Hofladen in Euratsfeld: ja oder nein?. Euratsfelder Dorferneuerung wählte neuen Vorstand und besprach mögliche Projekte für die 2019 startende Aktivphase.

Von Daniela Führer. Erstellt am 06. März 2018 (04:51)
Daniela Führer
Der neu gewählte Vorstand mit (von links): Gerhard Gassner, Obmann Ernst Zehetgruber, Johann Engelbrechtsmüller, Margarete Peham, Bürgermeister Johann Weingartner, Franz Schneckenleitner und Andreas Haag.Führer

Etliche spannende Punkte wurden bei der Generalversammlung des Dorferneuerungsvereins am Donnerstagabend im Gasthaus Gruber thematisiert. Nach einem Blick zurück auf die vielen vom Verein bereits umgesetzten Projekte, wie zum Beispiel den Energiethemenweg, die Kindervolkstanzgruppe oder die Euratsfelder Tracht, wurde zunächst der Vorstand neu gewählt (siehe Infobox). Mit Margarete Peham und Franz Schneckenleitner reihten sich zwei neue Gesichter in den Vorstand ein.

Im Anschluss referierte Ludwig Auer, Ortsvorsteher der Katastralgemeinde Stephanshart (Ardagger) über ein preisgekröntes Projekt in seinem Ortsteil: den Minihofladen. Dieser entstand im Rahmen des Landjugend-Projektmarathons 2016 und wurde gar bundesweit zum besten Landjugendprojekt gekürt.

„Der große Unterschied ist, bei uns gibt es den Bedarf auf Produzentenseite, in Stephanshart war es auf Konsumentenseite.“Obmannstellvertreter der Dorferneuerung, Andreas Haag

Das Konzept funktioniert wie folgt: Produzenten aus der Gemeinde bieten ihre Waren, vorwiegend bäuerliche Produkte wie Eier, Milchprodukte, Gemüse- und Obstwaren im Minihofladen zum Verkauf an. Jeder Verkäufer trägt selbst die Verantwortung für seine Produkte und für die Einhaltung aller Vorschriften. Die Kunden können wiederum 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche im Selbstbedienungsladen einkaufen. „Der Minihofladen ist aber nicht nur ein Ort zum Einkaufen, er hat sich auch schon zu einem beliebten Treffpunkt der Stephansharter etabliert“, berichtet Auer.

Das Konzept des Minihofladens stieß bei den Zuhörern – darunter auch etliche Euratsfelder Ab Hof-Produzenten – auf breites Interesse, wenngleich auch der große Unterschied zu den Gegebenheiten in Stephanshart, das seit vielen Jahren keinen Nahversorger im Ort hat, hervorgehoben wurde. „Bei uns gibt es den Bedarf auf Produzentenseite, in Stephanshart war es in erster Linie auf Konsumentenseite“, stellte etwa Dorferneuerungsobmannstellvertreter Andreas Haag fest.

Bürgermeister Johann Weingartner stellte schließlich die Frage: „Gibt es Bedarf an einem solchen Minihofladen? Brauchen wir das in Euratsfeld?“ Die Antworten fielen zwar etwas verhalten aus, doch im Prinzip waren sich alle einig: Sowohl als Konsument als auch als Produzent würde man ein derartiges Geschäft gerne nutzen.

Vorbereitungen für neue Projekteinreichungen

Ein „Minihofladen für Euratsfeld“ bleibt also weiterhin ein Thema. Darüber hinaus gibt es aber noch weitere, neue Ideen, etwa einen regelmäßigen Regionalmarkt von Euratsfelder Selbstvermarktern, ein Gemeinde- und Pfarrarchiv, die Erstellung eines Folders mit Ausflugszielen in Euratsfeld sowie die Einrichtung einer Projektgruppe „Visionen Ortsentwicklung Euratsfeld 2020+“.

„Wir starten am 1. Juli 2019 wieder in die Aktivphase der Dorferneuerung, in der wir Projekte zur Förderung beim Land einreichen können. Jetzt geht es an die Vorbereitungen für diese Einreichungen“, erklärt Obmann Ernst Zehetgruber und ergänzt: „Weitere Zukunftsthemen können auch jederzeit noch eingebracht werden.“