Zentrumsgestaltung in Amstetten: Die Pläne sind fertig

Erstellt am 05. Oktober 2022 | 05:01
Lesezeit: 5 Min
Projekt Hauptplatz und Rathausstraße ist zur Genehmigung eingereicht. Details wurden am Samstag der Bevölkerung präsentiert. Baubeginn soll im Frühjahr sein.
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Die Vorarbeiten für die Umgestaltung des Zentrums biegen in die Zielgerade ein. Das Projekt ist zur Genehmigung bei der Bezirkshauptmannschaft und bei der Baubehörde der Stadt eingereicht. „Wir warten eigentlich täglich darauf, dass wir einen Termin für die Verhandlung bekommen“, sagt Mario Holzer vom städtischen Bauamt.

Gemeinsam mit Citymarketing-Geschäftsführer Georg Trimmel hat er im Sommer in mehr als 60 Einzelgesprächen Kaufleute, Unternehmer und Hausbesitzer über die Details des Projektes informiert. „Das war notwendig, weil es viele Gerüchte in der Stadt gab, etwa dass am Hauptplatz bis zu 15 Meter tief gegraben werden muss. Dem ist natürlich nicht so“, sagt Trimmel.

Beide betonen, dass die Gespräche gut verlaufen sind und Kritik immer konstruktiv geäußert worden sei. „Wir haben da viele Inputs mitgenommen. Natürlich sind die Positionen der Betroffenen sehr unterschiedlich. Es gibt nicht ,die‘ Meinung der Kaufmannschaft, ebenso ist das bei den Hausbesitzern. Stadtplanung braucht Kompromisse“, betont Trimmel. Mit dem nun vorliegenden endgültigen Entwurf des Architekturbüros 3:0 Landschaftsarchitektur glauben Verantwortliche, ihn auch gefunden zu haben. Im Detail ist Folgendes geplant:

  • Die Klagemauer wird abgerissen. Künftig wird der Stadtwolf oben am Hauptplatz die Besucherinnen und Besucher begrüßen. Der Bereich bis auf Höhe der Rathausstraße wird begrünt und mit Bankerln ausgestattet, die zum Verweilen einladen. Auch einen Radabstellplatz wird es dort geben.
  • Ein bodenebener Brunnen im Ausmaß von 12 mal 7,5 Metern soll auf Höhe der Rathausstraße am Hauptplatz entstehen, samt zeit- oder sensorgesteuerter Fontänen. Er soll begehbar sein und an heißen Tagen Abkühlung bieten. Der Kilianbrunnen wird entfernt.
  • Die Veranstaltungszone wird sich vom Brunnen bis hinunter zum Fischlmeyergassl erstrecken, wie jetzt auch schon. Fahrbahnseitig werden in diesem Bereich hochstämmige Bäume gepflanzt, die den Blick auf die Bühne, die neben dem Brunnen aufgebaut werden kann, nicht einschränken. Sitzend werden 700 Personen, stehend 1.500 Platz haben.
  • Der Bereich der Schanigärten (Café Meli, Brauhof, Pizzaria) bleibt im Wesentlichen unverändert. Allerdings werden die Gastgärten eine wassergebundene Decke (Splitt oder Kies) erhalten, die im Sommer weniger Hitze abstrahlt als Pflastersteine.
  • Auch im Fischlmeyergassl ist keine große Umgestaltung geplant. Jedoch muss dort eine große Wasserleitung erneuert werden, was natürlich Grabarbeiten erfordert. Es wird zudem neu gepflastert (hier auch im Bereich der Schanigärten).
  • In der Rathausstraße werden beim Hotel Gürtler und bei der Fleischhauerei Ellegast den Sommer über Schanigärten geschaffen, die danach wieder Parkplätzen weichen.

 Parkleitsystem soll Leerfahrten verringern

  •  Zur Parkplatzsituation: Am Hauptplatz werden Schrägparkplätze zu Parallelparkplätzen umgewandelt. Dies soll den Verkehrsfluss erhöhen. Direkt am Hauptplatz wird es 16 Stellflächen (bisher 28) geben, in der Rathausstraße 9 (bisher15), wovon im Sommer drei eben zu Schanigärten umgewandelt werden können. Durch das neue Parkleitsystem sollen allerdings für die Kundinnen und Kunden Parkplätze sichtbar werden, die sie bislang noch nicht so wahrgenommen haben. „Wir haben im Umkreis des Zentrums 1.500 Parkplätze, von denen aus man das Zentrum in ein bis drei Gehminuten erreicht“, sagt Holzer. Eine Parkplatzanalyse habe gezeigt, dass sowohl im Graben, in der Alten Zeile und am Mantzosparkplatz zu jeder Zeit noch freie Abstellflächen verfügbar seien. Das neue Leitsystem soll den Autofahrern schon an den Einfahrtsstraßen anzeigen, wo freie Parkplätze sind, und somit sollen auch unnötige Fahrten vermieden werden.
  • Begegnungszone: Die Durchfahrtsstraße ab der Kirchenstraße bis zum Beginn der Wienerstraße wird zur Begegnungszone, ebenso die Rathausstraße bis zum CCA. Künftig wird in diesem Bereich Tempo 20 gelten. Beide Straßen werden leicht verschwenkt – aus Gestaltungsgründen, aber auch, um das Tempo zu drosseln.
  • In der Begegnungszone sind alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt. Der Verkehrsfluss soll sich nicht verschlechtern, was vor allem daran liegen soll, dass die Zebrastreifen beim Rathaus, die bislang oft ein Hemmnis waren, verschwinden. Künftig können Fußgänger den Hauptplatz überall queren.
  • Die Schwammstadt: Es wird nicht der ganze Hauptplatz zur Schwammstadt, sondern jene Bereiche, wo Bäume gepflanzt werden. Dort wird ein rund 1,5 bis zwei Meter breiter Graben ausgehoben und mit Grobsplitt gefüllt und verdichtet. In die entstehenden Hohlräume wird Feinsubstrat eingeschlämmt, das der Versorgung des Baumes dient. Die Wurzeln können wachsen und der Baum wird mit Wasser und Nährstoffen versorgt. Schäden an Häusern sollen nicht entstehen, der Mindestabstand zu Gebäuden beträgt fünf Meter.
  • Einbauten: Der Kanal im Bereich des Hauptplatzes wurde überprüft und ist noch in gutem Zustand. Verlegt werden Leerrohre für Glasfaser, ob auch Fernwärmerohre, ist noch unklar. Diese würden ob ihrer Größe das Bauvorhaben auf jeden Fall verkomplizieren. Viele Häuser am Hauptplatz könnten auch von ihrer Rückseite ans Netz angeschlossen werden.
  • Der Bauzeitplan: Begonnen wird im Frühjahr 2023 mit dem Fischlmeyergassl. Dann geht es im Norden des Hauptplatzes weiter, im Sommer im Süden und im westlichen Bereich. Die Arbeiten wurden möglichst mit den Interessen der Kaufleute abgestimmt. Im November und Dezember 2023 wird der Umbau aufgrund des Weihnachtsgeschäftes gestoppt.
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