Installateure für den Irak

Erstellt am 10. Mai 2011 | 00:00
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Foto: NOEN
AUSLANDSEINSATZ /  Seit Jänner bildet Hans Richter aus Ardagger in der Region Kurdistan Installateure und Elektriker aus.
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Hans Richter mit dem Schüler Yaqub Ahmed am Dach der Schule bei den neuen Wassertanks. Im Hintergrund das „Burj Kurdistan“ - Luxushotel und neues Wahrzeichen von Sulaimani.ZVG
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ARDAGGER / Langsam wird es wieder heiß in Kurdistan, und Wasser ist ohnehin im ganzen Irak ein kostbares Gut. Die Temperaturen in der Stadt Sulaimani im Süden der autonomen Region Kurdistan können im Sommer schon auf weit über 40 Grad ansteigen, und dann ist eine gute Wasserversorgung gefragt.

Seit Anfang Jänner läuft das Projekt des Berufspädagogischen Instituts (BPI) Mödling zur Ausbildung von Installateuren und Elektrikern in Sulaimani. Ein Projekt, das junge Kurden vor allem zu Praktikern ausbilden soll. „Es gibt hier genug Ingenieure die alles Mögliche können aber niemand kann vier Wassertanks auf dem Dach so zusammenschließen, dass sie gleichzeitig voll werden und nicht einer überläuft, während die anderen fast leer sind“, erklärt Projektleiter Gottfried Strasser vom BPI Mödling, der die Region Kurdistan schon seit 1993 kennt und oft bereist hat.

Und genau hier setzt das Projekt der Österreicher an: nämlich Wasser- und Elektroinstallationen für Häuser und Wohnungen nach österreichischem Standard zu machen. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt eindeutig im praktischen Bereich, und hier ist Richter in seinem Element. Im vierten Monat der Ausbildung installiert er mit seinen Schülern ein dreistöckiges Haus mit sechs Wohnungen zu je 220 Quadratmetern. „Wir haben vorher auch schon ein kleineres Haus gemacht und in unserer Schule den Sanitärraum komplett neu installiert. Aber jetzt geht es richtig los und den Burschen taugt es auch“, erklärt er. Inzwischen sind Richter seine Schüler ans Herz gewachsen. „Es ist eine Freude zu sehen, wie sich die Buben entwickelt haben, obwohl es am Anfang ein täglicher Kampf war - Pünktlichkeit war ein Fremdwort. Jetzt haben wir sie soweit, dass um 8 Uhr alle umgezogen in der Werkstatt sind“, erklärt er voller Stolz. Und auch die Schüler lieben ihren Hans inzwischen sehr, vor allem weil er ihnen alles selber vorzeigen kann und sich für keine Arbeit zu schade ist. Bei den Elektrikern sind auch fünf Mädchen in der Gruppe, die die Ausbildung machen - eine Sensation für diese Region.

Das Projekt wird von Kurdistans „Save the Children“-Fund finanziert, an dessen Spitze Hero Ibrahim Ahmad, die Frau von Staatspräsident Jalal Talabani, steht.

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