„Hilflos und verzweifelt“

Erstellt am 17. April 2012 | 00:00
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Web-Artikel 6079
Foto: NOEN
VIELE BETROFFENE / Bürgermeister Franz Kriener kritisiert „fehlerbehaftetes System“.
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BEZIRK AMSTETTEN / In der Causa „AMA-Kontrollen“ meldet sich nun auch Bezirksbauernbundobmann Landtagsabgeordneter Andreas Pum zu Wort. Er betont, dass rund 2800 Betriebe in Amstetten und 900 in Waidhofen ordnungsgemäß geführt würden. Über 95 Prozent hätten in den vergangenen Jahren ohne Beanstandungen Ausgleichszahlungen erhalten. „Steigende bürokratische Hürden, die letztlich zu unverständlichen und nicht nachvollziehbaren Sanktionen führen, bringen jetzt jedoch viele Bäuerinnen und Bauern zur Verzweiflung“, bedauert Pum. Er vertraue aber auf Landesrat Stephan Pernkopf, der bereits dabei sei, klare und nachvollziehbarere Richtlinien umzusetzen. „So haben Betriebe, die noch keinen Strafbescheid haben, die Möglichkeit, bis Juni 2012 nicht landwirtschaftlich bewirtschaftete Flächen der vergangenen Jahre 2010/11 rückwirkend bis 2008/09 sanktionsfrei zu korrigieren.“

Beim Ökopunkteprogramm für strukturschwache Regionen, das von vielen Betrieben genutzt worden sei und sich in der Umsetzung nun sehr problematisch zeige - Kontrollen führten da ja zu hohen Förderrückzahlulngen - versuche man nun in Gesprächen mit dem Landwirtschaftsministerium eine Lösung zu finden. „Wir brauchen auch da nachvollziehbare Richtlinien“, fordert Pum.

NEUSTADTL / In Neustadtl wurden besonders viele, nämlich rund ein Drittel, der landwirtschaftlichen Betriebe von der AMA kontrolliert. Viele Landwirte sehen sich nun mit teilweise existenzbedrohenden Rückzahlungen und Sanktionen bis zu 20.000 Euro konfrontiert. Bürgermeister Franz Kriener berichtet: „Die Bauern sind hilflos und verzweifelt. Sie wissen nicht, was sie falsch gemacht haben. Dabei geht es doch um gerechtfertigte Ausgleichszahlungen, da sollte doch niemand Angst haben.“ Mit Schuldzuweisungen ist Kriener aber vorsichtig: „Ich will niemand beschuldigen. Da geht es eher darum, dass das System fehlerbehaftet ist - zum Beispiel durch unterschiedliche Messmethoden bei Flächenbestimmungen und schwierige Umstände wie Überschattungen und Hanglagen.“

Kriener hat sich gemeinsam mit Landtagsabgeordnetem Anton Kasser um Lösungen für die Bauern bemüht. Auch eine Versammlung in Neustadtl gab es. Und nach einem Gespräch mit dem Landeshauptmann ist Kriener nun auch zuversichtlich.

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