Feldhofer: Der „Mister Wiesn“. Der Amstettner Christian Feldhofer ist der Veranstalter des Wiener Wiesn Fests und macht Programm für 250.000 Gäste.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 29. September 2014 (10:43)
NOEN, Harald Klemm
Der Amstettner Christian Feldhofer (l.) - am Foto beim Bieranstich am Eröffnungstag - ist der Veranstalter des Wiener Wiesn Festes. Heuer werden bis zu 250.000 Besucher erwartet.
Christian Feldhofer (55) hat dieser Tage viel zu tun – schließlich ist er dafür zuständig, dass sich die 250.000 Gäste, die heuer bei der Wiener Wiesn erwartet werden, auch gut unterhalten. Der Am-stettner ist der Veranstalter des Großevents, das heuer zum vierten Mal über die Bühne geht und am 25. September seine Pforten geöffnet hat.

Mehr zu bieten als das Münchner Original

Zur Wiesn gekommen ist Feldhofer eher aus Zufall. „Vor vier Jahren kam einer meiner Klienten – ein Gastronom – zu mir und sagte, dass er sich auf der Wiesn engagieren wolle“, erzählt Feldhofer, der in Amstetten eine Steuerberaterkanzlei betreibt.

„Dadurch bin ich auf das Fest aufmerksam geworden. Als fünf Wochen vor dem Start die ursprünglichen Initiatoren abgesprungen sind, haben wir die Wiesn zu dritt übernommen.“ Feldhofer ist der Hauptgesellschafter der Veranstaltungs-GmbH, seine beiden Partner leiten die Gastronomie-Gmbh, betreiben selber das große Gösser-Zelt und auch noch andere Zelte und Almen.

Für Feldhofer ist die Wiener Wiesn längst eine Erfolgsgeschichte und hat sogar mehr zu bieten als das legendäre Münchner Oktoberfest. „Denn dort spielt in den Zelten immer die gleiche Musik. Wir bieten hingegen 140 Live-Konzerte mit 1.900 Musikern. Das ist einzigartig in Mitteleuropa.“

Rund 400 Stunden an Live-Unterhaltung

Zudem, so Feldhofer, bemühe man sich um besondere musikalische Leckerbissen: Heuer sind das unter anderem die „Spider Murphy Gang“ und erstmals die „Sumpfkröten“, die bisher das Weinzelt in München zum Brodeln brachten. „Insgesamt bieten wir unseren Gästen rund 400 Stunden Unterhaltung“, sagt der Amstettner. Der Eintritt bei den Konzerten beträgt 39 Euro. Montag- und Dienstagabends ist er frei, untertags sowieso.

Finanziell steht die Wiesn auf drei Säulen. Zur Hälfte finanziert sie sich durch die Eintritte, dann gibt es natürlich Werbeverträge mit Sponsoren. Die dritte Säule ist die Pacht, die die Gastronomen für ihre Zelte zahlen.

Die Organisation dieses Riesenevents nimmt das ganze Jahr in Anspruch. Dennoch bleibt Feldhofer noch genügend Zeit für seine Steuerkanzlei: „Ich habe in Wien eine sehr engagierte Geschäftsführerin und gute Leute im Büro.“

„Alle die einmal da waren, kommen auch gerne wieder“

Neben Feldhofer ist übrigens noch ein anderer Amstettner in Wien mit von der Partie – Max Mayrhofer von „artattack“. Er ist für die gesamte Werbung am Gelände zuständig. „Wir machen alle Beschriftungen, vom kleinsten Klohinweis bis zum Riesentransparent auf dem Riesenrad, und wir haben einen Kilometer Absperrgitter mit Werbung der Partner und Sponsoren des Festes verschönert“, sagt Mayrhofer.

Feldhofer freut sich, dass auch viele Amstettner die Wiesn besuchen. „Alle die einmal da waren, kommen auch gerne wieder“, sagt Feldhofer.

Trotz allen Stress bleibt auch dem Geschäftsführer dann und wann noch Zeit, eine Maß Bier zu trinken. Die ist mit 8,80 Euro übrigens noch deutlich billiger, als jene in München.