Herbsttage Blindenmarkt: Kultur ist Nahrung für die Seele

Erstellt am 28. September 2022 | 04:20
Lesezeit: 4 Min
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Intendant Michael Garschall ist mit seinem Team seit 33 Jahren ein Garant für gelungene Operettenproduktionen in Blindenmarkt.
Foto: Ferrigato
„Graf von Luxemburg“ und „Emil und die Detektive“ als Highlights in Blindenmarkt.
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Seit über drei Jahrzehntensind die von Ihnen gestarteten Herbsttage äußerst erfolgreich. Bitte sagen Sie uns: Wie machen Sie das?

Garschall: Mit viel Herzblut, aber auch mit der großer Überzeugung, hier etwas bewegen zu wollen. Und das funktioniert seit 33 Jahren, unglaublich, aber wahr. Wichtig war mir immer, dass die Tür zu den „Herbsttagen“ weit offen ist und alle willkommen sind! Und von Anfang an sind die Menschen diesen Weg mit mir mitgegangen und es werden immer mehr, heuer erwarten wir mindestens 12.000 Gäste in Blindenmarkt. 

Gibt es eine goldene Regel für Ihren Beruf? Was ist Strategie, was Intuition?

Garschall: Disziplin, nach vorne schauen und dabei am Boden bleiben. Das Festival ist langsam und sehr „gesund“ gewachsen, wir sind nie abgehoben. Heute haben wir die wunderbare Ybbsfeldhalle, das tolle Kartenbüro im Gemeindeamt und einen guten Ruf weit über die Landesgrenzen hinweg. Natürlich gibt’s Strategien, sprich genaue Planungen bis 2027, mein 60. Geburtstag, da muss es wieder rundgehen (lacht). 

Gab und gibt es Menschen, die Sie unterstützen?

Garschall: Ganz, ganz viele – viele sind von Anfang an mit dabei. An erster Stelle mein Papa, er hat über 25 Jahre das Bühnenbild gebaut, vor wenigen Wochen ist er verstorben, jede Ecke, jede Bühnenplatte erinnert mich hier an ihn. Hoffentlich hört er den Sonderapplaus! Dann natürlich unsere wunderbare Festspielpräsidentin Hilde Umdasch, die die Kultur in der Region besonders fördert und immer für mich da ist. 

Unser Dirigent Kurt Dlouhy, der Operettengene hat, Original und Obmann Willi Narowetz, der heuer in der Matinee zu erleben ist, und Christiana Bruckner, unsere Büro-Perle, alle seit der ersten Stunde im Boot. Und die Bürgermeister Franz Wurzer und Altbürgermeister Franz Haberfellner, sie haben ganz selten zu etwas „Nein“ gesagt. Diese Liste könnte ich noch lange fortsetzen … 

Mit „Der Graf von Luxemburg“ und „Emil und die Detektive“ stehen gleich zwei Premieren an. Dann gibt es das Konzert für alle, die Mini-Herbsttage und zudem wurde ein Operettenstudio gegründet. In Zeiten wie diesen eine spezielleHerausforderung?

Garschall: Ja, wir haben sehr viel vor, gleich zwei Eigenproduktionen und beide werden fantastisch: Die Operette „Der Graf von Luxemburg“ von Franz Lehár mit großartiger Ausstattung und wunderbaren Sängern und Sängerinnen. Regie führt Wolfgang Dosch, der Mann für die Operette. Kästners „Emil und die Detektive“ war mein Wunschprojekt, ein Theaterstück mit Musik für Kinder ab fünf Jahren und die gesamteFamilie.

Die Erfindung des „Konzerts für alle“ hat ja voll eingeschlagen, Klassik für Groß und Klein bei freiem Eintritt,finanziert von Creditreform und Umdasch Group! Im Operettenstudio werden acht junge Künstlerinnen und Künstler für die Bühne ausgebildet und sind auch im „Luxemburg“ zu erleben.

Sie erhalten ein Stipendium, dieses wurde von einem Privatmäzen zur Verfügung gestellt. Und natürlich gibt es die neuen „Mini-Herbsttage“ für die 1- bis 4-Jährigen, hier können die ganz Kleinen Musik hautnah erleben. Wir haben sozusagen ein Programm für Menschen von 1 bis 100 Jahren! 

Apropos: Das „Konzert für alle“ bezeichnen Sie als ihr Herzensprojekt. Was mögen Sie so an diesem Konzert?

Garschall: Ich finde, Klassische Musik muss für alle da sein. Und das ohne irgendwelche Vorgaben wie Dresscode, Applausordnungen und sonstige Ehrfurcht. In unserem „Konzert für alle“ darf mitgesungen und mitgeklatscht werden, alle Altersklassen sind willkommen. Heuer spielt die Beethoven Philharmonie unter Dirigent Christoph Campestrini, am Klavier ist Ingrid Marsoner zu erleben, es moderiert TV-Star Robert Steiner. Der junge Sänger-Shooting-Star Daniel Gutmann ist auch zu bewundern. Die Freikarten werden bald weg sein, daher streamen wir zum ersten Mal auf Youtube. 

Zum Schluss: Was erwarten Sie sich eigentlich von der Strahlkraft der Herbsttage?

Garschall: Dass das Publikum uns treu bleibt und auch in Krisenzeiten zu uns kommt. Die drei Stunden Auszeit müssen sein, Kultur ist Nahrung für die Seele, führt die Menschen zusammen und macht rundum glücklich! 

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