Neustadtler Hobbyforscher: Fund aus dem Mittelalter. Im Zuge des Abrisses des alten Pfarrsaales und eines Nebengebäudes kam dank Hobbyforscher Hans Freudenberger etliches keramisches Material zu Tage.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 23. September 2020 (05:05)
Hans Freudenberger und Pfarrer Kasimier Kwiecien zeigen sich begeistert über die gefundenen Tonscherben.
privat

An zwei Stellen östlich und nördlich des Pfarrhofes entdeckte Hobbyarchäologe Hans Freudenberger in einer Tiefe von etwa 20 – 30 Zentimetern eine Fülle von Keramikscherben. Bei den meisten handelt es sich um Grautonware. Diese ist spätmittelalterlich und mit den für diese Epoche typischen Töpferzeichen und -marken versehen.

Aufgefunden wurden auch drei Zierkachelfragmente aus grauschwarzem Ton. Diese Bruchstücke können in die Zeit um 1500 datiert werden.

„Interessant ist auch der Fund eines Fußzapfens, der mit der Tülle (Griff) zusammenhängt und von einer Dreibeinschüssel aus dem 16. Jahrhundert stammt“, berichtet Freudenberger.

Die Entdeckung eines gut erhaltenen Gewölbekellers im Ausmaß von drei mal vier Metern, der im Jahre 1962 beim damaligen Bau des Pfarrsaales halb aufgeschüttet und zugemauert wurde, war für Freudenberger keine Überraschung, da sich in seinem Archiv ein Foto dieses Kellers befindet. Unweit des Pfarrhofes hat Freudenberger schon 2006 beim Abriss des „Viererhauses“ mehr als 1.000 Stück Tonscherben geborgen.

Thomas Kühtreiber vom Institut für Realienkunde des Mittelalters begutachtete damals die Fundstücke und stellte fest, dass die ältesten Scherben des Fundes sicher aus dem Ende des 12. Jahrhunderts oder aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts stammen.

Hans Freudenberger ist immer wieder erfreut, wenn er solche Funde bergen, reinigen und archivieren kann. Er zeigt sich aber auch von etwas Neuem, Modernen begeistert. „Zum Beispiel vom neuen Pfarrsaal, der auf diesem schönen Platz neben der Kirche und dem Pfarrhof von und für die Neustadtler Bevölkerung errichtet wird“, erklärt er.