Wasser „noch nie so schnell“ in Amstetten. Mit einer ungewohnten Heftigkeit hatte das Unwetter das Gasthaus Hilmbauer in Weidahammer unter Wasser gesetzt.

Von Otmar Gartler und Hermann Knapp. Erstellt am 28. Juli 2021 (05:42)
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So bahnten sich die Wassermassen in unglaublich kurzer Zeit ihren Weg zwischen dem Gasthaus Hilmbauer inWeidahammer (links) und dem Nachbargebäude.
privat, privat

Enorme Schäden in der Region hinterließ das Unwetter vor eineinhalb Wochen mit Überflutungen und Vermurungen. Neben vielen anderen Objekten blieb auch das bekannte und beliebte Gasthaus Hilmbauer in Weidahammer von den Überschwemmungen nicht verschont.

„Am Sonntag um die Mittagszeit war unser Gasthaus voll, als das Wasser zuerst aus Richtung Kaserne über die höher gelegenen Wiesen und dann zusätzlich aus der Gegenrichtung vom nahegelegenen Zauchbach kam. Es konnten gerade noch alle Gäste evakuiert werden und danach ging innerhalb kürzester Zeit nichts mehr. Das Wasser floss in alle Räumlichkeiten im Erdgeschoß von der Gaststube über die Küche bis zum Vorhaus und WC“, berichtet Gastwirtin Monika Hilmbauer.

„Da wir alle zehn bis fünfzehn Jahre überschwemmt werden, sind wir schon erprobte Hochwasseropfer. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass das Wasser jemals so schnell und so hoch kam wie dieses Mal“.

Neben dem Parkplatz und dem Gastgarten waren die landwirtschaftlichen Flächen rund um das Haus genauso betroffen wie der Stall, wo die Kühe im Wasser standen.

Elf Hirsche aus dem Gehege verschwunden

Nicht verschont blieb auch das hauseigene Hirschgehege. Die Wassermassen rissen einen Zaun weg und seitdem sind elf Hirsche verschwunden. Die Besitzer hoffen aber, dass sich die Tiere in der Nähe aufhalten und von selbst wiederkommen.

Mittlerweile konnte der Gastbetrieb wieder aufgenommen werden.

„Dank der großartigen Hilfe durch die Familienmitglieder, Verwandte und Freunde, die rund eine Woche unermüdlich im Einsatz waren, haben wir die Schäden großteils beseitigt. Im Vergleich mit einigen anderen sind wir ja noch immer glimpflich davongekommen“, sieht Monika Hilmbauer bereits wieder positiv in die Zukunft. Eine Kommission wird diese Woche vor Ort die Schäden aufnehmen, damit rasch Geld vom Katastrophenfonds fließt.

Hochwasserschutz seit Jahren diskutiert

Diskutiert und geplant wird seit Jahren ein Hochwasserschutz. In diesem Bereich sind allerdings nur Einzelschutzmaßnahmen möglich. Beim Bauamt der Stadt bestätigt man, dass bereits ein bewilligtes Projekt vorliege, das mobile Schutzelemente vorsehe. Dieses könne auch umgesetzt werden, wenn jetzt von den Anrainern nicht noch größeren Änderungswünsche kämen.

Hochwasserschutz in diesem Bereich ist deshalb sehr schwierig, weil dabei natürlich immer die Auswirkungen auf andere Anwesen am Zauchbach berücksichtigt werden müssen – auch auf jene, die auf Euratsfelder Gemeindegebiet liegen. Daher müssen alle Maßnahmen auch mit der Nachbarkommune abgestimmt werden.