"Treffpunkt"-Baubeginn im September. Stadtsaal wird um fünf Millionen Euro in „Treffpunkt“ für Vereine und Bürger verwandelt.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 13. Juni 2020 (04:38)
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Präsentierten die Pläne für den Stadtsaal (von links): Baudirektor Manfred Heigl, Ortsvorsteher Anton Geister, Stadtchef Christian Haberhauer und Vizebürgermeister Dominic Hörlezeder.
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Im September wird der „Spatenstich“ für den Umbau des Stadtsaales erfolgen. Das verkündeten Bürgermeister Christian Haberhauer und Ortsvorsteher Anton Geister in der Vorwoche bei einer Pressekonferenz im Rittersaal des Schlosses. Der Ort war bewusst gewählt.

„Denn ich sehe das Projekt Stadtsaal nicht isoliert. Was dort entsteht, wird auch Auswirkungen auf das Schloss haben. Die beiden Anlagen gehören künftig gemeinschaftlich bespielt“, erklärte der Stadtchef. Der Begriff „Stadtsaal“ hat für ihn übrigens ausgedient. „Mit dem Umbau soll aus dem Gebäude ein Treffpunkt für Ulmerfeld-Hausmening-Neufurth werden, ein Ort der Begegnung für die Menschen aus diesen Ortsteilen“, sagt Haberhauer. Wie das Haus künftig heißen soll, will er mit den Bürgern in einem Namensfindungsprozess erarbeiten.

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So wird sich der Stadtsaal im Spätherbst 2021 den Besuchern präsentieren.Architekturbüro Tauber
Architekturbüro Tauber

Besonders freut sich natürlich Ortsvorsteher Anton Geister auf die Umgestaltung des Stadtsaales. Innen wird die Bausubstanz zur Gänze ausgehöhlt und die Raumaufteilung verändert. „Der Haupteingang bleibt, wo er ist, allerdings wird der Eingangsbereich ein Stück zurückgesetzt, sodass ein kleiner überdachter Vorplatz entsteht. Durch eine Rampe wird der Zugang zudem barrierefrei“, berichtet der VP-Politiker.

Geändert hat sich gegenüber den Plänen, die schon vor der Gemeinderatswahl auf dem Tisch lagen, vor allem der Gastrobereich. „Wir wollen auf 220 Quadratmetern optimale Bedingungen für ein Catering bieten und damit auch Synergien mit dem Schloss nutzen. Wir hatten im Jahr 2019 dort 25 Trauungen und acht Taufen. Künftig könnte die Feier danach im neuen, modernen Stadtsaal stattfinden – mit Blick auf das Schloss“, erklärt Geister.

Saal wird auch künftig 400 Personen fassen

Der Gastronomiebereich kann für kleinere Veranstaltungen genutzt werden, für größere Events steht der Saal zur Verfügung, wo auch künftig 400 Leute Platz haben werden. Er wird durch mobile Trennwende teilbar sein.

Den Gastrobereich lässt die Stadt übrigens auch gewerberechtlich bewilligen. „Unser Ziel ist ja, das Haus stark zu beleben und vielleicht findet sich in ein paar Jahren ein Gastronom, der es dauerhaft nutzen will. Dann soll das ohne große Verfahren möglich sein“, sagt Haberhauer.

Dass beim Umbau Klimaaktiv-Kriterien erfüllt werden, darauf legt Vizebürgermeister Dominic Hörlezeder großen Wert. „Das Gebäude wird den Niedrigenergiestatus erfüllen. Es erhält eine moderne Haus- und Lüftungstechnik und natürlich eine Photovoltaikanlage. Durch die geplante Dachbegrünung sorgen wir für ein angenehmes Raumklima“, betont der Grünpolitiker.

Zwei Drittel der rund 2.000 Quadratmeter Fläche im Haus werden künftig von Vereinen genutzt. Ein Aufenthaltsraum soll für alle offen stehen. „Denn wir möchten auch, dass es zu noch mehr Austausch unter den Mitgliedern der Vereine kommt“, betont der Stadtchef.

Welche Vereine Räumlichkeiten mieten werden, wollte man noch nicht verkünden. Laut Stand vom Dezember 2019 werden es aber wohl die Stockschützen, die Naturfreunde, Atus, der Schützenverein Theresienthal, der Pensionistenverband, die Jugendarbeit Westrand, die Schlossteufeln und die evangelikale Kirche sein.

Musikverein dürfte auch übersiedeln

Gespräche laufen auch mit dem Musikverein Ulmerfeld-Hausmening. Sollte dieser in den Stadtsaal übersiedeln, würde sich im Schloss Raum für neue Nutzungsmöglichkeiten bieten. Im Untergeschoß wird es künftig auch einen 75 Quadratmeter großen Multifunktionsraum geben, der angemietet werden kann. Dafür wird ein eigener Lichtschacht errichtet. Die Kosten des Umbaus sind, wohl durch die Ausweitung des Gastrobereichs, von 4,6 Millionen auf fünf Millionen gestiegen. Bauzeit: ein Jahr.

Zustimmung zum Umbau kommt auch von der SPÖ. Stadträtin Beate Hochstrasser findet es „richtig und wichtig, dass die neue Stadtregierung dieses Projekt, das wir noch vor der Gemeinderatswahl initiiert haben, nun rasch umsetzen will. Der schnelle Baustart ist im Sinne der Menschen in unserem Ortsteil, der durch den neuen Stadtsaal eine deutliche Aufwertung erfährt.“