Arbeitsmarkt angespannt. Im ersten Halbjahr 2014 waren im Vergleich zum Vorjahr um 244 Personen mehr pro Monat (plus 10,6 Prozent) arbeitslos. Verstärkt sind „Problemgruppen“ betroffen.

Erstellt am 23. Juli 2014 (07:01)
NOEN, Mag. Barbara V. Ederer
»Am Stellenmarkt zeigt sich im Juni doch wieder ein Lichtblick«, erklärt AMS-Chef Harald Vetter. Foto: B.V.Ederer

Das Arbeitsmarktservice (AMS) Amstetten zog eine Arbeitsmarktbilanz für das erste Halbjahr 2014. Diese fiel doch recht ernüchternd aus.

Gegenüber 2013 über 10 Prozent mehr Arbeitslose

„Obwohl wir im Niederösterreich-Vergleich im Mostviertel noch immer die niedrigsten Arbeitslosenquoten haben, ist in Summe die Konjunktur nach wie vor zu schwach, um unter diesen Bedingungen eine Verringerung der Arbeitslosigkeit zu ermöglichen“, erklärt AMS-Geschäftsstellenleiter Harald Vetter. „Gegenüber dem ersten Halbjahr 2013 waren durchschnittlich pro Monat um 244 Personen, also plus 10,6 Prozent, mehr arbeitslos.“

Insgesamt waren im ersten Halbjahr 2014 im Monatsschnitt 2.545 Personen (1.055 Frauen, 1.490 Männer) im Bezirk Amstetten arbeitslos. Während bei den Jugendlichen die Arbeitslosigkeit kaum angestiegen ist, sind Personen über 55 Jahre (+24,8 Prozent) und Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen (+37,1 Prozent) überproportional stark von der steigenden Arbeitslosigkeit betroffen gewesen.

Betriebe boten um 5,3 weniger freie Stellen an

Das gedämpfte Wirtschaftswachstum brachte auch ein vorsichtiges Einstellverhalten der Unternehmen mit sich, sodass dem AMS Amstetten im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr um 5,3 Prozent weniger freie Stellen von den Betrieben zur Besetzung gemeldet wurden. „Zum Halbjahresende im Juni zeigt sich am Stellenmarkt doch ein Lichtblick, es wird wieder mehr Personal von den Betrieben gesucht als vor einem Jahr“, so AMS-Chef Vetter. Insgesamt waren beim AMS monatlich 371 offene Stellen gemeldet.

Für die weitere Entwicklung im heurigen Jahr wird eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitskräften prognostiziert. Die Arbeitsmarktlage bleibt jedoch weiterhin angespannt. Wirtschaftsforscher erwarten nämlich ein beschleunigtes Beschäftigungswachstum erst für 2015. Das Arbeitsmarktgeschehen wird heuer aber weiterhin durch eine anhaltend starke Zunahme des Arbeitskräfteangebotes dominiert. Somit kommt es auch im zweiten Halbjahr 2014 zu einem neuerlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit.

2.713 Amstettnern gelang der Wiedereinstieg

„Unser Ziel für das zweite Halbjahr wird sein, die erfreuliche Steigerung bei den offenen Stellen mit Ende Juni für die Vermittlung unserer Arbeitsuchenden zu nützen. Gleichzeitig wollen wir durch die vielen guten Kontakte zu den Betrieben, auch für die Problemgruppen – also Ältere und gesundheitlich eingeschränkte Personen – freie Stellen akquirieren und Förderprogramme für diese Zielgruppen anbieten“, erklärt Vetter.

Für den Erfolg des AMS Amstetten selbst sprechen folgende Zahlen von Jänner bis Juni 2014: Rund 1.900 freie Stellen wurden mit einer passenden Arbeitskraft über AMS-Mitarbeiter, Online-Services oder andere Vermittlungskanäle besetzt. 2.713 arbeitslosen Amstettnern ist im ersten Halbjahr mit Unterstützung der AMS-Berater der Wiedereinstieg ins Berufsleben gelungen. 45 Prozent aller Teilnehmer an einer AMS-Schulung fanden innerhalb drei Monaten nach Kursende einen Job .