Albtraum statt Traumhaus für Familie aus Ardagger

Erstellt am 10. März 2020 | 05:34
Lesezeit: 3 Min
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Mario Stix und Ehefrau Nina kämpfen seit 2017 für eine vernünftige Lösung.
Foto: Führer/Screenshot ORF TVThek, Sendung „konkret“
Schwere Mängel bei Projekt der Familie Stix. Zahlungen eingestellt, es ging vor Gericht.
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„Die Probleme haben kurz nach der Unterschrift begonnen. Wir haben kaum Informationen bezüglich der Abläufe erhalten. Dann ist das Haus trotz Regens aufgestellt worden. Es gab immer wieder verschiedene Ansprechpartner. Die Baustelle ist nicht ordentlich zusammengeräumt worden, das Material lag unter Wasser. Teile sind bereits kaputt angeliefert worden. Es gibt unzählige Mängel“, schildert Mario Stix.

Gemeinsam mit Ehefrau Nina startete er 2017 für seine fünfköpfige Familie ein Hausbauprojekt in Stephanshart. Und zwar mit Fertighaushersteller Kampa aus Deutschland. Doch seit beinahe drei Jahren steht die Baustelle. Stix hat die Zahlungen eingestellt. Er habe 66.000 Euro bezahlt, noch offen sind 180.000 Euro. Kampa zog vor Gericht. „Den vollen Preis werden wir aufgrund der vielen Mängel, der noch offenen Gutschriftensummen durch die versprochenen Pönalen und die nicht gelieferten Materialien und das fehlende Fertigstellen gewisser Arbeiten nicht bezahlen.“

Garage war um 40 Zentimeter zu hoch

In der Vorwoche zeigte der ORF im Magazin „konkret“ einen Beitrag über das Projekt. Dort wird berichtet, dass die Garage um 40 Zentimeter zu hoch war und auch aufgrund des Wasserschadens neu errichtet werden musste. Die neue Garage dürfte übrigens wieder zu hoch sein. Außerdem schilderte Stix, wie es zu einem Wassereintritt kam, weil eine Holzkonstruktion nicht rechtzeitig fertiggestellt werden konnte und Teile des Hauses sowie die Garage und das Vordach nicht ausreichend abgedeckt wurden.

„Es waren außerdem falsche Fenster im Haus eingebaut, die Wände waren beschädigt und viele Anschlüsse nicht dort, wo sie vorgesehen waren – oder gar nicht vorhanden. Die Firma Kampa war kaum erreichbar und hat immer alles abgestritten oder gesagt, dass man alle Fehler bereinigen wird“, betont Stix. Er beauftragte zwei Gutachter und erhielt von ihnen jeweils mehr als 80 Seiten an Mängeln. Zwar hätte Kampa einige Ausbesserungen durchgeführt, doch Stix unterstreicht: „Wir haben ein neues Haus bestellt und kein saniertes. Daher haben wir die Zahlung eingestellt.“

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Stix berichtet, dass ihm zwei beauftragte Gutachter jeweils eine mehr als 80 Seiten lange Mängelliste vom Hausbauprojekt in Stephanshart schickten.
Foto: Führer/Screenshot ORF TVThek, Sendung „konkret“.

Für Josef Haas, Geschäftsführer von Kampa, wurden die Mängel hochgeschaukelt. „Es gibt von der Familie kein Entgegenkommen. Wir werden das gerichtliche Gutachten abwarten und dann ganz korrekt reagieren. Die Punkte, die nicht in Ordnung sind, werden wir ausbessern oder haben wir bereits ausgebessert. Bei der Garage muss man darauf hinweisen, dass das Höhenniveau damals noch nicht gegeben war“, sagt Haas auf NÖN-Nachfrage. Man baue jährlich 500 Häuser. „In Österreich haben wir zwei bis drei Rechtsstreitereien. Das ist bei so vielen Projekten eine hervorragende Leistung.“

Stix hofft auf eine baldige Gerichtsentscheidung. Der erste Prozesstag liegt eineinhalb Jahren zurück. „Seit dem warten wir auf ein gerichtliches Gutachten. Mittlerweile haben wir über 60.000 Euro an Mehrkosten. Dazu gehören Rechtsanwaltskosten, Kosten für Gutachten, Mietkosten und Kosten für die Bereitstellung für den Bankkredit.“

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