Schutz und Hilfe für Kinder in Amstetten

Das Kidsnest-Kinderschutzzentrum Amstetten begeht im September sein 20-jähriges Bestehen.

Erstellt am 14. August 2021 | 05:29
Kinder
Theresia Ruß und ihr Team wünschen sich, dass die Hemmschwelle, bei Bedarf Kontakt aufzunehmen, geringer wird, und auch mehr finanzielle Unterstützung von der öffentlichen Hand, damit man alle Anfragen bewältigen kann. Von links: Lisa Zellhofer, Margit Pollheimer-Pühringer, Daniela Radovanovic, Theresia Ruß, Dunja Baux und
Marina Wurzer
 
Foto: Doris Schleifer-Höderl

Für die Veranstaltung „GEWALTige Hilfen“ in der Johann-Pölz-Halle laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Wie Theresia Ruß, Leiterin des Kidsnest-Kinderschutzzentrums Amstetten, verrät, ist der Event für alle Interessierte zugängig und offen.

Neben Bürgermeister Christian Haberhauer werden Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig sowie der Landesvorsitzende der Kinderfreunde NÖ, Andreas Kollross, und Adele Lassenberger vom Bundesverband der Österreichischen KISZ erwartet. „Die Besucher erwarten neben Fachlichem auch Special Acts aus Kunst und Kultur. Mit der Veranstaltung wollen wir Gewalt an Kinder und Jugendlichen thematisieren und dazu aufrufen, nicht wegzuschauen“, betont Ruß.


8.221 Klienten in 20 Jahren betreut

Seit 2001 unterstützt und begleitet das Kidsnest-Kinderschutzzentrum in der Anzengruberstraße 3 von Gewalt und sexuellem Missbrauch betroffene Kinder, Jugendliche und deren Angehörige mit dem Ziel, sexuelle, physische und psychische Gewalt zu thematisieren, zu beenden und weitere Übergriffe zu verhindern. Dabei ist oberste Prämisse der Mitarbeiterinnen, – gemeinsam mit den Verantwortlichen – der Schutz des Kindes. „Insgesamt haben wir in den 20 Jahren 8.221 Klienten betreut“, berichtet Theresia Ruß den NÖN. Ob sich die Gewalt in diesen zwei Jahrzehnten geändert hat?

„Das Wesen und der Kern der Gewalt sind gleichgeblieben, es handelt sich immer um Machtausübung und Autoritätsmissbrauch von Stärkeren an Schwächeren. Die Folgen an Kindern und Jugendlichen sind gleich tragisch. Verändert haben sich hingegen die Methoden der Ausübung der Gewalt durch die Neuen Medien und erfordern neue Umgangsformen damit“, , stellt die Diplomsozialarbeiterin und Mediatorin fest. Geändert habe sich auch die Bewältigung der Gewalt.

„Die Behörden wie Polizei und andere Institutionen sind professioneller und geschulter im Umgang damit geworden. Die Kindergärten, Schulen, die Öffentlichkeit reagieren schneller und nehmen betroffene Kinder und Jugendliche ernst. Das Anzeigeverhalten hat sich ebenfalls geändert, heute wird viel schneller und mehr angezeigt als früher“, führt Ruß aus.