FF Preinsbach: Brandstetter gibt Kommando ab

Erstellt am 18. Februar 2022 | 14:14
Lesezeit: 3 Min
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Fritz Brandstetter (59) ist vor allem die Bergung eines 14-Tonnen-Dumpers in Erinnerung.
Foto: Feuerwehr
Der Preinsbacher Fritz Brandstetter gab nach rund 20 Jahren an der Spitze als Feuerwehrtaucher das Kommando ab.
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1982 begann der 59-Jährige als Feuerwehr-Taucher. Nach fast 20 Jahren an der Spitze gab er das Kommando ab, ihm folgt Christian Pfeiffer nach. Trotz seiner Pläne, sich in Zukunft dem Motorradfahren zu widmen, wird er der Feuerwehr als Ausbildner erhalten bleiben. Für sein langjähriges Engagement ernannte ihn Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner zum Ehrenbrandrat. Wie er zum Feuerwehrtauchdienst kam, was hinter diesem Spezialkommando steckt und was er dem Nachwuchs rät, verrät er im Gespräch.

NÖN: Was hat Sie dazu bewogen, als Feuerwehrtaucher tätig zu werden?
Fritz Brandstetter:
Durch die Tätigkeit meines Vaters, der 29 Jahre Kommandant war, wurde ich bereits früh an die Feuerwehr herangeführt. Außerdem war ich schon in meiner Kindheit eine Wasserratte.

Während der Einsätze muss man körperlich und geistig fit sein. Wie haben Sie sich während dieser Zeit fit gehalten?
Brandstetter:
Ohne Training ist die Belastbarkeit psychisch und physisch nicht machbar. Natürlich kommt mit der Zeit die Erfahrung, jedoch kann die körperliche und geistige Tüchtigkeit nicht damit kompensiert werden. Es finden regelmäßige Trainings auch in Form von 14-tägigen Übungen statt, in denen verschiedene Szenarien der Bergetechnik, Suchtechnik und vieles mehr trainiert und immer wieder durchgespielt werden. Zusätzlich wird in der jährlichen Landestauchübung kontrolliert, ob man noch alle Voraussetzungen erfüllt.

Wie sieht es mit dem Feuerwehrtaucher-Nachwuchs aus?
Brandstetter:
Der Lehrgang dauert 3,5 Jahre und wird mit der Basisprüfung in Wiener Neustadt abgeschlossen. Im Anschluss findet dann das Freiwassertauchen in Lunz statt. Die große Abschlussprüfung wird aufgrund der dortigen Gegebenheiten in Kroatien abgehalten und dauert rund eine Woche. Während dieser Zeit sind die Teilnehmer rund 50 Stunden unter Wasser. Jeder Kursteilnehmer lernt dabei seine psychischen und physischen Grenzen kennen, weshalb auch nur etwa 20 Prozent erfolgreich abschließen. Zusätzlich spielen Faktoren wie Zeitmangel oder private Hintergründe eine große Rolle, da die Ausbildung wirklich sehr anspruchsvoll ist.

Wie wird man Teil des Teams?
Brandstetter:
Der jeweilige Kommandant ist dafür die richtige Ansprechperson und kann Auskünfte erteilen. Grundsätzlich ist absolut jeder herzlich willkommen und es ist auch für jeden schaffbar, der mit Ehrgeiz und Willen an die Sache herangeht.

Was waren besondere Einsätze? Gibt es einen besonderen Fall, der im Kopf geblieben ist?
Brandstetter:
Die Bergung eines 14-Tonnen-Dumpers, eines Baustellenfahrzeugs, welches in den Ennskanal gefallen ist, ist mir auf jeden Fall in Erinnerung geblieben. Mithilfe von Berechnungen konnten wir das Gefährt durch Hebeballons zur vollsten Zufriedenheit des Geschädigten bergen. Natürlich gibt es auch tragische Einsätze, die nicht gut enden, aber davon darf man sich in seiner Zuversicht nicht beirren lassen. Neben Fahrzeug- und Menschenbergungen wird aber auch oft nach Gegenständen wie Waffen oder Tresoren getaucht. Die schönen Erlebnisse beim Tauchen hat man dann aber außerhalb des Kurses, wie zum Beispiel bei Urlauben auf den Malediven.

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