Amstettner Stadterneuerung: „Da kommt etwas Großes ...“. Prozess startet am 2. Juli mit interaktiver TV-Show. 40 Projekte in der Pipeline. Hauptplatz wird zentrales Thema sein.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 24. Juni 2020 (05:53)
Der Hauptplatz wird eines der zentralen Themen des Stadterneuerungsprozesses sein. Nächstes Jahr soll die Umgestaltung starten.
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Am 2. Juli steigt Amstetten zum zweiten Mal in die Stadterneuerung ein. Erstmals geschah das im Jahr 2000. Dem damaligen Bürgerbeteiligungsprozess entsprangen unter anderem das innerstädtische Verkehrskonzept oder der Ybbsuferweg. Auch diesmal geht es um wichtige Weichenstellungen für die Stadt.

„Nächstes Jahr wird man am Hauptplatz etwas sehen.“Bürgermeister Christian Haberhauer gibt sich noch kryptisch...

Eines der zentralen Themen wird natürlich die Gestaltung des Hautplatzes sein. Nach zahlreichen Expertisen und Entwicklungsprozessen (Citykompass, Smart City etc.) in den letzten Jahren will die neue Stadtführung da endlich Nägel mit Köpfen machen.

„Nächstes Jahr wird man am Hauptplatz etwas sehen. Zuvor müssen wir das noch mit den Innenstadtgeschäften abstimmen, aber da kommt etwas Großes“, gibt sich Bürgermeister Christian Haberhauer noch kryptisch. Es gehe auf jeden Fall darum, zu zeigen, wofür die Stadt Amstetten stehe und da sei der Hauptplatz das wichtigste Element dafür.

In Kürze wird übrigens in dessen oberen Bereich eine Markierung angebracht, die die Neugier der Bevölkerung wecken soll. „Über den Sommer wird dort dann ein Objekt entstehen, das den Stadterneuerungsprozess transparent macht und wo die Leute hinkommen und sich auch austauschen können“, kündigt der Stadtchef an.

Herzstück der Stadterneuerung (SAM) ist natürlich die Bürgerbeteiligung. Aufgrund der Coronakrise ist diese noch nicht in gewohnter Form mit großen Versammlungen möglich. Daher wurden in den letzten Wochen alternative Formate entwickelt.

Die Bürger sollen via Internet mitdiskutieren

„Am 2. Juli werden wir den Startschuss von der Remise aus in Form einer TV-Sendung mit interaktiver Bürgerbeteiligung geben“, sagt Vizebürgermeister Markus Brandstetter, Obmann des Stadtplanungsausschusses. Die Bürger werden also via Internet (www.facebook.com/ StadterneuerungAmstetten bzw. via tinyurl.com/SAM-Amstetten) dabei sein und auch an der Diskussion teilnehmen können.

Weitere Veranstaltungen sollen folgen, zudem sind Arbeitsgruppen zu vier wichtigen Themenbereichen geplant, an denen Bürger sich beteiligen können: Innenstadtentwicklung, Leben, Mobilität und Jugend.

„Jugend ist für mich dabei die wahrscheinlich sogar wichtigste Gruppe. Denn die Jugendlichen werden später in der Stadt, die wir jetzt entwickeln, Verantwortung tragen. Wir wollen ihnen daher die Möglichkeit geben, sich mit eigenen Ideen einzubringen“, sagt Brandstetter.

Präsentierten den Stadterneuerungsprozess (von links): Baudirektor Manfred Heigl, Maria Huemer, NÖ.Regional.GmbH, Bürgermeister Christian Haberhauer, Vizebürgermeister Markus Brandstetter, Irene Kerschbauer, NÖ.Regional.GmbH und Stabstellenleiterin Clarissa Schmitz.
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In Sachen Mobilität will man den Schwerpunkt vor allem auf Alternativen zum Auto legen. „Wir wollen das Motto Amstetten als Stadt der kurzen Wege in die Tat umsetzen und die fußläufigen Verbindungen beleben. Wir haben ja lässige Durchgänge, die viele vielleicht nicht so gut kennen“, sagt Brandstetter.

Geplant sind im Zuge der Stadterneuerung auch Stadtspaziergänge. Ein „unterirdischer“ mit Heiner Brachner durch den Gschirmbach, ein „oberirdischer“ mit Architekt Dominik Scheuch und sogar ein „überirdischer.“ „Wir wollen die Menschen ihre Stadt neu entdecken lassen“, kündigt Brandstetter an.

Insgesamt sind 40 Projekte in der Pipeline, die im Rahmen des Stadterneuerungsprozesses bis zum Jahr 2023 angegangen werden sollen und für die sich die Stadt auch Fördergelder abholen will. Unter anderem soll der Bauernmarkt am Samstag attraktiviert werden (zum Beispiel mit Frühschoppen) und der verfallene Pfarrgarten bei der Kirche St. Stephan soll aus seinem Dornröschenschlaf wachgeküsst und in eine innerstädtische Grünoase verwandelt werden.

Im Herbst soll das Leitbild fertig sein

Bis Herbst soll das Leitbild für die Stadterneuerung stehen, das dann die konkreten Projekte samt Zeitplan enthält. Begleitet wird die Gemeinde in diesem Prozess von der NÖ.Regional.GmbH. Die Kosten dafür belaufen sich auf 120.000 Euro, wobei zwei Drittel gefördert werden.

„Die Stadterneuerung soll eine gemeinsame Reise mit den Bürgern sein. Je besser uns gelingt, die Menschen mitzunehmen und die Kräfte zu bündeln, umso lebendiger wird der Prozess ablaufen und umso besser werden auch die Ergebnisse und Projekte sein“, lädt Haberhauer alle Bürger zur aktiven Mitarbeit ein.

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