Michael Garschall: „Flexibilität ist angesagt“. Die Corona-Ampel steht in Blindenmarkt auf orange. Intendant Michael Garschall berichtet über die Auswirkungen auf die Durchführung der Herbsttage.

Von Markus Glück und Leopold Kogler. Erstellt am 30. September 2020 (10:29)
Michael Garschall.
Herbsttage

Die Vorbereitungen für die Herbsttage und die diesjährige Revue „Freunde, das Leben ist lebenswert“, von 9. bis 26. Oktober, laufen auf Hochtouren. Corona führte aber zu Veränderungen.

NÖN: Welche Abstriche gibt es in diesem Jahr?

Michael Garschall: Anfang Juli haben wir uns entschieden, die Operette „Der Graf von Luxemburg“ nicht zu spielen. Musiktheater ist ja immer ein „Schiff mit großer Mannschaft“, bis zu 100 Personen sind üblicherweise mit von der Partie. Das wäre heuer aus vielerlei Hinsicht nicht möglich. Gesundheit ist oberstes Ziel für Publikum und alle Mitwirkenden. Regisseur Wolfgang Dosch und ich haben dann das Konzept für die „Operettenrevue“ entwickelt. Die Proben laufen sehr gut! Es wird ein „Gute Laune-Abend“ mit hinreißender Musik, großartigen KünstlerInnen und fantastischer Ausstattung. Unsere vielbejubelte „Pippi Langstrumpf“ wird wieder aufgenommen, Matinee und Kabarett finden natürlich auch statt.

Auf welche Vorgaben müssen sich die ZuseherInnen vorbereiten? Ist Maskenpflicht auch während des Stückes, ähnlich wie im Burgtheater, geplant?

Garschall: Wir spielen „sicher“. Wir haben ein von der BH Melk bestens beurteiltes Präventionskonzept ausgearbeitet und unser COVID-19-Beauftragter kümmert sich um die genaue Umsetzung. Die Maßnahmen werden ständig an die aktuellen Regelungen angepasst. Zurzeit sehen diese einen MNS bis zum Erreichen des Sitzplatzes vor, für das Tragen am Platz gibt es eine Empfehlung. Falls sich die Maßnahmen wieder ändern, geben wir diese auf unserer Website bekannt. Beim Einlass wird das Publikum über die geltenden Bestimmungen informiert und falls nötig, kann man einen MNS erwerben. Unsere BesucherInnen sollen einen schönen und sicheren Abend in Blindenmarkt erleben. Musik ist wohl das beste Trostpflaster!

Wie viel weniger Besucher dürfen Sie in diesem Jahr empfangen und welche Einschnitte bedeutet dies für die Planung und auch in wirtschaftlicher Hinsicht?

Garschall: Statt 550 Plätzen haben wir heuer nur 320 Sitze. Wird die Ampel auf orange geschaltet – wie aktuell – sind nur 250 Zuschauer erlaubt. Da wir noch nicht ausverkauft sind, lässt sich das gut umsetzen. Flexibilität ist also angesagt, falls die Ampel wieder umschaltet. Eine Herausforderung für mein Team und mich, aber wir machen das gerne und mit großer Leidenschaft.

Wir haben ein „Zweier- und Vierer-Schachbrettmuster“, man kann also neben dem/der PartnerIn sitzen, dann sind wieder Plätze frei. Die Reihen sind 1m tief und die neue Ybbsfeldhalle hat ja auch eine gigantische Lüftungsanlage. Trotz reduzierter Karteneinnahmen steht die Finanzierung mit Hilfe von Land Niederösterreich und Gemeinde Blindenmarkt, die Sponsoren sind uns treu geblieben und der „Verein der FreundInnen“ hat sich fast verdoppelt! Der Wunsch nach Unterhaltung ist groß, eine erste Zusatzvorstellung am 11. Oktober wurde schon angesetzt.

Immerhin sind die Herbsttage seit Jahren stets ausverkauft. Viele Sommertheater sind in diesem Jahr ausgefallen, wieso haben Sie sich doch zur Durchführung entschieden?

Garschall: Ja, Wahnsinn, immer ausverkauft, auch heuer waren vor COVID-19 fast 7.000 Karten weg. Einmal „Herbsttage“, immer „Herbsttage“ lautet die Devise für das Publikum. Die Gäste kommen aus einem Umkreis von bis zu 100 Kilometern, was sage ich, heuer haben wir sogar eine Busgruppe aus Tirol. Und gerade in dieser „anderen“ Zeit müssen wir für unser Publikum da sein. Und das wieder zu 100 Prozent!