NÖ Kulturpreis für Neuhofnerin Viktoria Schmid. Viktoria Schmid erhält für ihre künstlerische Tätigkeit den Kulturpreis des Landes Niederösterreich. Die NÖN bat die gebürtige Neuhofnerin zum Interview.

Von Peter Führer. Erstellt am 06. November 2018 (04:23)
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Wird mit dem NÖ Kulturpreis bedacht: Viktoria Schmid.
Land Niederösterreich/Helmut Lackinger

NÖN: Frau Schmid, worauf konzentrieren Sie sich bei Ihrem künstlerischen Schaffen? Wie würden Sie Ihr Werk einordnen?

Viktoria Schmid: Ich arbeite an der Schnittstelle von Kino und Ausstellungsraum. Die verschiedenen Medien, die ich benütze, wie 16mm-Film, Video und Fotografie, sind Co-Autoren meiner Arbeit. Zu Beginn habe ich Filme für die Präsentation im Kinoraum gemacht und diese in Kurzfilmprogrammen auf Festivals gezeigt. Von den Limitationen des Kinoraumes eingeschränkt, habe ich dann begonnen, Installationen zu konzipieren, die nur im Ausstellungsraum und nicht im Kinoraum präsentiert werden können. Gleichzeitig sind diese vom Kino inspiriert. Als weiteren Schritt habe ich Installation für den öffentlichen Raum adaptiert.

Bei der „A proposal to project“-Serie baut Viktoria Schmid Leinwände in verschiedenen Formaten und filmt sie in genau diesem Format ab. Eine solche Leinwand aus Holz und Baumwollstoff konstruierte sie auch im Rahmen einer Teilnahme am Djerassi-Resident-Artists-Program in Kalifornien im Skulpturenpark. Dort steht sie heute noch.
Viktoria Schmid

Wo wurden Ihre Werke bereits ausgestellt?

Ich zeige sie auf Filmfestivals in Lissabon, Oberhausen, Marseille, Frankreich, London, Viennale, Diagonale Graz und vielen mehr und bei Ausstellungen, ebenfalls im In- und Ausland, etwa in New York, Wien, Seoul, Salzburg oder Graz.

Sie werden mit dem Niederösterreichischen Anerkennungspreis für Experimental- und Animationsfilm ausgezeichnet. Wenn man an Film denkt, denken viele aber zuerst an Fernsehen und Kino. Worauf legen Sie im Gegensatz dazu die Schwerpunkte?

Experimentalfilm erlaubt, genau hinzusehen, sich der Schaulust für einen abgesteckten Zeitraum zu widmen. Ich will nicht die Welt abbilden, ich will zur Realität etwas Neues hinzufügen, das so nicht mit der Wahrnehmung der Augen sichtbar wäre.

Wie verlief Ihr schulischer beziehungsweise beruflicher Werdegang?

Bei „Don‘t make me destroy you“ erzeugen zwei 16 mm-Projektoren zwei sich bewegende Lichtstrahlen. Der Raum wird mit Nebel gefüllt. Zudem ist ein fünfminütiger Ausschnitt des Originalfilmtones von Star Wars Episode V zu hören: Der Kampf zwischen Darth Vader und Luke Skywalker. Durch die Verbindung zwischen Bild und Tonebene werden die Lichtstrahlen zu Lichtschwertern.
Florian Voggeneder

Zum Film bin ich eigentlich über die Musik gekommen. Mit 16 Jahren habe ich angefangen aufzulegen, ab 19 habe ich dann in Bands gespielt. Dann hat der Weg zum Film geführt. Während meines Filmwissenschaftsstudiums habe ich mich auf theoretischer Ebene mit dem Thema, wie Laufbild im Kino und wie es im Ausstellungskontext präsentiert wird, beschäftigt. In meinen künstlerischen Arbeiten spielt das Theoriestudium noch eine Rolle, beschäftige ich mich mit filmhistorischen Begebenheiten – wie dem ersten Farbfilm – und auch mit filmtechnischen Fragen. Sehr wichtig war meine Ausbildung an der Friedl-Kubelka-Filmschule, danach habe ich noch einen Master an der Kunstuniversität Linz gemacht. Ich habe auch begonnen zu unterrichten. Es macht viel Freude, das Wissen und die Liebe zum Film weitergeben zu können.

Was können Sie zu aktuellen und zukünftigen Projekten sagen?

Im Frühling filme ich einen weiteren Teil meiner ‚A proposal to project‘-Serie. Dieses Mal in Litauen. In dieser Serie beschäftige ich mich mit der Kadrierung (Auswahl des Bildausschnitts, Anmerkung) als einer unumgänglichen Komponente einer filmischen und fotografischen Arbeit. Wichtig für die Serienteile ist, die Leinwände in verschiedenen Ländern und Landschaften zu inszenieren.