Kropfreiter vor Musicalsommer: „Die Post wird abgehen“. Intendant Johann Kropfreiter im Gespräch über die heurige Produktion, Erfolge der Vergangenheit und den Stellenwert des Amstettner Musicalsommers im österreichischen Raum.

Von Leopold Kogler. Erstellt am 28. April 2018 (05:41)
Das Team von „Rock Of Ages“ rund um Intendant Johann Kropfreiter (stehend links) freut sich auf den Musical-Start.
Leopold Kogler

NÖN: Der Musicalsommer Amstetten bringt „Rock Of Ages“ zur Aufführung. Dieses Musical wurde 2005 uraufgeführt und ist durch eine Verfilmung populär geworden. Was hat den Ausschlag gegeben, wieder ein „Rock-Musical“ zu programmieren?

Johann Kropfreiter: Ich habe bereits im Herbst 2015 viele Hebel in Bewegung gesetzt, um die Rechte für „Rock of Ages“ für den Sommer 2016 zu bekommen. Die Zeit war damals nicht reif dafür, die Rechteinhaber in New York wussten das noch abzublocken. Jetzt ist es aber so weit, worüber ich mich sehr freue. Der gute Ruf Amstettner Produktionen in der Musicalbranche hat keine Diskussion aufkommen lassen, ob wir denn auch der geeignete Produzent dafür wären – ein E-Mail mit der Anfrage um die Aufführungsrechte an den Bühnenverlag nach Berlin, ein E-Mail mit der Zusage von Berlin zurück nach Amstetten. Das war‘s!

 „Wir haben wahrlich eine tolle Crew mit echten Rocksängern zusammengestellt

Die Geschichte von Sherrie und Drew, die beide von Hollywood träumen, ist eine liebenswürdige Romanze. Was darf man sich hier erwarten und worauf wird bei dieser Produktion, die ja hämmernde Rhythmen von Joan Jett über Foreigner bis zu Bon Jovi bringt, Wert gelegt?

Alex Balga, der uns im Vorjahr die tolle „Hair“-Produktion beschert hat, verspricht für heuer eine „Riesengaudi“. Der Inhalt des Stückes hat ja, so wie viele andere Musicals auch, nicht unbedingt Shakespeare-Niveau. Das Publikum kommt aber nicht deshalb zu uns, sondern es möchte einen tollen, mitreißenden Musiktheaterabend erleben. Der sollte auch heuer garantiert sein. Wir haben wahrlich eine tolle Crew mit echten Rocksängern zusammengestellt. Dabei möchte ich Alex Melcher erwähnen, der unser Hauptdarsteller in Rockville war. Oder Sasha Di Capri, der in der Osterwoche einen beeindruckenden Judas in Jesus Christ Superstar im Wiener Ronacher abgeliefert hat. Und Babsi Obermeier, die sich in den letzten beiden Jahren in die Herzen des Amstettner Publikums gespielt hat. Und nicht zu vergessen, dass auch Ana Milva Gomes mit dabei ist. Die Band ist zudem fixer Bestandteil auf der Bühne, die mit einem Zacken bis ins Pub likum ragen wird. Da wird die Post so richtig abgehen.

Es gibt mit „Rock Of Ages“ wieder eine österreichische Erstaufführung. Ihnen gelingt es immer wieder, besondere musikalische Juwelen an Land zu ziehen. Wie schätzen sie den Stellenwert des Musicalsommers national ein?

Amstetten hat sich in der deutschsprachigen Musicalszene eine, vor allem aus künstlerischer Sicht, viel beachtete Position erspielt. Dazu gehört ein klares Programmprofil, das mir für unser Festival stets wichtig war. Nach dem Motto „Wo Amstetten drauf steht, muss auch Amstetten drinnen sein“ versuche ich seit vielen Jahren, unser Publikum immer wieder mit neuen Stücken in diesem Programmsegment zu überraschen. Immerhin stehen wir vor der 15. Erstproduktion seit 1989, wobei ich mit ein wenig Stolz darauf verweisen kann, dass wir auch als Geburtsstätte für zwei Uraufführungen fungiert haben: „Carmen Cubana“ (2006) und „Rockville“ (2009). Ich denke aber auch mit besonderer Freude an die österreichischen Erstaufführungen von „The Who’s Tommy“, „Aida“ „Flashdance“ oder „Saturday Nigth Fever“. „Rock of Ages“ bietet so viele Hits, dass man an dem Stück ganz einfach als Am stettner Intendant nicht vorbei kommt. Und ein kleines Geheimnis zum Schluss: Ich beschäftige mich bereits mit der nächsten Erstaufführung für 2019! Drücken Sie mir bitte die Daumen!