Erstellt am 31. August 2015, 08:09

von Hermann Knapp

Grundablöse geschafft: Umfahrung kann gebaut werden. Am Donnerstag der Vorwoche hat der letzte Eigentümer unterschrieben: Westspange und Hochwasserrückhaltebecken können somit endlich gebaut werden.

Ortschef Johann Spreitzer und Altbürgermeister Franz Deinhofer beim Kreisverkehr in den künftig auch die Westspange einmünden wird. Foto: Knapp  |  NOEN, Hermann Knapp
Der Donnerstag, 27. August, wird wohl als historisch wichtiges Datum in die Annalen der Gemeinde eingehen. Denn an diesem Tag hat der letzte Grundbesitzer das nötige Areal für den Bau der Westspange Richtung Waidhofen abgetreten.

Gespräche begannen bereits im Jahr 2012

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Damit hat er zugleich auch den Weg für die Errichtung des großen Rückhaltebeckens im Trefflingtal geebnet, das den Seitenstettner Ortskern künftig vor Jahrhundertfluten bewahren soll.

Beide Projekte sind eng miteinander verwoben. Um das Hochwasserschutzprojekt verwirklichen zu können, muss die LH 88 verlegt werden.

Schon im Jahr 2012 begannen die Gespräche mit den Grundbesitzern. Unzählige Verhandlungen und zahlreiche Projektveränderungen später ist es nun geschafft. Die Firma Steiner hat als letzter von zehn Eigentümern ihre Zustimmung gegeben. Für sie sind die Veränderungen durch das Projekt aber auch besonders einschneidend.

Die Legehennenhallen und die Aufzuchthalle des Betriebes werden künftig nämlich durch die neue Umfahrungsstraße geteilt. Kein Wunder also, dass das Unternehmen eine Begleitstraße und Möglichkeiten zur gefahrlosen Querung der LH 88 forderte.

Alle Ziele aus dem Jahr 2005 erreicht

Altbürgermeister Franz Deinhofer freut sich natürlich sehr darüber, dass nun grünes Licht für beide Projekte gegeben werden kann. „Im Jahr 2005 haben wir dem Land unsere Vorhaben vorgelegt – die Nordspange, die Westspange und das Retentionsbecken. Der zuständige Beamte beim Land hat gemeint, dass das vielleicht etwas viel für eine Gemeinde ist. Aber wir haben es auf Schiene gebracht.“

Die Nordspange wurde ja schon 2008 in Betrieb genommen. Damals begannen auch die ersten geologischen Untersuchungen für das Rückhaltebecken. Ab April 2011 verhandelte Deinhofer mit sechs Grundbesitzern und schon im Juli 2012 hatten alle unterschrieben.

Der erste Entwurf für die Westspange lag im Jahr 2009 auf dem Tisch. Die Verhandlungen über die Grundablöse verliefen bei diesem Projekt aber zäh. Deinhofer konnte mit acht von zehn Grundbesitzern eine Einigung erzielen.

Die Gespräche zum erfolgreichen Abschluss zu bringen oblag seinem Nachfolger Johann Spreitzer. „Ich möchte mich bei allen Grundeigentümern herzlich dafür bedanken. Manche haben auch Nachteile in Kauf genommen, um die, für Seitenstetten so wichtigen Projekte zu ermöglichen“, sagt der Ortschef.

Baubeginn für die Umfahrung und das Rückhaltebecken wird voraussichtlich im Frühjahr 2017 sein. Jetzt läuft erst einmal die Detailplanung für die Umfahrung an, dann wird ausgeschrieben.

Retentionsbecken für eine Jahrhundertflut

Die Pläne für das Retentionsbecken liegen ja schon länger fix und fertig auf dem Tisch. Es soll rund 238.000 Kubikmeter Wasser fassen. Damit sollten Überflutungen des Ortskerns Geschichte sein. Zuletzt stand ja im Jahr 2002 im Gasthaus Ott das Wasser 1,6 Meter hoch.

Rund 90.000 Kubikmeter Material werden nötig sein, um den Damm für das Rückhaltebecken aufzuschütten. 60.000 Kubikmeter davon werden praktischer Weise beim Bau der Umfahrungsstraße gewonnen.

Schon im kommenden Jahr könnte übrigens auch der Umbau der Ott-Brücke im Ort beginnen. Sie ist bei Hochwasser ja ein gefährliches Nadelöhr. Derzeit können in der Sekunde dort rund 25 Kubikmeter Wasser durchfließen, künftig sollen es 35 Kubikmeter sein.

Spreitzer und Deinhofer sind sich einig, dass mit den beiden Projekten „ein Meilenstein in der Geschichte der Gemeinde gesetzt wird.“ Erfreut über den Abschluss der Verhandlungen zeigt sich aber auch SP-Chef Alois Schlager: „Wir haben ja seit Jahren darauf gedrängt, dass dieses Projekt verwirklicht wird. Der Einsatz aller Beteiligten hat sich gelohnt.“