Martens über „Mr. President First“: „Manipulation der Medien“

Erstellt am 02. Februar 2022 | 04:02
Lesezeit: 3 Min
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Das Stück mit Max Volkert Martens gelangt am 3. Februar in der Pölz-Halle zur Aufführung.
Foto: AVB
Hauptdarsteller Max Volkert Martens über „Mr. President First“.
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NÖN: Sie verkörpern in „Mr. President First“ den Fernsehstar Edward Tishler, der zum Präsidentschaftskandidaten avanciert. Was fasziniert Sie an diesem Schauspiel, was reizt Sie an dieser Rolle?
Max Volkert Martens:
Ja, die Rolle des TV-Moderators, der von einer politischen Gruppe „gekauft“ wird, sozusagen verführt wird, ist eine sehr reizvolle, eine sehr amüsante. Sie beschreibt die Welt des Moderators, seine Verführbarkeit, er avanciert zum Köder und wird dann zum Verführten. Bald verwechselt er seine Popularität als TV-Star und die politische Wichtigkeit. Ist alles sehr reizvoll, pointiert und humorvoll und doch voller Realität. Immer ist auch ein ernster Hintergrund dabei.

Sind für Sie mögliche historische Vorlagen aus der Politik relevant?
Martens:
Ja, wir erleben ja solches in der Gegenwart. Der ukrainische Staatspräsident ist ein ehemaliger Schauspieler, ein Komödiant, er war auch Fernsehmoderator und Filmproduzent und gründete eine Filmfirma. Er ist zu einer interessanten politischen Figur geworden. Das Stück lehnt sich an die USA an, ist aber keine Paraphrase, auf keinen Fall ein Stück über Trump. Im Stück werden nur ähnliche Abläufe thematisiert.

Edward und Emely: der Medienstar und seine Freundin, die zur politischen Rivalin aufsteigt. Wie würden Sie die beiden Akteure umreißen?
Martens:
Da gibt es ein anfängliches Liebesverhältnis, Edward versteigt sich, wird größenwahnsinnig. Er sieht keine Möglichkeit, die Liebe aufrecht zu erhalten. Die politische Orientierung geht auseinander, es kommt zur Trennung. Emely wird zur Gegenkandidatin. Sie wird zu einer glaubwürdigen politischen Figur.

Was öffnet unseren Blick auf die gegenwärtige Politik?
Martens:
Man kann sagen, im Grunde genommen ist es eine Geschichte der Manipulation über Medien. Wir erleben das gegenwärtig in Europa. Desinformation, Pflege persönlicher Interessen, Lobbyismus. Menschen werden manipuliert und beeinflusst. Aber es ist nicht explizit ein Politstück. Es ist auch ein Stück voll Humor, Witz und Komik. Ein amüsantes Schauspiel.

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