Dorferneuerung für Mauer geplant. Ortsvorsteher Bernhard Wagner möchte Prozess noch heuer starten und lädt zur Mitarbeit ein.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 03. April 2019 (04:00)
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Ortsvorsteher Bernhard Wagner auf dem Hauptplatz in Mauer. Das Grün soll erhalten bleiben und der Bereich eine hohe Aufenthaltsqualität für alle Generationen bekommen.
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Ortsvorsteher Bernhard Wagner will für den Ortsteil einen Dorferneuerungsprozess ins Leben rufen. „Ich habe Vereinsvertreter beim Treffen für die Flurreinigung schon einmal vorab darüber informiert und werde sie nun natürlich auch noch zu einem offiziellen Gespräch einladen“, sagt der SP-Politiker. Ihm gehe es darum Vereine, Politik, Verwaltung und natürlich besonders die Bürger intensiv in das Projekt einzubinden. „Wer sich dafür interessiert, kann sich auch jetzt schon bei mir melden“, sagt Wagner. Geplant ist auch ein großes Dorfgespräch, bei dem die Anliegen der Bevölkerung erfragt werden sollen.

Dorferneuerungsprozess läuft über vier Jahre

„Der erste Schritt wird aber sein, dass wir gemeinsam mit der NÖ-Regional, die uns in diesem Prozess begleitet, ein Zukunftsleitbild für den Ortsteil Mauer erarbeiten“, erklärt Wagner. Dieses muss dann vom Gemeinderat in Amstetten beschlossen werden und erst danach kann der Dorferneuerungsprozess offiziell starten. Dieser läuft dann über vier Jahre. „Mein Ziel wäre es, dass wir heuer noch einsteigen können.

Das heißt aber, dass der Beschluss über das Leitbild in der Juni-Sitzung des Gemeinderats fallen muss. Daher möchte ich auch alle Mauringer bitten, sich jetzt schon Gedanken zu machen, was wir tun können, um den Ortsteil noch attraktiver und lebenswerter zu gestalten“, sagt der Ortsvorsteher. Dass die Lebensqualität in Mauer grundsätzlich eine sehr gute ist, belegt für Wagner die Bevölkerungsentwicklung. Die Zahl der Hauptwohnsitzer ist seit 2015 um neun Prozent auf 2.315 gestiegen.

Hauptplatz wird ein wichtiges Thema sein

Im Rahmen der Dorferneuerung wird es um das Zusammenleben im Ort genauso gehen wie um Wohnbau, Wirtschaft, Freizeit und Kultur sowie Energie, Umwelt und Mobilität. „Ein wichtiges Thema wird natürlich der Hauptplatz sein. Da hat ja noch mein Vorgänger Toni Ebner eine Umfrage gemacht, die das Büro Benesch ausgewertet hat. Wir wollen, dass der Bereich eine hohe Aufenthaltsqualität für alle Generationen bekommt und auch vielfältig nutzbar ist“, betont der Ortsvorsteher.

Das hochwertige Grün soll auf jeden Fall erhalten bleiben. Auch die Platanen, die mit ihren Wurzeln den Asphalt sprengen, werden zumindest zum Teil bleiben. Man will andere Möglichkeiten suchen, um das Problem zu lösen. Wagner möchte künftig auch die Geschichte des Ortsteils mehr in den Fokus rücken. Immerhin war Mauer eine ehemalige Römergarnison und kann mit dem Jupiter Dolichenus einen kulturhistorisch wichtigen Fund vorweisen.

Arzt und Gasthaus als Thema

Vom Tisch ist für den Ortsvorsteher die Idee, auf der Landeswiese eine gemeinsame Mittelschule für Hausmening und Mauer zu bauen. „Wir wollen vor allem die Qualität unserer eigenen Schule heben“, sagt der SP-Politiker. Natürlich wird man sich im Rahmen des Dorferneuerungsprozesses auch den Themen Arzt und Gasthaus widmen. „Auf beides hat die Gemeinde aber nur bedingt Einfluss. Die leerstehende Praxis werden wir auf jeden Fall vorerst erhalten, auch im Hinblick auf die Landarztgarantie. Das Land hat ja versprochen,Ordinationen, die länger als ein Jahr vakant sind, durch angestellte Allgemeinmediziner von Landeskliniken betreuen zu lassen“, sagt Wagner.

Läuft der Dorferneuerungsprozess gut, will Wagner ihn übrigens auch für den Ortsteil Greinsfurth andenken.