Erstellt am 07. Mai 2015, 05:55

von Daniela Rittmannsberger

Bürgermeister Forster: „Meine Türen stehen jederzeit offen“. Seit zwei Monaten ist er im Amt, nun spricht der Ortschef über ein „lässiges“ Team und Visionen von überfüllten Kindergärten.

Jungen Familien ein Zuhause in Ertl zu bieten, ist Bürgermeister Josef Forster ein besonderes Anliegen.  |  NOEN, Daniela Rittmannsberger

NÖN:Mit 89,01 Prozent aller Stimmen erreichte die VP in Ertl bei der Gemeinderatswahl das Spitzenergebnis im Bezirk. Mehr als 500 Vorzugsstimmen wurden für Sie abgeben. Startet es sich so leichter?
Josef Forster: Es ist ein großer Vertrauensvorschuss, ich bin aber nicht der extrem parteipolitisch denkende Mensch. Mir liegt eher etwas daran, dass wir einiges in Ertl bewegen. Es war natürlich sensationell, so viele Vorzugsstimmen zu erhalten. Jetzt müssen wir uns dafür, dass uns die Leute solch einen Vorschuss gegeben haben, aber auch beweisen. „Gemeinsam mit euch die Zukunft von Ertl gestalten“, das wollen wir umsetzen. Für Ideen stehen meine Türen auch jederzeit offen.

Im Vorfeld haben Sie immer wieder betont, wie wichtig Ihnen ein starkes Team im Hintergrund ist. Ist Ihnen das mit dem teils neuen Gemeinderat gelungen?
Forster: Die Wahl hat gezeigt, dass die Menschen Vertrauen in das Team haben. Wir haben eine super-lässige Mischung aus routinierten Leuten, die seit 15 Jahren im Gemeinderat sind und wissen, wovon sie sprechen. Und wir haben ganz junge, wertfreie Gemeinderäte, einige Frauen und Junge.

Wichtige Mischung aus erfahrenen, alten „Hasen“ und die Neugier und der Tatendrang der Jugend machen uns zu einer zugfähigen Truppe!

Diese wichtige Mischung aus erfahrenen, alten „Hasen“ und die Neugier und der Tatendrang der Jugend machen uns zu einer zugfähigen Truppe. Ich will unbedingt, dass die Gemeinderäte wissen, was in der Gemeindestube passiert, vor allem aber ist mir wichtig, dass die Gemeinderäte in ihren Tätigkeitsfeldern präsent sind.

Was ist Ihre persönliche Handschrift?
Forster: Ich denke, ich bin ein sehr strukturierter Mensch und ziehe die Dinge mit Nachdruck durch. Durch meine flexiblen Arbeitszeiten als Krankenpfleger bin ich praktisch immer am Gemeindeamt und für diverse Anliegen da. Die Präsenz allein macht vieles aus.

Wichtig ist mir mein gutes Verhältnis zum Amtsleiter, der mich in allen Belangen unterstützt. Ich sehe es als meinen Job, für die Menschen da zu sein und sehe mich als Dienstleiter der Bevölkerung und ganz und gar nicht als der „Chef“ der Gemeinde.

Seit gut zwei Monaten sind Sie jetzt im Amt. Was hat sich bisher verändert?
Forster: Ich sehe die Tätigkeiten generell zweigeteilt. Einerseits gibt es den strategisch-organisatorischen Bereich, der die Mitarbeiter und den Gemeinderat umfasst. Primär war mir wichtig, zu schauen, wer wofür zuständig ist. Es ist eine Herausforderung, eine Organisation auf die Beine zu stellen und zu überlegen: Wie wollen wir die nächsten fünf Jahre agieren? Da habe ich zum Beispiel Mitarbeitergespräche ins Leben gerufen. Auch die Umstrukturierung des Gemeinderates ist uns, denke ich, gut gelungen.

Der Umbau der Schule ist uns schon seit Jahren ein Anliegen, im Juni starten die ersten bautechnischen Maßnahmen.

Andererseits geht es auch um den organisatorischen Bereich des Ortes, primär um die Erhaltung der Infrastruktur. Zurzeit widmen wir uns der Flächenwidmung und dem großvolumigen Wohnbau. Die Wohnungen in unseren Wohnblöcken sind jetzt fast voll ausgelastet. Und vor allem die Güterwege sind heuer im Fokus. Der Umbau der Schule ist uns schon seit Jahren ein Anliegen, im Juni starten die ersten bautechnischen Maßnahmen.

Wie wichtig ist Transparenz? Wie viel Einblick haben die Ertler in das Gemeindegeschehen?
Forster: Die Bevölkerung hat das Recht zu wissen, wie wir mit dem Geld umgehen. Wir wollen daher alle Beschlüsse für die Menschen nachvollziehbar machen, deshalb wird das auch regelmäßig in unserer Gemeindezeitung veröffentlicht.

Was sind Ihre Ziele?
Forster: Ich als Realist schaue natürlich darauf, wie sich die finanzielle Lage im Ort entwickelt. Der größte Auftrag für uns ist es, die Jugend im Ort zu halten. Meine Vision wäre eine volle Volks- und Mittelschule sowie ein Kindergarten, der aus allen Nähten platzt. Dafür brauchen wir genügend Flächen, damit die Jugend im Ort bleibt und Familien gründet. Es gibt aber natürlich noch andere wichtige Projekte. Unser Feuerwehrhaus etwa ist sehr desolat und muss unbedingt renoviert werden.