Tierretterin fand entlaufene Katze nach Monaten wieder. Seit Ende Dezember suchte Tierretterin Monika Karlinger mithilfe der Bevölkerung nach einem entlaufenen schwarzen Kater.

Von Sabine Hummer. Erstellt am 24. März 2020 (04:32)
Monika Karlinger stellte zahlreiche Futterstellen auf, um den entlaufenen Kater zu finden.
Hummer

In Zeiten der Coronakrise sind gute Nachrichten rar. Eine gibt es aber aus St. Peter zu vermelden. Kater Schnurrli ist wieder bei seinen Besitzerinnen. Er ist noch recht schüchtern und meistens beobachtet er das Geschehen von seinem Lieblingsplatz am Kasten. Immer öfter kommt er aber schon zum Kuscheln. „Es ist schön, zu sehen, dass es ihm immer besser geht“, freut sich Monika Karlinger, die den schwarzen Kater wegen der Coronakrise nicht mehr besuchen darf (daher gibt es auch kein aktuelles Foto). Jeden Tag erkundigt sie sich aber nach seinem Befinden und freut sich, dass sich die Anstrengungen der vergangenen Monate letztendlich bezahlt gemacht haben.

Seit Ende Dezember hat sich die Künstlerin und Tierliebhaberin der Suche nach dem entlaufenen Kater verschrieben. „Die Katze ist vergangenen Herbst zwei Frauen in St. Peter zugelaufen. Ein Nachbar meinte, sie könnte einer Verwandten in St. Johann gehören und wollte das Tier zur vermeintlichen Besitzerin bringen. Beim Transport entkam der verängstigte Kater“, erzählt Karlinger.

Sie setzte daraufhin alle Hebel in Bewegung, um Kater Schnurrli zu finden. Es gab Suchmeldungen bei Polizei, Tierärzten, Tierschutzvereinen, Gemeinden, Schulen und via Facebook, aber auch viele Futterstellen, die auf ihre Bitte um Unterstützung in der Region St. Johann aufgestellt wurden. „Ich habe wirklich Tag und Nacht gesucht, weil mich das Schicksal des armen Tieres so bewegt hat“, sagt Karlinger.

Sogar die Jäger hielten Ausschau nach dem Tier

Sogar die Jägerschaft hat ihre Mithilfe angeboten und Ausschau nach dem Kater mit der auffälligen Zeichnung – ganz schwarz und weiße Punkte am Hals, die wie eine Perlenkette aussehen – gehalten. Vorerst fehlte von ihm aber jede Spur. „Wie sich herausgestellt hat, dürfte sich der Kater in eine ganz andere Richtung bewegt haben, als vermutet und über Url, Zaucha und die Lärmschutzwände der Bahn hinweg den Weg nach Seitenstetten gefunden haben“, wurde Monika Karlinger hellhörig, als ihr eines Abends Ende Februar die Nachricht „Wer vermisst seine schwarze Katze?“ geschickt wurde. „Ich habe sofort geschaltet und dort angerufen. Man hat mir erzählt, dass das Tier kläglich schreit und das hingestellte Futter verschlungen hat, als ob es kein Morgen gäbe.“

Mit der Besitzerin ist Monika Karlinger noch spätabends nach Seitenstetten gefahren, um die Katze zu suchen. Und tatsächlich: Es handelte sich um Kater Schnurrli. Fangen ließ er sich aber nicht. Mehrere Tage stellte Karlinger mit großer Unterstützung zahlreicher Seitenstettner Futterstellen auf, auch Wildkameras und Nachtsichtgeräte kamen zum Einsatz. „Wir haben eine Katzenfalle mit Decken eingehüllt und als Futterplatz getarnt und diese mit den Kameras beobachtet“, erzählt Karlinger.

Am 7. März schnappte die Falle schließlich zu. Im Vorfeld waren alle umliegenden Nachbarn gebeten worden, ihre Katzen eine Nacht lang nicht ins Freie zu lassen. Das eingeschüchterte Tier wurde zu seinen Besitzerinnen gebracht, die es freudestrahlend in Empfang nahmen. „Die Begegnung war sehr ergreifend. Als der Kater seine Frauchen erkannte, wurde er ganz ruhig und hat sich streicheln lassen“, freut sich Karlinger über das Happy End.