Hoffnung auf gute Ernte

Erstellt am 24. Juni 2014 | 07:01
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Foto: NOEN, Hermann Knapp
Trotz einiger Wetterkapriolen gedeiht das Getreide im Bezirk und verspricht zufriedenstellenden Ertrag. Milchbauern bereiten sich auf Wegfall der Quote vor.
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Trockene, milde Winter, Frühjahrsstürme, Starkregenereignisse und Temperaturschwankungen von bis zu 20 Grad. „Der Klimawandel hat uns auch im Mostviertel längst im Griff. Heuer sind wir allerdings noch glimpflich davongekommen, wenn man von einigen lokalen Hochwasserereignissen absieht. Für die Ernte schaut es derzeit jedenfalls noch gut aus“, sagt Bezirksbauernbundobmann Bundesrat Andreas Pum.

Für langfristige Ertragssicherung „Pflanzenschutz notwendig“

Allerdings, schränkt er ein, sei durch die Witterung der Schädlings- und Krankheitsdruck bei den Pflanzenbeständen hoch, weil die Schädlinge den Winter gut überdauert hätten. „Deswegen, und das gehört klar gesagt, ist Pflanzenschutz notwendig, wenn wir langfristig die Erträge sichern wollen. Für den Einsatz entsprechender Mittel gilt aber die Regel: So wenig wie möglich und so viel wie nötig“, betont der VP-Politiker.

Insgesamt zeigen sich die Bestände in der Region zu Beginn der Erntesaison gut. Mit dem Einbringen der Wintergerste wird schon begonnen. Im Bezirk werden insgesamt rund 13.000 Hektar Getreide (30 Prozent der bewirtschafteten Fläche) und 14.000 Hektar Mais (40 Prozent der bewirtschaftbaren Fläche) angebaut.

Die Grünlandbauern haben den ersten Schnitt schon gemacht und eine gute Ernte eingebracht. Ihre Einkommenssituation ist für Pum allerdings nach wie vor unbefriedigend, was vor allem an den hohen Kraftfutterpreisen liege. „Genau genommen sind aber nicht diese das Problem, sondern die billigen Lebensmittel, die mittlerweile nicht einmal mehr zehn Prozent des Haushaltseinkommens ausmachen. Das ist ein historischer Tiefstand. Die Ertragsituation in der Landwirtschaft kann nur durch ein Anheben der Preise verbessert werden“, betont Pum.

Strukturwandel: Mit 2015 fällt die Milchquote weg

Für die Milchbauern in der Region ist derzeit natürlich die Liberalisierung der Milchquote mit Jänner 2015 ein großes Thema. Derzeit gibt es für Überlieferungen noch Strafabschläge – bei bis zu zehn Prozent Mehrproduktion, liegen diese bei sieben Cent pro Liter, darüber bei 17,98 Cent.

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass der Wegfall der Milchquote den Strukturwandel im Grünlandbereich verstärken wird. „Heuer haben 2.400 Betriebe Mehrfachanträge gestellt, das sind um 100 weniger als noch 2013“, berichtet Pum.

Die Quotenüberlieferung zeigt, dass viele Betriebe ihre Produktion schon auf das Jahr 2015 ausrichten, wenn die Beschränkung fällt. Andere Bauern werfen hingegen das Handtuch. „Letztlich ist das eine individuelle Entscheidung, die natürlich stark von der Familienstruktur, der Arbeitskräftestruktur und der Betriebsausstattung abhängt“, sagt der Bauernvertreter.

Gen-Kennzeichnungspflicht als wichtiges Thema

Pächter für freie Flächen zu finden, ist derzeit offenbar nicht schwierig. „Die Pacht muss allerdings so gestaltet sein, dass die Betriebe eine vernünftige Wirtschaftsbasis haben. Es kann nicht so sein, dass jene, die die Landwirtschaft aufgeben, auf Kosten produzierender Betriebe leben“, mahnt Pum.

Ein wichtiges Thema ist für den Bezirksbauernbundobmann auch die Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Produkte. „Österreich bekennt sich ja zu einer gentechnikfreien Produktion. Der Konsument muss also auf der Verpackung klar erkennen können, wo Gentechnik zum Einsatz kam und wo nicht.“

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