Bauhöfe zu finden, werde nicht schwer sein, glaubt der Stadtchef. „Jener in Allersdorf liegt zum Beispiel ja in einem Betriebsgebiet, wo wir ohnehin Erweiterungsflächen für bestehende Firmen benötigen.“

Verbunden wird das Bauhofprojekt mit der Schaffung eines neuen Wirtschaftsparks Mauer-Greinsfurth. Im Bereich der ehemaligen „Dannergrube“ (neben dem Hofermarkt) stehen rund 58.000 Quadratmeter Grund zur Verfügung. 24.000 Quadratmeter gehören der Stadt. Auf diesem Areal soll der neue zentrale Bauhof entstehen. Die restlichen 34.000 Quadratmeter sind im Besitz von drei Eigentümern (Riedler, PORR, Lehner), die bereit sind, die Flächen für Betriebsansiedlungen zur Verfügung zu stellen.

„Wir wollen dort vor allem innovative Firmen haben. Sie finden optimale Bedingungen vor und auch eine sehr gute Verkehrsanbindung“, sagt Manuel Scherscher, Ortsvorsteher von Mauer-Greinfurth. Die unmittelbare Nähe des Areals zur Forstheide sei kein Nachteil, sondern ein Pluspunkt. „Denn das Wohlfühlgefühl der Mitarbeiter wird für Betriebe immer wichtiger und dort haben sie ein Naherholungsgebiet in unmittelbarer Nähe.“

Auch der Vizebürgermeister Dominic Hörlezeder sieht die Nachbarschaft von Betriebsgebiet und Forstheide nicht problematisch, sondern positiv. „Wir wollen zeigen wie man Wirtschaft und Grünraum optimal miteinander verbinden kann, ohne dabei das Natura-2000-Schutzgebiet aufzuweichen. Es soll ein Beispielprojekt für ganz Österreich werden“, betont der Grün-Politiker. Auch der Bauhof soll nach streng ökologischen Gesichtspunkten errichtet werden. „Er wird den neuesten Standards entsprechen und klimaneutral sein. Wir werden eine Photovoltaikanlage installieren und die Fassade begrünen. Angesichts des Klimawandels wird ja die Beschattung von Gebäuden immer wichtiger.“

Die Errichtung des neuen Bauhofs soll in drei Phasen erfolgen. Begonnen wird 2021. Im Jahr 2023 soll das Projekt abgeschlossen werden.

Die nötigen Verfahren zur Schaffung des Wirtschaftsparks sollen heuer abgewickelt werden. 2021 soll das Areal für Betriebsansiedlungen zur Verfügung stehen.

SPÖ fühlt sich zu wenig informiert

Die SPÖ kritisiert, dass da ein Projekt verkündet werde, für das weder im Finanz- noch im Stadtplanungsausschuss konkrete Unterlagen vorgelegt worden seien. „Wir wissen nichts Genaues über die Kosten solch eines Vorhabens und da sich die Stadt ja vor allem Richtung Osten entwickelt kann man schon auch die Frage stellen, ob eine Verlegung des Bauhofs in die entgegengesetzte Richtung Sinn macht“, sagt Vizebürgermeister Gerhard Riegler.