Bezirk Amstetten: Das Breitband-Netz wird immer dichter. In Ardagger sollen weite Teile noch heuer aktiviert werden. Viel investiert wird auch in Aschbach und Ybbsitz.

Von Peter Führer und Andreas Kössl. Erstellt am 19. August 2020 (05:12)
In Ardagger laufen schon seit geraumer Zeiten intensive Arbeiten am Breitbandausbau. Wie hier bei der Kapelle in Leitzing.
Peter Führer

In zahlreichen Gemeinden spielt der Ausbau der Breitbandversorgung eine große Rolle. Der Bund hat dafür bereits in den vergangenen Jahren viel Geld in die Hand genommen.

Unter anderem Aschbach und Ardagger haben im Bezirk intensiv investiert.

Bisher 1,81 Millionen für Aschbach vom Bund

„Wir legen seit drei Jahren überall dort, wo Wasserleitungen oder der Kanal erneuert wird, die Leerrohre mit. Wir sind der Meinung, dass das Breitband die zukunftsweisende Technologie ist“, erklärt Aschbachs Bürgermeister Martin Schlöglhofer. Seine Gemeinde erhielt vom Bund bisher 1,81 Millionen Euro an Unterstützungen. Damit liegt man ebenfalls im Spitzenfeld des Bezirks Amstetten.

Aschbach wurde von der NÖGIG, der Niederösterreichischen Glasfaserinfrastruktur GmbH, im Herbst als für den flächendeckenden Ausbau ausgewählt. Dafür war es notwendig, dass zumindest 40 Prozent im Ausbaugebiet einen Anschluss bestellen.

„Wir haben die Quote erreicht, dass bedeutet, dass 1.000 von unseren etwa 1.500 Haushalten in den nächsten zwei Jahren mit Glasfaser versorgt werden“, führt Schlöglhofer weiter aus.

Im Wesentlichen betrifft das Ardagger Markt und Krenstetten. Bei den restlichen Haushalten wird die Gemeinde in Vorleistung gehen, damit das gesamte Gemeindegebiet in naher Zukunft von der schnellen Technologie profitieren kann.

Ursprünglich wäre eine Aktivierung bereits im Frühjahr geplant gewesen. Das verzögerte sich allerdings aufgrund der Coronakrise. „Die NÖGIG hat uns aber kommuniziert, dass in den nächsten Wochen bis Ende des Jahres aktiviert wird.“

Ardagger: bereits 500 Anschlüsse aktivierbar

In Ardagger sind mittlerweile 500 Hausanschlüsse fertig verlegt und aktivierbar. Sprich, die passive Infrastruktur befindet sich bereits im Haus. Das betrifft zum Beispiel den zentralen Bereich von Ardagger Markt einschließlich der Sonnensiedlung, Altbach, Bach und Weinberg, die Weinbergsiedlung in Stift Ardager, Teile von Kollmitz und Kollmitzberg (Innerzaun, Felleismühle und Winkling) sowie Stephanshart, Empfing und Geiselbach. Derzeit in Bau und ebenfalls bald bereit ist man in Moos, Albersberg und Leitzing.

„Gerade in Leitzing ist der Ausbau dringend notwendig. Hier gibt es Datenraten von 0,5 bis teilweise 1 Mbit/Sekunde. In Zukunft gibt es 80 Mbit aufwärts“, erklärt Bürgermeister Hannes Pressl. Es komme also zu einer Verhundertfachung der Datenkapazität, zu vielleicht eineinhalbmal so hohen Kosten. Entscheidend sei laut Pressl, dass auch abgelegene Gebiete, wie etwa Leitzing, trotz höherer Kosten bei der Errichtung die gleichen Möglichkeiten bei der Datengeschwindigkeit wie zentralere Orte haben.

Gemeinde soll bis 2025 vollständig versorgt sein

Neben den bereits eingeblasenen Leitungen für 500 Haushalte gibt es achtzig Haushalte, zu denen bis jetzt Leerverrohrungen verlegt wurden. „Bis 2025 soll das gesamte Gemeindegebiet versorgt werden“, berichtet Bürgermeister Hannes Pressl.

Während die geförderten Projekte bis 2023 abgeschlossen sein sollen, werden danach bis 2025 die restlichen Haushalte, die nicht im Fördergebiet waren, in Angriff genommen. Insgesamt budgetiert man dafür zwischen 4,3 und 4,5 Millionen Euro. Der Bund hat eine Breitbandförderung von 2,4 Millionen Euro zugesagt.

Weiters berichtet der Ortschef, dass mittlerweile die Verhandlungen mit dem Unternehmen A1/Telekom bezüglich Aktivierung erfolgreich beendet wurden. „Ab September wird es für die möglichen Kunden Informationsveranstaltungen geben. Dann können sich jene 500 Hausanschlüsse, die bereits aktivierungsfähig sind, für ein Angebot entscheiden“, sagt Pressl.

Eine Aktivierung sei auch später möglich. Auch könnten künftig neben A1 weitere Anbieter folgen, sobald sie über die notwendige Infrastruktur, die bei A1 im Wesentlichen bereits vorhanden war, verfügen. „Das Netz wird aber immer im Besitz der Gemeinde bleiben. Die Unternehmen können lediglich die Anschlüsse mieten“, unterstreicht Pressl.

Mit 3,38 Millionen Euro bekam übrigens Ybbsitz bis jetzt die höchste Fördersumme im Bezirk zugesprochen. Dort wurde der Breitbandausbau im Ortskern und im Siedlungsgebiet sowie in den Bereichen Prolling und Schwarzois bereits fertig gestellt.

Derzeit ist man gerade im Bereich Zogelsgraben, Oberamt und Hinterer Prochenberg am Einblasen der Glasfaserleitungen. Ein Teil ist aber auch in Ybbsitz noch offen. „Wir werden in Ybbsitz jedes Haus, das sich angemeldet hat, mit Glasfaser versorgen“, sagt Bürgermeister Gerhard Lueger. „Das wird aber sicher noch drei Jahre dauern.“

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