Helena Bighorns. Ninika Schrey besucht ein halbes Jahr eine High School. Auf ybbstal.NÖN.at berichtet die HAK-Schülerin von den Vorbereitungen und ihren Erfahrungen in den USA.

Erstellt am 03. März 2016 (11:51)
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NOEN, zVg
Welche Sportart lockt im eiskalten Winter von Helena die meisten Zuschauer an? Natürlich die Eishockey-Spiele der ‚Helena Bighorns‘. Die offizielle Mannschaft von Helena spielt in der NA3HL (North American 3 Hockey League) und begeistert die Zuschauer in der Helena Ice Arena (1600 Sitzplätze) bei ihren Heimspielen.

Bei Eishockey ist die Spielfläche ca. 30 x 60 m groß und jede der beiden Mannschaften hat (im Normalfall) fünf Feldspieler und einen Torwart im Spiel. Ziel ist es, eine kleine Hartgummischeibe, den Puck, in das gegnerische Tor zu treffen. Die nordamerikanisch National Hockey League (NHL) gilt als die technisch und spielerisch beste Eishockeyliga weltweit.

Shawn, mein ‚Host-Father‘ ist ein begeisterter Sportler. Seit einigen Jahren nimmt er erfolgreich an Triathlons teil und hat auch schon in der Königsklasse, dem sogenannten „Ironman“, nach 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42 km Laufen, das Ziel erreicht. Und Shawn spielt in Helena Eishockey. Zwar nicht in der Profimannschaft bei den Bighorns, aber trotzdem mit viel Einsatz und Leidenschaft. Gemeinsam mit Samara , meiner Host-Mother, konnten wir schon ein paar Male beim Training zuschauen.



In Waidhofen waren wir auch manchmal von der Schule aus beim Eislaufen. Das ist aber nicht zu vergleichen mit Eishockey! Schon das Outfit ist ganz anders: da Eishockey ein sogenannter Vollkontaktsport ist, geht es dabei für meine Begriffe schon sehr heftig zur Sache. Bei einem Bodycheck darf man den Gegner vom Puck ‚wegschubsen‘.  Dazu nehmen die Spieler aber richtig Anlauf und werden bis zu 30 Meilen/Stunde schnell (das sind ungefähr 50 km/h!!!).

Die Schutzkleidung der Spieler wiegt ungefähr 10 kg. Der Tormann ist besonders gut gepolstert und geschützt. Seine Ausrüstung wiegt über 20 kg! Das ist aber auch nötig, da beim Schuss von Profis die kleine schwarze Scheibe bis zu 100 mph (170 km/h) erreichen kann. Bei den Materialien der Schutzhelme verwendet man Kunststoffe aus der Weltraumforschung. Bei Schüssen auf das Tor kann der Tormann meist nur ahnen, in welche Richtung der Puck fliegen wird.

Wenn die Spieler in der vollen Ausrüstung auf dem Weg von den Umkleidekabinen zum Spielfeld wackeln, schauen sie ein wenig tollpatschig aus. Sobald sie aber auf der Spielfläche sind, wirken sie elegant und dynamisch. Beim Spiel geht es dann richtig zur Sache. Der Puck wird so schnell hin und her geschossen, dass es als Zuschauer total schwer ist, den Überblick zu bewahren.

Ich finde das rasante Spiel auf dem Eis spannend und mitreißend. Und ich bin sehr froh darüber, hinter der durchsichtigen dicken Plexiglas-Scheibe im sicheren Zuschauerraum zu sitzen…

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