Glasfaserausbau in Neustadtl auf Schiene

Neustadtl investiert in Breitbandausbau. Und zieht dabei eine Diagonale durch die Gemeinde.

Peter Führer
Peter Führer Erstellt am 31. März 2021 | 04:44
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Bürgermeister Franz Kriener verweist auf die Stelle, an der der „Point of Presence“, das „Wählamt“ für die Glasfaserleitungen, errichtet wird. Neben dem alten Sportplatz.
Foto: Führer, Führer

Ein richtungsweisender Beschluss erfolgte in der Vorwoche in der Gemeinderatssitzung. Die Gemeinde Neustadtl intensiviert den Glasfaserausbau. Bis zum Schulstart im Herbst wird einerseits die gesamte Gemeindevernetzung mit Breitband in Betrieb gehen. Das betrifft das Gemeindeamt, den Kindergarten, die Volksschule, die Neue Mittelschule, den Bauhof und das Altstoffsammelzentrum.

„Das deckt sich natürlich gerade in der Mittelschule optimal mit den Bestrebungen in Richtung Schooloffice. Hier bekommen ja die ersten Klassen Laptops, gerade da hat dann eine schnelle Internetverbindung noch mehr Sinn“, erklärt Bürgermeister Franz Kriener.

„Wählamt“ für die Lichtwellenleiter

Weiters wird auch ein neuer „PoP“, ein „Point of Presence“ für ganz Neustadtl errichtet. Dieser entsteht in der Nähe des alten Sportplatzes. „Das Ganze funktioniert quasi wie ein Wählamt. Von hier gehen die Leitungen dann weiter in Richtung der Häuser“, klärt Kriener auf.

Der „PoP“ liegt an einer Verbindungslinie, die von Kollmitzberg kommend über Neu-stadtl bis Unterholz diagonal durch die Gemeinde verläuft. „Wir haben beim Call4 eingereicht. Das ist die Förderbezeichnung. Die Förderung wurde vom Bund bewilligt und wir haben eine Zusage von 50 Prozent erhalten. Zudem werden wir für die Investition auch Mittel aus dem kommunalen Investitionspaket verwenden“, klärt Bürgermeister Franz Kriener zur Finanzierung auf. Bis Jahresende soll der gesamte „Call“ verwendet werden.

Insgesamt werden mehr als sechs Kilometer verlegt und an die 200 Häuser sollen so zeitnah mit Breitband versorgt werden. Läuft alles nach Plan, können die Leitungen nämlich noch heuer aktiviert werden. Dann hätte man das erste Viertel der Häuser abgedeckt. Im Rahmen der Gemeinderatssitzung erfolgte die Auftragsvergabe.

Die Grabarbeiten inklusive Lehrverrohrorung gingen an das Unternehmen Leyrer und Graf. Man rechnet mit Kosten von rund 500.000 Euro. Dazu kommen die Kosten für das Material in Höhe von 100.000 Euro und für das Einblasen der Glasfaserkabel (60.000 Euro). Auch diese Arbeiten wird Leyrer und Graf durchführen.

Der „PoP“ kommt auf 55.000 Euro, den Auftrag erhielt die Firma „Trepka“. „Wir werden auf den ‚PoP‘ außerdem eine Photovoltaik-Anlage installieren. Der Trend der Zeit ist ja, dass alle Flächen genützt werden sollen. Und da der ‚PoP‘ wohl auch Hitze erzeugen wird und eine Klimanlage braucht, hat eine PV-Anlage sicher einen Sinn“, ist Bürgermeister Kriener überzeugt. Für das Dach inklusive Photovoltaik-Anlage plant man Kosten von 25.000 bis 35.000 Euro.

Bürger werden weiter über Projekt informiert

Der Gemeinderat beauftragte weiters ein Unternehmen, das sich um die Ausschreibung für einen Provider kümmern wird (SBR-net Consulting mit Sitz in Wien). „Das machen wir, damit wir auch sicherstellen können, dass es keinen Verstoß gegen das Vergabegesetz gibt und wettbewerbsmäßig alles in Ordnung ist“, betont Kriener.

In den kommenden Wochen wird es übrigens auch Bürgerinformationen für die nun ersterschlossenen Liegenschaften geben. Diese Eigentümer erhalten geben. Die Bevölkerung wird die Möglichkeit erhalten, sich bei Interesse für einen Anschluss über den aktuellen Stand des Ausbaus und später auch die Konditionen zu informieren.

„Wir machen wichtige Hausaufgaben und investieren jetzt, weil wir nicht warten können, bis wir vielleicht irgendwann zur Förderregion bei der nöGIG werden. Wir können uns da nicht auf andere verlassen, weil es schwierig ist, den Glasfaserausbau wirtschaftlich zu führen. Da hat unsere Gemeinde aufgrund der Lage und der Weitläufigkeit gegenüber anderen Gemeinden Nachteile“, ergänzt Kriener.

Nach der Umsetzung des jetzigen Projektes will Neustadtl übrigens den Ausbau mit Stoßrichtung der Katastralgemeinden Schaltberg und Nabegg – Neu-stadtl Nord – forcieren. Anvisiert für die Fertigstellung wird Ende 2023.