Das war 2019 im Bezirk Amstetten

Erstellt am 28. Dezember 2019 | 07:00
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Über 200 Menschen beteiligten sich am ersten Waidhofner Klimaprotest Anfang April. Seitdem wird in Waidhofen jedes Monat demonstriert.
Über 200 Menschen beteiligten sich am ersten Waidhofner Klimaprotest Anfang April. Seitdem wird in Waidhofen jedes Monat demonstriert.
Foto: Kössl

Ärztemangel.

Die medizinische Versorgung ist ein großes Thema. In St. Georgen am Ybbsfelde, Seitenstetten und Haidershofen sind Hausarztstellen weiterhin ausgeschrieben. Entspannung soll es im Jänner in Mauer geben, denn dann wird die Landarztgarantie des Landes schlagend. Die Stadt ist dabei, eine Ordination einzurichten, wo dann ein Mediziner der Krankenhausholding zumindest zehn Stunden pro Woche Dienst tun soll. Für viel Gesprächsstoff sorgt im dritten Quartal der Schritt der sechs Allgemeinmediziner Amstettens, aufgrund anhaltender Überbelastung keine Wochenenddienste mehr zu besetzen. Im vierten Quartal übernimmt dann Gerhard Walter zwar wieder seinen Dienst, seine fünf Kollegen bleiben ihrer Linie hingegen treu. Das soll sich übrigens auch in der ersten Jahreshälfte nicht ändern.

FPÖ-Eklat.

Die Landespartei schließt Mitte Juni die gesamte Amstettner Gemeinderatsfraktion (Brigitte Kashofer, Bruno Weber, Martha Harreiter, Manuel Dorner und Manuel Ingerl) aus der Partei aus. Grund dafür: Unregelmäßigkeiten bei der Verwendung von Schulungsgeldern, die die Wahlpartei von der Gemeinde erhält. Die Betroffenen bestreiten die Vorwürfe vehement. Nach dem Hinauswurf verbleiben sie als „wilde Mandatare“ im Gemeinderat. Bei der Gemeinderatswahl treten sie mit einer eigenen Liste an.

Forstheide.

Die Gemeinde Amstetten erfüllt einen langjährigen Wunsch vieler Bürger. Um 3,9 Millionen Euro kauft sie Forstbesitzer Matthias Hatscheck die Forstheide ab. Mit diesem Deal soll das rund 200 Hektar große Areal für die Am-stettner als Naherholungsgebiet gesichert werden.

Wahrzeichen.

Der Fehringer-Turm ist vielen Menschen in der Region ein Begriff. Als 1988 das Aus für das Fehringer-Hendlimperium kommt, sinkt er in einen Dornröschenschlaf. Im Herbst hat die Gemeinde Aschbach das Gebäude erworben und überlegt auf drei Seiten Photovoltaik-Paneele zu installieren und die Aussichtsplattform eventuell touristisch zu nutzen. Damit könnte der Turm durchaus zu einem neuen Mostviertler Wahrzeichen werden.

Die Gemeinde Aschbach will den Fehringer-Turm aus dem Dornröschenschlaf wachküssen. 
Die Gemeinde Aschbach will den Fehringer-Turm aus dem Dornröschenschlaf wachküssen. 
Foto: Knapp

Kreative Rettungssanitäter.

Mit einem Föhn und einer Decke haben Juliane Auer und Rainer Jelinek, zwei Rettungssanitäter vom Roten Kreuz St. Valentin, im Juli in St. Pantaleon-Erla einen provisorischen Brutkasten gebaut und ein nur knapp ein Kilogramm schweres „Frühchen“ bis zum Eintreffen des Rettungshubschraubers versorgt und ihm so das Leben gerettet. Für ihren Einsatz werden die beiden im Dezember in der ORF-Show „Österreichs Heldinnen und Helden 2019“ ausgezeichnet.

Dauerbrenner Donaubrücke.

Der Neubau der Mauthausner Donaubrücke erhitzt auch heuer die Gemüter in den Gemeinden St. Pantaleon-Erla, Ennsdorf und St. Valentin. Die Pläne des Landes stoßen bei der Präsentation auf heftigen Widerstand der Bürger und werden in der Folge auf Eis gelegt. Die drei Gemeinden verabschieden eine Resolution, in der sie unter anderem die Nutzung und den Ausbau des vorhandenen Verkehrsnetzes fordern.

Im Rampenlicht.

Die Akrobatikgruppe „TheFreaks“ aus St. Valentin steht zu Beginn des Jahres im internationalen Rampenlicht. Sie begeistert vor 155.000 Zuschauern bei der chinesischen Silvesterparade in Hongkong.

Keine Einigung.

Nach der Aufregung um die beiden entlaufenen Luchse im Vorjahr dreht die Stadt Waidhofen den Geldhahn für den Tierpark Buchenberg Anfang des Jahres endgültig ab. Tierparkbetreiber Andreas Plachy hatte die von der Stadt gewünschte Redimensionierung des Tierparks abgelehnt.

Klimaproteste.

Anfang April gehen die ersten Waidhofner Klimaproteste über die Bühne. Über 200 Bürger aus der ganzen Region beteiligen sich an dem Protestzug durch die Innenstadt, um von der Politik effiziente Klimaschutzmaßnahmen einzufordern. Bis Dezember folgen acht weitere Demonstrationen. Das Interesse ist ungebrochen: Zwischen 100 und 200 Menschen sind stets mit dabei.

Demo.

Mit einem Pfeifkonzert begrüßen 200 Demonstranten im September Ex-Innenminister Herbert Kickl bei seiner Nationalratswahl-Radtour in Waidhofen. Die Initiative „Waidhofen stellt sich quer“ hatte zum Protestempfang geladen, um ein Zeichen gegen Intoleranz, Rassismus und rechte Hetze zu setzen. Davor wird Kickl schon von rund 150 Demonstranten in Seitenstetten erwartet.

Öffentlicher Verkehr.

Nach zwei Jahren, in denen die Züge der Rudolfsbahn an der ÖBB-Haltestelle Sonntagberg nur sporadisch halten, wird der Stopp mit Fahrplanwechsel im Dezember wieder voll installiert.