Hohe Politikerdichte am Bauernmarkt. Der Wahlkampf ist im Endspurt. Das zeigte sich am Donnerstagvormittag auch am Amstettner Bauernmarkt. Viele der neun Amstettner Parteien und Listen, die zur Wahl antreten, warben dort um Stimmen und verteilten kleine Werbegeschenke an die Passanten. Bei der ÖVP gab es sogar eine kleine Jause, bei der SPÖ ein Sackerl mit Wahl-Goodies. Unterwegs waren auch Wahlwerber der Grünen, der Liste Kunz, der Liste Wahl und der Liste Alfa.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 23. Januar 2020 (11:54)

Der Wahlsonntag verspricht in Amstetten so spannend wie noch nie zu werden. Ob der vielen Listen ist eine Prognose schwierig. Die regierende SPÖ, die 2015 die absolute Mehrheit verloren hat, hat als Mindestziel das Halten ihrer derzeit 20 Mandate ausgegeben. Angesichts der vielen Mitbewerber wäre das durchaus schon ein Erfolg.

Die ÖVP bläst bekanntlich zum Generalangriff auf Amstetten. Spitzenkandidat Christian Haberhauer soll der Volkspartei in der Mostviertelmetropole einen satten Zugewinn bescheren und wird kräftig von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und der Landes-ÖVP unterstützt. Damit nicht genug, hat die ÖVP am Dienstag sogar Bundeskanzler Sebastian Kurz als Wahlwerber aufgeboten. Die ÖVP hält derzeit zehn Mandate. 

Die Grünen mit Spitzenkandidat Dominic Hörlezeder haben fünf Jahre lang in einer Koalition mit der SPÖ regiert. Der Kauf der Forstheide, eines 209 Hektar großen Naherholungsgebiets, hat die beiden Parteien im Dezember zusammengeschweißt.

Die Grünen, die derzeit drei Mandate haben, hoffen natürlich im Sog der Nationalratswahl auf einen Zugewinn. Ihnen könnte nach der Wahl durchaus die Rolle des "Königsmachers" zufallen. Ob sie die Zusammenarbeit mit der SPÖ fortsetzen oder etwa mit fliegenden Fahnen zur türkis gefärbten Amstettner ÖVP wechseln, wird wohl vom Angebot der möglichen Partner abhängen.

Die NEOS treten mit einem neuen Team mit Christopher Hager an der Spitze an und hoffen ebenfalls auf einen Zugewinn. Sie halten derzeit bei einem Mandat. 

Die FPÖ musste sich nach internen Querelen neu aufstellen und bietet mit Christian Schrammel einen neuen Spitzenkandidaten auf. Ob die Freiheitlichen ihre sieben Mandate halten können, scheint fraglich. Zu groß ist die Konkurrenz aus den eigenen Reihen.

Die Liste Alfa (Alternative für Amstetten) wurde ja ebenso von ehemaligen FPÖ-Mandataren gegründet, wie die Liste Mani (Mutige Amstettner nachtaktiv in Ibiza). 

Und dann gibt es da natürlich auch noch die Liste Wahl, die von einer Facebook-Seite den Sprung zur politischen Kraft schaffen will und die Liste Kunz, die seit Jahren um ein zusätzliches MRT-Gerät in der Stadt kämpft.

Wie viele Listen letztendlich den Sprung in den Gemeinderat schaffen werden, ist nicht vorherzusagen. Je nach Wahlbeteiligung wird es wohl für ein Mandat zwischen 205 und knapp 300 Stimmen dafür brauchen. 

Sicher scheint in Amstetten nur eines: Am Wahlabend wird man noch nicht wissen, wer die kommenden fünf Jahre regiert.