Insolvenzen im Bezirk Amstetten: Zahl sinkt. Unternehmens- und auch Privatinsolvenzen nahmen im Vorjahr jeweils um rund 18 Prozent ab.

Erstellt am 07. Februar 2017 (03:56)
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Die Insolvenzen im Bezirk Amstetten sind gesunken.
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Mit einem deutlichen Minus von 18,6 Prozent liegt der Bezirk Amstetten in Bezug auf Unternehmensinsolvenzen im abgelaufenen Jahr 2016 zwar im Niederösterreich-Trend, der auch sinkende Insolvenzzahlen aufweist, allerdings übertrifft der Bezirk diesen Trend doch bei weitem: Im Bezirk Amstetten gab es laut Informationen des Österreichischen Verbands Creditreform um acht Firmeninsolvenzen weniger als noch 2015. Die Zahl sank von 43 auf 35 Pleitefälle. Im Vergleich: Prozentual gesehen waren es NÖ-weit nur um 2,5 Prozent weniger Firmeninsolvenzen (2016: 828, 2015: 849).

Am stärksten betroffen von Insolvenzen ist traditionell die Baubranche, gefolgt vom Beherbergungs- und Gaststättenwesen. 2016 gab es überwiegend Klein- und Kleinstinsolvenzen, bei denen es um geringe Insolvenzverbindlichkeiten und im Vergleich wenig betroffenen Arbeitsplätzen ging. Die häufigsten Insolvenzursachen sind auch nicht neu: Managementfehler der Geschäftsführer oder Inhaber, Preisdruck durch verstärkten Wettbewerb, Forderungsverluste und schlicht mangelnde Liquidität zählen dazu.

2016 um 18,4 Prozent weniger Privatkonkurse

Bei den Privatkonkursen wurde in Niederösterreich ein leichtes Plus von 1,1 Prozent (von 1.198 im Jahr 2015 auf 1.211 Fälle 2016) verbucht. Auch hier weist der Bezirk Amstetten einen positiven Wert auf: Satte 18,4 Prozent weniger Privatkonkurse wurden 2016 verbucht – in absoluten Zahlen sanken die Fälle von 38 auf 31.

Die Gründe für Privatinsolvenzen sind laut Creditreform vielfältig: vom Verlust des Arbeitsplatzes, über gescheiterte Selbstständigkeit oder Scheidung reichen die Gründe. Im Hintergrund spiele aber immer auch der mangelnde Überblick über die eigene finanzielle Situation eine entscheidende Rolle. Ratenkäufe, Online-Bestellungen, unüberlegte Bürgschaften und Haftungserklärungen liegen allen Privatinsolvenzen zugrunde. Hauptgläubiger sind Banken, Versicherungen, Mobilfunkbetreiber und Energieversorger.

Für 2017 erwartet die Creditreform im Bereich der Privatinsolvenzen keine Entspannung. Da bei der Arbeitslosigkeit mit keiner Verbesserung zu rechnen ist, werde eine Entschuldung mittels Zahlungsplan für viele Personen in Privatinsolvenz erschwert.