2.781 Wildunfälle im Bezirk Amstetten im Jahr 2020

Nur in vier anderen Bezirken Österreichs gibt es ähnlich viele Kollisionen von Autos mit Reh- oder Niederwild.

Hermann Knapp
Hermann Knapp Erstellt am 14. Oktober 2021 | 06:20
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Hegeringleiter-Stellvertreter Harald Berndl-Forstner und sein Vater Johann verweisen in Wolfsbach auf eine traurige Unfallbilanz mit Wildtieren (von links). Leitpflöcke mit Wildwarnern sollen Abhilfe schaffen.
Foto: Penz

Mehr als 2.781 Unfälle mit Wildtieren (Rehwild und Niederwild) gab es im Jahr 2020 im Bezirk Amstetten. Das katapultiert ihn in der Statistik des Kuratoriums für Verkehrssicherheit unter die fünf Bezirke in Österreich mit den meisten derartigen Kollisionen.

Bezirksjägermeister Franz Hochholzer aus Hausmening relativiert das allerdings ein wenig. „Denn wir sind auch ein sehr großer Bezirk und haben viele stark frequentierte Straßen, was natürlich auch zu mehr Wildunfällen führt.“ Die Jägerschaft bemühe sich, die jährlich vorgesehenen Abschüsse vor allem entlang von Straßen zu machen und damit die Gefahren zu verringern.

Laut Hochholzer wurden von 10.500 Stück getötetem Rehwilde, 8.214 erlegt, 2285 Stück waren sogenanntes Fallwild, kamen also durch Unfälle zu Tode oder aufgrund einer nicht mehr klar erkennbaren Ursache. Besonders viele Unfälle ereignen sich in der Brunft- und in der Erntezeit, wenn die Tiere durch maschinelle Arbeiten aufgescheud werden.

Aber auch das Freizeitverhalten der Menschen führt oft zu Irtritationen des Wildes. Seit Jahren wird auch versucht, das Wild durch technische Hilfsmittel von den Straßen fernzuhaltne. In Wolfsbach etwas hat erst am Freitag der NÖ Straßendienst St. Peter/Au auf Initiative von Hegeringleiter-Stellvertretr Harald Berndl-Forstner auf einer Länge von ca. 1,6 Kilometer zwischen dem Sportplatz und der Rotte Bierbaumdorf im Jagdgebiet Bubendorf Leitpflöcke mit optischen Wildwarnern montiert., insgesamt sind in Wolfsbach schon 18 Kilometer Straße mit Wildwarnern ausgestattet.

Aus gutem Grund. „Denn wir hatten allein im ersten Halbjahr 2021 51 Stück Unfallrehe zu beklagen und dabei werden nur etwa 60 Prozent der Wildunfälle gemeldet“ sagt Berndl-Forstner.