Feuerwehrhaus St. Peter/Au: Pläne fertig. Gemeinde und Florianis suchen um finanzielle Unterstützung des Landes für das Vorhaben an.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 21. Juli 2021 (05:39)

„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und können dem Land für das Projekt Feuerwehrhaus einen klaren Plan vorlegen. Unser Wunsch wäre, dass Gemeinde, Feuerwehr und Land jeweils ein Drittel der Kosten übernehmen. Mit diesem Anliegen werden wir an Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner herantreten“, sagt Bürgermeister Johannes Heuras.

Mehrere Gebäude geplant

Die Arbeit am Projekt war im Vorjahr und auch noch im Frühjahr aufgrund der Corona-Situation nicht einfach. Doch Feuerwehr und Gemeinde ließen sich davon nicht entmutigen. Das nun vorliegende Konzept ist auch bereits mit dem Landesfeuerwehrverband abgesprochen und akkordiert. Neben dem Verwaltungsgebäude wird es fünf Garagen geben. Das ist deshalb notwendig, weil in St. Peter auch Geräte des Feuerwehrabschnittes deponiert sind – der Atemschutzkompressor zum Beispiel.

Im Projekt ist auch ein Waschplatz vorgesehen, dessen Finanzierung allerdings zur Gänze die Gemeinde übernimmt, weil er von allen fünf Feuerwehren genutzt werden soll. Für die Jugend wird es an der Rückseite des Gebäudes eine Rasenfläche geben, die sich für das Bewerbstraining eignet.


Feuerwehrhaus auch gleich Lärmschutz

Das Feuerwehrhaus wird parallel zur Bundesstraße 122 errichtet und damit auch gleich als Lärmschutz für die dahinterliegende Siedlung fungieren. Die Gemeinde hat sich aber mit der Anordnung des Gebäudes auch die Möglichkeit offengelassen, weitere Flächen in diesem Bereich, die zu „Betriebsgebiet emissionsarm“ werden könnten, kanal- und verkehrstechnisch zu erschließen. „Hätten wir das nicht getan, dann wäre dort die Zufahrt nur noch über die Voralpensiedlung möglich und das wollten wir natürlich nicht“, sagt Heuras.

„Wir haben vereinbart, dass die Feuerwehr diese Summe im Laufe der nächsten 30 Jahre abarbeiten wird“ Johannes Heuras

Gemeinde und Feuerwehr haben auch bereits einen Zeitplan für die Umsetzung des Projekts ausgearbeitet. Der Baustart ist im Herbst 2022 geplant, 2024 soll das neue Haus fertig sein. Eine große Herausforderung ist es natürlich, vor allem für die Florianis selbst, ihren Teil der Kosten aufzubringen. Rund 300.000 Euro wollen sie mit Geldreserven, Spenden und vor allem durch Eigenleistungen erbringen. Für weitere 500.000 Euro wird die Gemeinde in Vorleistung gehen. „Wir haben vereinbart, dass die Feuerwehr diese Summe im Laufe der nächsten 30 Jahre abarbeiten wird“, sagt Heuras.

Den Finanzierungsanteil der Florianis grundsätzlich zu reduzieren, kam für die Gemeinde nicht infrage. „Denn auch bei den Feuerwehrhäusern in den Katastralgemeinden, die in letzter Zeit errichtet wurden, gab es diese Drittel-Teilung der Kosten“, betont Heuras.

Die Kommune steht nun selbst vor der Herausforderung, ihren Anteil in Höhe von knapp einer Million und die 500.000 Euro Vorleistung für die Feuerwehr aufzubringen. Da kommt es gerade recht, dass der Bund die Antragsfrist für die Förderung von kommunalen Investitionen aus der „Corona-Gemeindemilliarde“ bis 31.12.2022 verlängert hat. „Denn dieses Geld, rund eine halbe Million Euro, werden wir nun für das Feuerwehrhaus in Anspruch nehmen“, sagt Heuras. Andernfalls wäre es in die Sanierung der Schule in Kleinraming geflossen.

„Da werden die Verkehrsplaner beim Land verschiedene Varianten prüfen und uns dann präsentieren" Johannes Heuras

Offen ist derzeit noch, wie das Feuerwehrhaus verkehrstechnisch an die B122 angeschlossen wird. „Da werden die Verkehrsplaner beim Land verschiedene Varianten prüfen und uns dann präsentieren“, sagt der Ortschef. Kniffelig ist die Situation in diesem Bereich auch deshalb, weil dort oft Spaziergänger die Bundesstraße in Richtung Burgholz queren.