Amstettner Bauernkammer: Fünf Euro hätten Wirkung

Bauernkammer hebt den Wert des regionalen Einkaufs hervor. Der würde Haushalte nicht übermäßig belasten, aber viele neue Arbeitsplätze schaffen.

Erstellt am 08. Oktober 2021 | 17:00
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Im Schweinestall der Familie Reitbauer: Landeskammerrat Harald Hochedlinger, Direktor Johannes Reiterlehner, Fleischermeister Dominic Pum, Landeskammerrat Andreas Pum, Bürgermeister Friedrich Pallinger, Franz und Theresia Reitbauer, Kammersekretär Bernhard Ratzinger, Bezirksbäuerin Renate Haimberger und Obmann-Stellvertreter Anton Pfaffeneder.
Foto: Hudler

Amstettens Bezirksbauernkammer-Obmann-Stellvertreter Anton Pfaffeneder, Kammersekretär Bernhard Ratzinger und Seminarbäuerin Sonja Illich aus Haag informierten am Mittwoch im Rahmen der „Woche der Landwirtschaft“ bei den „Hofgesprächen“ am Hof von Theresia und Franz Reitbauer über regionale Lebensmittel und Gütesiegel.

„Die letzten eineinhalb Jahre haben uns gezeigt, dass die Landwirte auch in Zeiten einer Krise in der Lage sind, zu liefern und die Menschen zu versorgen“, hob Pfaffeneder die Wichtigkeit der regionalen Produktion hervor. Er präsentierte dazu auch eine Studie im Auftrag der Landwirtschaftskammer. „Wenn die Konsumenten in ganz Österreich 1,4 Prozent mehr heimische Produkte kaufen würden, wofür sie etwa fünf Euro pro Monat und Haushalt mehr ausgeben müssten, könnte man damit 4.340 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen“, betonte der Bauernkammerfunktionär. In Niederösterreich würden dadurch 770 Arbeitsplätze entstehen.

Köstliches mit Fleisch vom Strohschwein

Im Anschluss stellten Theresia und Franz Reitbauer ihren bäuerlichen Betrieb vor. Sie haben sich auf Zucht- und Mastschweine spezialisiert. Das Strohschwein vom Reitbauer wird in Kooperation mit Fleischer Dominic Pum aus Oed verarbeitet. „Uns ist wichtig, dass wir den zusätzlichen Aufwand für die höheren Standards auch bezahlt bekommen. Qualitätsfleisch kann nicht zum Schleuderpreis erhältlich sein“, sagen die Reitbauers. Und weil für sie das Tierwohl an oberster Stelle steht, kündigen sie an, künftig weniger Schweine in den einzelnen Boxen einzustellen. „Wir erhoffen uns dadurch höhere Verkaufspreise zu erzielen.“ Voraussetzung dafür ist aber, dass die Herkunft des Fleisches für die Konsumenten klar erkennbar ist. Die Gäste am Hofe der Reitbauers konnten sich auch gleich selbst von der Qualität des von der Familie Reitbauer produzierten Fleisches überzeugen. Die Haager Seminarbäuerin Sonja Illich und Maria Rosenberger bereiteten am Griller Köstlichkeiten vom Strohschwein und Gemüsespezialitäten zu.