Erstellt am 20. Juli 2015, 09:11

von Leopold Kogler

Gernot Romic „musste zurückkommen“. Gernot Romic, der Hauptdarsteller der Amstettner Musicalproduktion „Saturday Night Fever“ im Gespräch mit Leopold Kogler über seine Anfänge, Amstetten und die Bee Gees.

NÖN-Kulturexperte Leopold Kogler (l.) sprach mit Musicaldarsteller Gernot Romic über seinen zweiten Auftritt beim Amstettner Sommermusical - heuer sogar in der Hauptrolle.  |  NOEN, Sengstschmid

NÖN: Wie war Ihr Weg von Wiener Neustadt in die große Welt des Musicals?
Gernot Romic: Ich stamme aus Maiersdorf an der Hohen Wand und ging ins Musik-Borg in Neustadt. Dort kam eines Tages eine Frau in die Klasse, die ein halbprofessionelles Musical auf die Beine stellen wollte und gefragt hat, ob wir uns nicht bewerben wollen. Was soll ich sagen? Nach den drei Aufführungen war ich mit dem Musical-Virus infiziert.

Danach folgten Workshops in der Vokal-Sommerakademie bei Thomas Frank und Maria Blahous. Über die beiden gelangte ich zu den Performing Arts Studios Vienna, habe dort die Aufnahmeprüfung gemacht und kam dadurch auch erstmals mit dem Tanz so richtig in Berührung. Denn zu diesem Zeitpunkt lagen meine Stärken ganz klar auf Schauspiel und Gesang.

„Von Wien aus ging es auf alle möglichen Bühnen."

Dank meiner Eltern, die mich finanziell unterstützt haben, konnte ich diese tolle Ausbildung absolvieren. Von Wien aus ging es nach dem Abschluss auf alle möglichen Bühnen: Deutschland Tecklenburg, Stockerau, Tanz der Vampire im Wiener Ronacher, Cabaret in Bozen, Elisabeth in Deutschland und Wien und so weiter.

Und 2013 auch nach Amstetten. Sie treten bei „Saturday Night Fever“ hier nunmehr zum zweiten Mal auf. Was bedeutet Ihnen das?
Romic:
Der Sommer mit Xanadu war eine so tolle, lustige Zeit – mit einem wirklich sensationellen Team! Sommerproduktionen haben immer ein ganz spezielles Flair. Ich habe damals schon gesagt: Ich muss nach Amstetten zurückkommen. Letztes Jahr hätte ich ja schon bei Flashdance dabei sein können, doch leider ließ sich das mit einem anderen Engagement nicht kombinieren. Umso mehr freut es mich, heuer wieder hier zu sein. Und dann gleich mit der Hauptrolle!

Sie agieren als Sänger, Schauspieler und Tänzer. Darf man wissen, wofür Sie sich am meisten beigestern?
Romic:
Um Gottes Willen! Was für eine Frage. Alle drei Bereiche sind natürlich meine Leidenschaft! Sonst wäre ich wahrscheinlich nicht Musicaldarsteller geworden. Für mich, der als „Nicht-Tänzer“ begonnen hat, ist gerade der Tony Manero eine absolute Herausforderung.

„Man muss die ganze Zeit zu 100 Prozent alles geben!"

Heutzutage ist es oft so, dass sich Hauptrollen vor allem auf Gesang und Schauspiel konzentrieren und man tänzerisch weniger zu tun hat. Das ist bei Tony anders. Hier werden alle drei Bereiche gefordert. Und das ist für mich das Highlight: Dass man wirklich die ganze Zeit zu 100 Prozent alles geben muss!

Verraten Sie uns Ihr Highlight im Bee Gees-Musical und was halten Sie von dieser früheren Boygroup?
Romic:
Ich muss ganz ehrlich sagen: Die Bee Gees waren früher nicht so mein Ding. Das ist ja auch nicht ganz meine Zeit, denn ich wurde in den 80ern geboren und bin in den 90ern aufgewachsen. Als ich mich für die Rolle aber mit den Bee Gees intensiv auseinandergesetzt habe, habe ich erst gemerkt, was für ein toller Groove da drinnen steckt. Die große Geschichte ist natürlich diese Falsetto-Voice-Sache, das ist außergewöhnlich und eine Riesenherausforderung. Inzwischen liebe ich es!