AMG-Geschäftsführer Trimmel: „Bemühen uns um guten Mix“. AMG-Geschäftsführer Georg Trimmel hat die Aufgabe, unterschiedlichste Interessen unter einen Hut zu bringen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 05. Dezember 2019 (03:42)
Georg Trimmel ist seit Juni Geschäftsführer der Amstetten Marketing GmbH.
Knapp

NÖN: Die ominösen 100 Tage im Amt haben Sie schon überschritten. Wie fällt die Bilanz Ihrer ersten Monate als Geschäftsführer der Amstettner Marketinggesellschaft aus?

Georg Trimmel: Sehr positiv. Die Dinge, die ich mir vorgenommen habe, haben wir umgesetzt. Natürlich galt es, die geplanten Veranstaltungen abzuwickeln – wie etwa die Einkaufsnacht und den Stadtflohmarkt. Das ist gut gelungen. Wir haben nun auch die Weihnachtsmärkte vorbereitet und beim Weihnachtswald schon neue Akzente gesetzt – durch die Popup-Hütte mit unterschiedlichen Ausstellern und mit einem Musikprogramm mit Bands aus der Region. Sehr viel Arbeit haben wir natürlich in die Entwicklung der Amstettner Gutscheinkarte investiert. Mich freut, dass sich fast täglich Firmen melden, die mitmachen wollen. Außerdem bekommen wir auch laufend Bestellungen von Unternehmen herein, die die Karte als Weihnachtsgeschenk für Mitarbeiter oder Kunden nutzen wollen.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit den Wirtschaftstreibenden? Haben Sie da schon gute Kontakte geknüpft?

Trimmel: Funktionierende Kommunikationsstrukturen mit den Unternehmern aufzubauen, ist mir sehr wichtig. Da hat schon meine Vorgängerin daran gearbeitet, mir ging es nun darum, das zu institutionalisieren. Konkret gibt es künftig drei Formate. Beim Innenstadtforum, das fünf bis sechs Mal im Jahr stattfindet, sind Vertreter der Stadt, der Unternehmerschaft und der AMG dabei. Da geht es um wichtige Entwicklungen in der Gemeinde, etwa das Quartier A oder auch Intitiativen in Sachen Parken. Einen informelleren Rahmen hat der Unternehmertreff, den wir auch fünf bis sechs Mal im Jahr veranstalten. Da wollen wir uns von der AMG mit den Wirtschaftstreibenden zusammensetzen und gemeinsam über Marketingmaßnahmen oder auch neue Veranstaltungen beraten. Ab Jänner wird es schließlich auch noch einen Marketingbeirat geben. Der wird aus neun Unternehmern aus der Innenstadt bestehen und die AMG bei verschiedenen Projekten beraten, wie etwa die Weiterentwicklung der Gutscheinkarte.

Wie nehmen Sie die Unternehmerschaft wahr? Zieht man in Amstetten an einem Strang? Wie steht es da mit der Motivation, etwas zu verändern?

Trimmel: Ich empfinde die Zusammenarbeit sehr positiv. Wenn man offen auf die Unternehmer zugeht, zeigt sich, dass sie motiviert sind und Ideen gerne aufgreifen. Natürlich haben wir es aber mit einer Vielzahl von Akteuren und daher auch sehr unterschiedlichen Interessen zu tun. Es gibt nicht die Meinung der Unternehmerschaft, daher kann man es auch nicht jedem Recht machen. Wir bemühen uns aber, einen Interessensausgleich zu schaffen und in Sachen Marketing einen guten Mix anzubieten. Das funktioniert eigentlich ganz gut.

In der Vorwoche hat ja die Generalversammlung der AMG getagt und ihr erstes Budget abgesegnet. Welche Schwerpunkte hat denn das Arbeitsprogramm für das Jahr 2020?

Trimmel: Wir haben einiges vor, wobei sich unsere Aktivitäten in zwei große Teilbereiche gliedern. Zum einen gibt es das Citymarketing, das sich auf Hauptplatz, Wiener Straße und die umliegenden Zonen konzentriert. Da wird es darum gehen, für die Kunden noch mehr Einkaufserlebnis zu schaffen – auch durch frequenzbringende Veranstaltungen. Zum anderen wollen wir Standortmarketing für Amstetten machen. Da geht es darum, die Vorzüge der Stadt hervorzuheben und auch bei den Leuten das Bewusstsein zu stärken, dass sie Grund haben, auf Amstetten stolz zu sein. Da wird sicher der Stadterneuerungsprozess, der nächstes Jahr startet, ein wichtiger Faktor sein. Wir werden natürlich auch Öffentlichkeitsarbeit betreiben und Imagekampagnen machen. Touristisch wollen wir Amstetten so positionieren, dass ein Gast im Mostviertel nicht darum herumkommt, unsere Stadt zu besuchen. Das muss eine Selbstverständlichkeit werden.

Wie schaut es im nächsten Jahr konkret mit den Veranstaltungen aus? Bleibt da alles beim Alten oder gibt es Änderungen?

Trimmel: Attraktive Veranstaltungen sind für Amstetten sehr wichtig und bieten uns eine gute Möglichkeit, um unsere Ziele und Ideen an die Bevölkerung zu bringen. Aber nicht jede Veranstaltung passt in ihrer derzeitigen Form ins Konzept, daher haben wir manches neu gedacht. Die Einkaufsnacht im Juni zum Beispiel ist unsere größte und wichtigste Veranstaltung. Sie ist immer sehr gut besucht, mir fehlt dabei aber ein wenig die Atmosphäre. Für die Unternehmer ist es wiederum wichtig, dass wir das Einkaufen stärker in den Mittelpunkt rücken. Hier sind wir gerade dabei, das Konzept zu adaptieren und neue Aspekte einzubringen. Dazu wird die Innenstadt in thematische Zonen unterteilt werden und die Veranstaltung um ein kleines Festival mit regionalen Künstlern erweitert. Gemeinsam mit den Unternehmern wird auch der Stadtflohmarkt weiterentwickelt. Beim letzten Unternehmertreff konnten wir schon tolle Ideen für 2020 sammeln. Es wird mehr in die Richtung Sommerschlussshopping gehen.

Dürfen sich die Amstettner 2020 auch auf etwas ganz Neues freuen?

Trimmel: Im Mai werden wir am Hauptplatz ein neues Event-Format mit Richard Abfalter und Passion and Style Events testen. Dieses Format wird das Streetfoodfestival ersetzen, mit dem ich ja nicht besonders glücklich war, weil keine regionalen Gastronomen und Produzenten eingebunden werden konnten. Geplant ist außerdem ein neuer Sportevent in der Stadt und wir wollen nächstes Jahr am black friday eine Art Gegenevent zur Rabattschlacht im Onlinehandel ins Leben rufen. Da wollen wir auf den Wert des regionalen Einkaufs hochwertiger Produkte und von gutem Service hinweisen. Das genaue Konzept werden wir noch ausarbeiten. Toll finde ich außerdem das Ambiente im Schloss Ulmerfeld, hier werden wir mit den Verantwortlichen ebenfalls über ein neues Veranstaltungsformat sprechen.

Wie sieht es mit den Leerständen in der Innenstadt aus und wie wird es mit den Popup-Stores weitergehen?

Trimmel: Das Konzept der Popup-Stores wollen wir auf jeden Fall weiterführen und im kommenden Jahr auch wieder intensiver daran arbeiten. Wir hatten zwar schon heuer einige Anfragen, aber zu wenig Personalressourcen dafür. Leider ist es auch schwierig, leer stehende Flächen für Popups zur Verfügung gestellt zu bekommen. Die Vermieter haben oft kein Interesse daran. Wir werden uns da mit den regionalen Immobilienmaklern zusammensetzen, um Lösungen zu finden.

In Sachen Leerflächen wird gerade die schon vorliegende Studie aktualisiert. Es zeigt sich, dass die Leerstände deutlich zurückgegangen sind, auch wenn die Leute oft einen anderen Eindruck haben. Sehr wichtig für die Belebung der Innenstadt sind natürlich solche Leuchtturmprojekte wie etwa der Gourmet-Spar.

Die Aufgaben der AMG sind umfangreich. Ist das mit dem vorhandenen Personal zu schaffen?

Trimmel: Die Generalversammlung hat in der Vorwoche einer Aufstockung zugestimmt. Im nächsten Jahr werden wir daher drei 40-Stunden-Arbeitskräfte sein. So viele Mitarbeiter hatte die AMG bisher noch nie, aber die Gesellschafter sehen eben die Notwendigkeit, uns mit den entsprechenden Ressourcen auszustatten, um optimale Arbeit für Amstetten leisten zu können.