Amstetten feiert 120 Jahre Stadterhebung. Kaiser Franz Josef unterzeichnete am 29. November 1897 die Erhebungsurkunde. Vor allem Eisenbahn hatte Amstetten bedeutend gemacht. Stadt feiert mit einigen Aktionen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 30. November 2017 (04:47)
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Die Stadt feiert ihr 120-jähriges Bestehen (von links): Kulturamtsleiterin Elke Strauß, Bürgermeisterin Ursula Puchebner und Vizebürgermeisterin Ulrike Königsberger-Ludwig mit der „Allerhöchsten Entschließung“ des Kaisers.
Gemeinde Amstetten

Ein besonderes Ereignis jährt sich am 29. November zum 120. Mal. An diesem Tag unterzeichnete Kaiser Franz Joseph im Jahr 1897 eine „Allerhöchste Entschließung“, mit der Amstetten zur Stadt erhoben wurde.

Die Stadtväter konnten gewichtige Gründe ins Treffen führen, warum sich gerade Amstetten diese Auszeichnung verdiente: das überdurchschnittliche Bevölkerungswachstum, die Ansiedlung von Behörden wie Bezirkshauptmannschaft und Bezirksgericht, die Rolle Amstettens als Eisenbahnknotenpunkt und die damit verbundene Ansiedlung von Betrieben.

Als vierter Markt zur Stadt erhoben

Amstetten wurde als vierter niederösterreichischer Markt seit dem Spätmittelalter zur Stadt erhoben. Gefeiert wurde dieses Ereignis allerdings erst 1898, denn in diesem Jahr gab es einen dreifachen Anlass: Stadterhebung, 50-jähriges Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs und die Eröffnung des neu errichteten Rathauses.

Die Stadt plant aus Anlass des Jubiläums einige Aktionen. So wird Stadtarchivar Thomas Buchner in einem Vortrag Wissenswertes rund um die Stadterhebung präsentieren. Und im September soll es einen Stadtball geben.

Jubiläum Amstetten: 120 Jahre Stadt Stadterhebung
So sah der Amstettner Bahnhof im Jahr 1872 aus. Die Eisenbahn brachte der kleinen Gemeinde einen enormen Aufschwung, der letztlich 1897 zur Stadterhebung durch Kaiser Franz Josef führte. Foto: Archiv
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„Die Stadterhebung vor 120 Jahren war ein wichtiger Wendepunkt in der Entwicklung Amstettens. Und mit einem Stadtball wollen wir alle Am stettnerinnen und Amstettner feierlich an dieses Ereignis erinnern“, sagt Bürgermeisterin Ursula Puchebner.

Tatsächlich hätte Amstetten ohne Bahnhof und Zugverbindung Richtung Westen zweifellos nie die Bedeutung erlangt, die es jetzt hat. Dabei hätte es auch ganz anders kommen können: Schon 1841 gab es erste Pläne für ein großzügiges Eisenbahnbauprogramm. Da wäre die Strecke Richtung Westen allerdings nicht durch Amstetten verlaufen, sondern über Seisenegg und Wallsee, also näher bei den Schlössern der Herrschaft. Politiker mit Weitblick (allen voran Bürgermeister Carl Kroiss) traten aber vehement für den Bau der Eisenbahn nahe Amstetten ein – und sie hatten letztlich Erfolg.

1872 wurde Amstetten zum Bahnknotenpunkt

Das erste Bahnhofsgebäude in Amstetten lag 1858 übrigens noch im Gemeindegebiet von Eggersdorf, das später eingemeindet wurde. Auf der eingleisigen Strecke verkehrte vorerst nur je ein Personen- und ein Güterzug in jeder Richtung. Die Fahrzeit von Wien nach Amstetten betrug damals fünf Stunden und 13 Minuten.

Mit der Eröffnung der Kronprinz-Rudolf-Bahn im Jahr 1872 Richtung Süden wurde Amstetten zum Bahnknotenpunkt.

Die Stadt nahm von da an einen fulminanten Aufschwung. Im Jahr 1847 hatte Amstetten 790 Einwohner und 108 Häuser. 1900 waren es dann schon 5.667 Einwohner und 460 Häuser.