Bezirk Amstetten: Mehr Anfragen für Trauerbegleitungen

Erstellt am 03. März 2022 | 06:39
Lesezeit: 3 Min
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Ester Steininger, Obfrau des Hospizfördervereins Amstetten, hofft nach 19 Jahren unermüdlichen Einsatz endlich auf eine Realisierung einer eigenen Palliativstation in Amstetten im kommenden Jahr.
Foto: privat
Seit 19 Jahren unterstützt der Hospizförderverein Amstetten diverse Einrichtungen finanziell und kämpft für die Errichtung einer Palliativstation in der Region.
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„Unsere Information ist, dass das Land Niederösterreich für 2023 eine Palliativstation in Amstetten geplant hat“, berichtet Ester Steininger, Obfrau des Hospizfördervereins Amstetten den NÖN. „Das wäre im kommenden Jahr. Eine konkrete Umsetzung ist allerdings noch nicht sichtbar. In Rahmen des neuen Sterbeverfügungsgesetzes zum assistierten Suizid wurde auch immer auf den dringend notwendigen Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung hingewiesen und seitens der Politik auch versprochen. Leider fehlen aber noch immer Palliativbetten im Klinikum Amstetten.“

Laut Auskunft der Landesgesundheitsagentur sieht der Regionale Strukturplan Gesundheit bis 2025 im Mostviertel zusätzliche Palliativbetten vor. Es würden Überlegungen zur Realisierung im Landesklinikum Amstetten angestellt. Primär habe jedoch die Verlagerung der Neurologie nach Amstetten bzw. nach Melk Vorrang und natürlich die Bewältigung der Pandemie, die nach wie vor eine täglich zu meisternde Herausforderung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei.

Leider fehlen aber noch immer Palliativbetten im Klinikum Amstetten.“ Ester steininger Obfrau des Hospizfördervereins

Laut Ester Steininger hat sich durch Covid-19 auch so manches Sterben verändert. Vor allem gab es am Anfang der Pandemie Besuchsverbote in vielen Einrichtungen und auch Begleitungen zu Hause waren so gut wie nicht möglich. „Gerade diese Zeit zeigte aber ganz deutlich wie wichtig eine würdevolle und ganzheitliche Betreuung von Schwerstkranken ist. Und zum Glück war es nach einiger Zeit dann unter strikten Auflagen doch möglich, die Arbeit wieder aufzunehmen und Menschen normal zu begleiten,“ sagt die Vorsitzende des Hospizfördervereins.

Ein Viertel mehr Anfragen durch Corona

Besonders auffällig war, dass durch die Pandemie bedingt um ein Viertel mehr Anfragen für Trauerbegleitungen an den Mobilen Hospizdienst gestellt wurden. So hat der Mobile Hospizdienst der Caritas Amstetten im Vorjahr mit zwei hauptberuflichen sowie 30 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und einem ehrenamtlichen Mitarbeiter 93 Personen und deren Angehörige betreut. Der Mobile Hospizdienst der Caritas Waidhofen begleitet mit 16 Ehrenamtlichen 41 Menschen.

Nicht nur für die Vernetzungspartner, sondern auch für den Hospizförderverein selbst war die Situation durch Corona herausfordernd. „Wir mussten viele Termine verschieben oder absagen und unsere Vorstandssitzungen fanden auf Zoom statt. Im Sommer konnten wir allerdings einen Workshop zum Thema „Wie lange dauert traurig sein?“ abhalten und im Herbst vom 30. Oktober bis 5. November gestalteten wir in Kooperation mit dem Mobilen Hospizdienst der Caritas in der Aufbahrungshalle am Neuen Städtischen Friedhof einen Trauerraum. Den Besuchern aller Altersstufen, darunter auch Schulklassen, wurde ermöglicht, sich mit der eigenen Trauer auseinanderzusetzen. Durch kleine ritualisierte Aktionen konnten an zwölf Stationen die schmerzlichen Emotionen greifbar gemacht werden, um so der Belastung eine Erleichterung zu geben. Wir konnten insgesamt fast 400 Besucher begrüßen, die aus unterschiedlichster Motivation gekommen waren. Manche kamen bewusst, weil sie unsere Werbung gelesen hatten. Andere kamen spontan, weil sie die Gräber besuchten. Aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen planen wir, den Trauerraum zu Allerheiligen auch heuer wieder umzusetzen. Was weitere Aktivitäten betrifft, so hängen diese von den jeweilig geltenden Corona-Regeln ab. Wir werden sie auf jeden Fall rechtzeitig auf unserer Homepage bekanntgeben.“

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