Ukraine-Krieg: Amstettner wollen „Leid vor Ort mildern“

Erstellt am 09. März 2022 | 03:37
Lesezeit: 3 Min
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Leo Naderer (rechts) und sein Team befüllten am Mittwochnachmittag einen großen Lkw randvoll mit Hilfsgütern, die für die Menschen in der Ukraine im Ora-International-Lager in Ardagger abgegeben wurden.
Foto: Daniela Führer
In vielen Gemeinden des Bezirks laufen Spendenaktionen für die Ukraine. Einige Beispiele, die auch für alle anderen stehen.
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Fast im Minutentakt biegen Pkw um die Ecke und parken vor der Einfahrt des großen ORA-Hilfsgüterlagers in Stift Ardagger. Menschen jeden Alters, von Mütter mit Kindern bis hin zu Pensionisten, steigen aus dem Auto und bringen ihre Sachspenden.

Am Mittwoch vergangene Woche verließ auch schon eine erste riesige Ladung an gesammelten Hilfsgütern das ORA-Lager in Ardagger Richtung Ukraine, wo die Güter in Grenzregionen an die flüchtenden Menschen verteilt werden. „Vier Mal innerhalb einer Woche kam bereits ein Lkw zu uns und verließ jedes Mal randvoll unser Lager“, berichtet Hermi Naderer, die gemeinsam mit ihrem Mann seit 2010 das ORA-Lager in Stift Ardagger betreut.

Dafür habe man auch ein breit aufgestelltes Team, das auf Abruf bereit steht, um zu helfen. Rund 40 Freiwillige, in erster Linie Pensionisten, sind es, die bei der Warenannahme und -ausgabe mithelfen. „Wir können so viel zurückgeben. Wichtig ist, das Leid vor Ort etwas zu mildern, damit die Menschen dort auch eine Perspektive haben!“, erklärt Leo Naderer die Motivation der ganzen Truppe.

Mit der großen Welle der Hilfsbereitschaft habe man nun auch ordentlich zu tun. „Viele fragen, was wir konkret brauchen können. Aktuell sammeln wir Decken, Schlafsäcke, Matratzen, Babynahrung, Babywindeln, haltbare Lebensmittel, Schuhe und Stofftiere für Kinder“, sagt Hermi Naderer.

Neben Sachspenden seien es aber auch Geldspenden, die für die hohen Transportkosten benötigt werden. „Übrigens kann man Spenden bei uns auch von der Steuer absetzen“, erklärt die engagierte Ardaggerin.

Lieferungen an das ORA- Hilfsgüterlager in Pfaffenberg 1, 3321 Stift Ardagger, bei Familie Auinger können täglich von 8.30 bis 17 Uhr abgegeben werden. Geldspenden für Transportkosten können vor Ort sowie über das ORA-Spendenkonto, Kennwort „Transport Hilfsgüterlager Ardagger“, getätigt werden. IBAN: AT88 4480 0371 5539 0000.

Aber auch in vielen anderen Gemeinden im Bezirk laufen Spendenaktionen.

Etwa in St. Georgen am Ybbsfelde . Dort können Sachspenden beim Hof-Georgsaal noch bis Donnerstag, 31. März, abgegeben werden. Ansprechperson ist Gemeinderätin Gerlinde Jochinger, 0650/4030666.

In der ÖVP-Bezirkszentrale entstand eine Annahmestelle für die überparteiliche Initiative „blau-gelb hilft blau-gelb“. „In den letzten Tagen hat sich in Niederösterreich eine Welle der Hilfsbereitschaft aufgebaut – so auch bei uns im Bezirk. Die Geschäftsstelle hat Spenden entgegengenommen – zahlreiche Sackerl mit Hygieneartikel sowie Kleidung und Decken.

Unter dem Motto „Kaufe mehr & schenke es her“ baten die Amstettner Franziskanerinnen am 4. und 5. März um Spenden aus dem Interspar im Pfarrgebiet von Amstetten Herz Jesu. Sr. Irene Huber und Sr. Cornelia Waldbauer zeigten sich „überwältigt von der Solidarität der Amstettner“: 355 Schachteln und dazu eine Unmenge Pampers und viele Packungen Mehl, Zucker wurden gespendet.

Auch die JVP Blindenmarkt startete eine Hilfsaktion. Im neuen Jugendheim nahmen die Mitglieder Spenden der Bevölkerung entgegen. Rund 200 Pakete konnten dabei mit Hygieneartikeln gefüllt werden und werden so rasch wie möglich auf den Weg Richtung Ukraine gebracht.

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