Amstettens Dechant Pater Georg Haumer: „Wichtig ist, präsent zu sein“

Erstellt am 09. Februar 2022 | 03:59
Lesezeit: 4 Min
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Dechant Pater Georg Haumer ist in Aschbach mit 45 Jahren das jüngste Mitglied des Pfarrgemeinderates.
Foto: Hudler/Archiv
Amstettens Dechant Pater Georg Haumer über Themen der Wahl, die Kandidatenfindung und die Aufgaben des Pfarrgemeinderates.
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NÖN: Gibt es bei der Pfarrgemeinderatswahl im Bezirk Amstetten besondere Schwerpunkt-Themen und welche Aufgaben hat der Pfarrgemeinderat?

Dechant Georg Haumer: Meistens geht es weniger um die großen Entscheidungen oder Themen, sondern viel mehr darum, das Alltagsgeschäft in einer Pfarre zu bewältigen. Dazu gehören etwa die Vorbereitungen für die Erstkommunion, Kinderpädagogik, die Frage, wie etwa der Pfarrhof genützt werden kann, mögliche Unterstützung für die Jungschar und vieles mehr. Wichtig ist ganz einfach, im Gemeindegeschehen präsent zu sein. Ein Teil davon sind auch immer wieder gemeinsame, gesellige Tätigkeiten. So haben wir zum Beispiel bei einem Turnier der Stockschützen als Pfarre eine Gruppe gestellt. Das hat schon viel Spaß gemacht.

Wie finden Sie in Aschbach ihre Kandidaten?

Haumer: Wir in der Pfarre haben keine Kandidatenliste, es gibt für die Menschen die Möglichkeit, Leute zu nominieren, die sich vielleicht für diese Tätigkeit interessieren. Sehr gerne auch jüngere Menschen. Generell funktioniert es in Aschbach noch sehr gut, weil wir eine große Pfarre sind. Viele andere Pfarren haben aber immer mehr Probleme, Kandidaten zu finden. Oft ist das Durchschnittsalter sehr hoch, und einige ältere Mitglieder sagen, dass es nach vielen Jahren Zeit für neue, junge Mitglieder ist. Es ist ja das Ziel, dass der Pfarrgemeinderat gut durchmischt ist. Männer, Frauen, Jugendliche: Das führt zu neuen Ideen. Auf der einen Seite ist es also gut, wenn es Platz für junge Mitglieder gibt. Auf der anderen Seite ist es aber oft schwierig, dass Junge nachrücken. Viele haben hier eine Scheu, sich in einem Gremium zu binden.

Warum denken Sie, gibt es gerade bei jüngeren Menschen weniger Interesse?

Haumer: Wir leben heute in einer ganz anderen Zeit als früher. Individualisierung und die moderne Kommunikation mit dem Handy und so weiter, das bringt die Leute eher auseinander als zusammen. Dazu kommt natürlich auch noch die Coronavirus-Pandemie, die Zusammenkünfte erschwert. Viele Menschen sind auch noch in anderen Vereinen, zum Beispiel in der Feuerwehr engagiert. Dass man sich da zusätzlich noch bei der Pfarre engagiert, das nimmt generell ab. Außerdem gehen auch immer weniger Menschen in die Kirche. Und wenn diese Zahl schwindet, dann gibt es natürlich auch weniger, für die eine Tätigkeit im Pfarrgemeinderat denkbar ist. Wenn ein gewisser Bezug zur Kirche da ist, dann wird auch die Bereitschaft, sich zu engagieren, höher sein. Im Dekanat Amstetten haben wir doch noch eine sehr gute Struktur. Aber was bei der einen Pfarre gut funktioniert, ist bei der anderen Pfarre zehn Kilometer weiter vielleicht schon ein Problem.

Aus wie vielen Mitgliedern besteht ein Pfarrgemeinderat im Durchschnitt?

Haumer: Das ist eigentlich ganz unterschiedlich. Fünf Personen sind zu wenig. Ich würde sagen, es geht von 15 Leuten aufwärts bis maximal 25, 30. Je nach Pfarrgröße ist das eine sinnvolle Einheit.

Wie ist die Zusammensetzung bei Ihnen in Aschbach?

Haumer: Da haben wir die Situation, dass viele ausscheiden, aber auch, um Jüngeren Platz zu machen. Ich bin ja als Pfarrer mit 45 Jahren das jüngste Pfarrgemeinderatsmitglied. Mit der Arbeit und der Loyalität der Mitglieder bin ich sehr zufrieden. Jetzt hören einige auf, da ist mir leid darum, aber diese freien Plätze sollen mit Jüngeren bestückt werden. Ich denke, da gibt es auch viele Menschen , die gut reinpassen würden.

Wie viele Treffen oder Besprechungen stehen auf dem Programm?

Haumer: Wir in Aschbach haben im Jahr etwa drei Sitzungen. Heuer, da ja eine Wahl durchgeführt wird, natürlich etwas mehr. Bei den Sitzungen ist aber oft auch etwas anderes dabei. Einmal im Jahr verbinde ich die Sitzung zum Beispiel gerne mit einer Wanderung. Wenn man danach einen gemütlichen Abend miteinander verbringt, dann wächst man als Gruppe viel besser zusammen. Denn auch das Miteinander ist ein wichtiger Faktor, dann helfen auch alle gerne bei Veranstaltungen und so weiter mit.

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