Ideenschmieden am Zug

Erstellt am 23. Juli 2013 | 00:00
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Foto: NOEN, Rudi Kneidinger
Europan / Stadt und ÖBB beteiligen sich am internationalen Jungarchitektenwettbewerb und erhoffen sich findige Vorschläge für Nutzung riesiger, frei werdender Flächen beim Bahnhof.
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Von Hermann Knapp

AMSTETTEN / So viel Raum im Zentrum der Stadt muss einfach sinnvoll genutzt werden: Deshalb beteiligen sich Stadt und Bahn am internationalen Jungarchitektenwettbewerb Europan. Wenn die ÖBB die Arbeiten am vierspurigen Ausbau der Westbahn im Jahr 2015 abschließen, dann werden im Zentrum der Stadt viele tausend Quadratmeter Fläche frei.

Erst vor Kurzem haben Stadt und Bahn erneut über die Vorgaben beraten, die sie den Architekten für ihre Entwürfe machen wollen. „Es geht darum, das Areal wirklich sinnvoll zu nutzen. Für Wohnungen werden wohl nur einige wenige Bereiche infrage kommen. Für Bürogebäude, aber auch für Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen und auch für den Geschäftstourismus sind die Flächen hingegen sicher sehr gut geeignet“, sagt Bauamtsdirektor Manfred Heigl.

Etwa 30 Architektenteams aus ganz Europa haben sich die Unterlagen für das Amstettner Projekt abgeholt. Über den Sommer werden in ihren Ideenschmieden die Köpfe rauchen. Im September ist in Amstetten eine erste Jurysitzung anberaumt. Dabei werden jene Projekte ausgewählt, die in die engere Wahl kommen. Die Siegerentwürfe werden dann im November in Paris präsentiert - und das wird natürlich auch einige Vertreter der Stadt Amstetten auf Dienstreise in die französische Metropole führen.

Grundsätzlich geht ohne Zustimmung der Bahn auf den frei werdenden Flächen gar nichts - denn sie ist ja deren Besitzer. „Wir sind daher auch sehr froh und dankbar, dass die ÖBB uns mit ins Boot geholt haben. Es bietet sich da eine städtebauliche Jahrhundertchance für die Stadt Amstetten“, sagt Bürgermeisterin Ursula Puchebner. Ebenso sieht das Stadtbaurat Vizebürgermeister Dieter Funke. „Es wäre fatal, das ganze Areal einfach nach und nach ohne klares dahinterliegendes Konzept zu veräußern. Ich erhoffe mir vom Europan-Projekt wertvolle Anregungen.“

Heigl hebt hervor, dass für Bahnreisende das Areal neben den Schienensträngen ja auch das Entrée zur Stadt darstelle. „Da wäre es schade, wenn sich den Zugreisenden nur Leer- und Abstellflächen präsentieren würden. Da geht es auch um das Image Amstettens.“

Die Stadt hat übrigens schon Erfahrungen mit dem Jungarchitektenwettbewerb. Auch mit dem Pabstgelände in Hausmening und der Landwiese in Mauer hat man sich daran beteiligt und Anregungen eingeholt. Die Kosten für die Teilnahme belaufen sich auf 100.000 Euro. Die Stadt zahlt 27.000 Euro, ÖBB und Bund den Rest.

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